Verstoß gegen Tierschutzgesetz Labrador in Rhauderfehn erstochen
Ein Labrador ist am Freitag in Rhauderfehn von dem Besitzer eines anderen Hundes erstochen worden. Der Mann will aus Notwehr gehandelt haben.
Rhauderfehn - Aus Notwehr will ein 69-jähriger Mann aus Rhauderfehn am Freitag einen Hund erstochen haben. Ein 66-jähriger Rhauderfehner ging gegen 7.15 Uhr auf einem Spazierweg in Rhauderfehn von der Straße Rosmarinheide kommend in Richtung Bentgrasweg mit seinem Labrador spazieren, als ihm der 69-Jährige mit zwei weiteren Hunden entgegenkam, teilt Svenia Temmen von der Polizeiinspektion Leer/Emden mit. Der 66-Jährige hielt seinen Labrador fest, bis der andere Mann mit seinen Hunden um die Ecke in Richtung eines Fahrradweges abgebogen war.
Als der 66-Jährige seinen Hund wieder losließ, lief der Labrador ungeplant dem anderen Mann mit seinen zwei Hunden hinterher. Der 66-Jährige eilte seinem Tier nach, welches ihm dann schwer blutend an Hals und Unterkiefer wieder entgegenkam. Der Hund verstarb noch vor Ort. Der andere Hundehalter behauptete, dass der Labrador ihn angegriffen habe und er sich und seine Hunde mit einem Taschenmesser „Schweizer Art“ verteidigt habel, so Temmen.
Veterinäramt führt Untersuchungen durch
Der verstorbene Hund wurde von seinem Besitzer zu einem Tierarzt gebracht und wird nun im Auftrag des Veterinäramtes untersucht, um den Hergang des Vorfalls zu rekonstruieren und festzustellen, wie der Hund zu Tode gekommen ist.
„Die Besitzer hatten keine Vorgeschichte. Sie ‚kannten’ sich nur vom Spazierengehen mit den Hunden“, sagt Temmen. Darüber, ob der Labrador bereits wegen aggressiven Verhaltens auffällig geworden sei, gebe es zur Zeit noch keine Erkenntnisse. Doch dem Ordnungsamt der Gemeinde Rhauderfehn ist nichts bekannt. „In den letzten Wochen und Monaten wurde nichts in die Richtung gemeldet“, sagt Mareike Bohlsen, Sachbearbeiterin beim Ordnungsamt.
Motivation der Tat muss geklärt werden
Eine Zeugin hatte die Polizei wegen einer Blutlache auf dem Radweg verständigt. Diese wurde bereits am Freitag vom Bauhof der Gemeinde Rhauderfehn entfernt, sagt Bohlsen. Doch ein paar vereinzelte Blutflecken sind drei Tage danach immer noch zu sehen.
Die Polizei in Rhauderfehn hat die Ermittlungen in diesem Fall eingeleitet. „Es muss noch geklärt werden, mit welcher Motivation der 69-Jährige das Messer mit sich geführt und warum er zugestochen hat“, sagt Temmen. Die Polizei bittet Zeugen, die sachdienliche Hinweise zu dem Vorfall machen können, sich mit der Dienststelle unter der Telefonnummer 04952/9230 in Verbindung zu setzen.