RBB-Affäre  Das System befördert die Dekadenz

Michael Clasen
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Ein Kommentar von Michael Clasen
| 08.08.2022 17:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Patricia Schlesinger bei einer Premiere. Foto: Müller/Imago Images
Ein Bild aus glücklicheren Tagen: Patricia Schlesinger bei einer Premiere. Foto: Müller/Imago Images
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Ex-ARD-Chefin Patricia Schlesinger muss jetzt auch ihren Posten als Intendantin des RBB räumen. Der Fall steht symptomatisch für einen völlig aufgeblähten öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Patricia Schlesinger sieht sich offensichtlich selbst als Opfer einer Schmutzkampagne, aber das ist nicht das Geschmackloseste an dieser Affäre. Bitter ist auch, dass die Ex-ARD-Chefin nicht die Größe besitzt, dem Gebührenzahler zu erklären, was die Öffentlich-rechtlichen tatsächlich unter einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Gebührengeld versteht.

Denn die Liste der Vorwürfe gegen die ARD-Top-Journalistin liest sich wie der Inbegriff von Dekadenz. Von einer Luxus-Sanierung des Büros mit Kosten in astronomischer Höhe ist die Rede, von satten Bonus-Zahlungen, Abendessen, Chauffeuren und der Vergabe von lukrativen Aufträgen in bester Filzmanier: Möglich, dass dieses Intendantenleben in Saus und Braus legal gewesen ist. Doch so ausschweifend und verschwenderisch dürfen ARD und ZDF nicht mit den Einnahmen aus den Zwangsgebühren umgehen. Patricia Schlesinger hat ganz offensichtlich Maß und Mitte verloren. Und der Verdacht liegt nahe, dass sie damit nicht allein ist.

Denn die Selbstbedienungsmentalität dürfte durch das System aus Zwangsgebühren und Rundfunkräten befördert werden. Deshalb wäre es längst an der Zeit, eines der teuersten öffentlich-rechtlichen Rundfunksysteme der Welt mit seinen zahllosen Rundfunkanstalten auf ein sinnvolles Niveau zusammenzukürzen und die Zwangsgebühren abzuschaffen.

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