Energiekrise in Ostfriesland Grüne wollen Energieberater in Leer installieren
Einige Möglichkeiten, sich über Energiesparmöglichkeiten beraten zu lassen gibt es bereits. Die Grünen in Leer fordern nun einen neuen Ansatz
Leer - Die Leeraner Stadtratsfraktion der Grünen hat beantragt, bei der Stadtverwaltung eine Beratungsstelle einzurichten, die den Bürgerinnen und Bürgern angesichts der Energie-Krise mit Rat und Tat zur Seite steht.
Was und warum
Darum geht es: Die Grünen fordern, in der Stadt einen Energieberater anzustellen. Einige Möglichkeiten diesbezüglich gibt es bereits
Vor allem interessant für: Alle, die sich um die hohen Energiepreise sorgen
Deshalb berichten wir: Die Grünen haben für den nächsten Sozialausschuss einen entsprechenden Antrag gestellt Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
„Angesichts der steigenden Energiekosten und der Verteuerung der Lebenshaltungskosten muss sich die Stadtverwaltung auf die angespannte soziale Situation ihrer Bürger vorbereiten“, sagt Engeline Kramer, die auch Vorsitzende des Sozialausschusses ist.
Politik wird beraten
„Zu dieser Thematik findet am 14. September eine Sitzung des Sozialausschusses statt. Die Verwaltung wird sich mit dem Antrag beschäftigen und rechtzeitig eine Vorlage für die Beratung im zuständigen Fachausschuss erstellen“, sagt Stadtsprecherin Sabine Dannen. Die Einrichtung einer Stelle direkt bei der Verwaltung wäre ein Novum. Auf Kreisebene gibt es ein solches Angebot derzeit nicht.
„Eine allgemeine Energieberatung gibt es in der Kreisverwaltung nicht. Wohl aber unterstützen wir solche Beratungsleistungen, zum Beispiel ein Projekt des Arbeitskreises Schule Rhauderfehn, den „Stromspar-Check in Ihrer Nähe““, sagt Kreissprecher Philipp Koenen.
Kostenlose Beratungen
Im gesamten Kreisgebiet würden unter anderem kostenlose Beratungen angeboten werden, um zu Hause den Verbrauch von Energie und Wasser zu verringern. Diese seien besonders für Haushalten mit einem geringen Einkommen gedacht. „Es gibt es Tipps zu Verhaltensänderungen, etwa beim Heizen und Lüften. Das Projekt läuft seit dem 1. April 2022 bis zum 31. März 2023 und wird in dieser Zeit vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Nukleare Sicherheit (BMU) gefördert“, so der Kreissprecher.
Dafür seien zusätzlich weitere Mittel auf lokaler Ebene in Höhe von 30.000 Euro aufzubringen, je zur Hälfte vom Landkreis Leer und den Festlands-Kommunen im Kreisgebiet. Der Kreisausschuss hatte im April beschlossen, dass der Landkreis sich mit 15.000 Euro beteiligt.
Auch Schornsteinfeger beraten
Auch viele Schornsteinfeger sind Energieberater. Sie können sich als solche von einem TÜV-eigenen Betrieb zertifizieren lassen. Mit der Gebäudeenergieberatung soll nicht nur der derzeitige Verbrauch abgeschätzt werden, sondern vor allem Einsparmöglichkeiten und Sanierungspotenzial aufgezeigt werden.
Dazu wird der Schornsteinfeger Wärmedämmung, Konstruktion, Fenster, Wärmebrücken, Nutzungsverhalten, die Heizungsanlage und den Energieverbrauch analysieren. Darauf aufbauend kann er in seiner Energieberatung Vorschläge für sinnvolle Bau- und Sanierungsmaßnahmen machen.
Auch über die Kosten der vorgeschlagenen Maßnahmen informiert der Schornsteinfeger im Rahmen seiner Energieberatung. Außerdem wird über Fördermittel informiert. Die Beratungen der Schornsteinfeger sind allerdings nicht kostenlos. In speziellen Fällen werden sie aber vom Bund mit bis zu 300 Euro gefördert.