Alec Völkel im Interview  „Die Boss-Hoss-Welt bietet ja viele Möglichkeiten“

Petra Herterich
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Von Petra Herterich
| 28.07.2022 19:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Die Boss-Hoss-Frontmänner Sascha Vollmer (links) und Alec Völkel in ihrem neuen Video. Foto: Pascal Buenning
Die Boss-Hoss-Frontmänner Sascha Vollmer (links) und Alec Völkel in ihrem neuen Video. Foto: Pascal Buenning
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Zum Abschluss des Summertime-Festivals auf Norderney spielen am Sonntag BossHoss. Im Interview erzählt Sänger Alec Völkel, wie die Band „die Freude am Leben“ zurückholen will.

Norderney - Im dritten Anlauf hat es nun endlich geklappt: Seit Mittwoch wird auf Norderney das Summertime-Festival gefeiert. Zwei Mal war die Veranstaltung wegen Corona abgesagt worden. Umso größer war jetzt die Vorfreude der Künstler und der Besucher. Am Wochenende treten noch DJ Felix Jaehn und BossHoss auf. Die Band spielt am Sonntag zum Abschluss des Festivals, ihr Konzert ist ausverkauft. Wie groß die Vorfreude bei den Musikern ist und wie sie als Band den Lockdown überstanden haben, erzählt Frontman Alec Völkel (Boss Burns) im Interview.

BossHoss sollten eigentlich schon 2020 beim Summertime-Festival auf Norderney auftreten – aber dann kam Corona. Jetzt soll es am Sonntag endlich klappen. Wie ist die Gefühlslage der Band?

Alec Völkel: Grandios, super – wir sind extrem happy, dass es endlich wieder los geht. Die Künstlerseele hat in den vergangenen zwei Jahren schon sehr gelitten. Wenn man nicht tun darf, was man gerne macht und woran ja auch Existenzen hängen, ist das eine wirklich harte Zeit gewesen. Jetzt fällt eine große Last von uns ab. Es kommt mir auch so vor, als ob wir es jetzt viel mehr genießen, auf der Bühne zu stehen und live auftreten zu können. Wir hatten in diesem Sommer schon tolle Konzerte und konnten erleben, dass das Publikum auch total Bock hat und ausrastet. Den Menschen hat offensichtlich auch was gefehlt.

Bei der Bühnenshow fackelt BossHoss diesmal ordentlich was ab. . .

Völkel: Ja, natürlich. Weil wir solange nicht auftreten durften, haben wir jetzt wirklich Bock die Leute zu begeistern und ihnen zu zeigen, wie gut so ein Boss-Hoss-Konzert sein kann.

Wie hat die Band – insgesamt bestehen BossHoss ja aus sieben Musikern – es geschafft, dass man den Zusammenhalt im Lockdown nicht verloren hat?

Völkel: Das ist natürlich nicht so einfach gewesen. Wir sehen uns ja am meisten, wenn wir zusammen spielen und auftreten. Wir sind als Band aber schon 17, 18 Jahre zusammen, da übersteht man auch solche Pausenzeiten. Wir haben Studio, Büro und Proberaum in einem Komplex in Berlin, da haben wir uns getroffen und geprobt. Vor allem aber haben wir die Zeit genutzt, um Songs zu schreiben. Wir haben ein neues Album vorbereitet und die erste Single ist ja jetzt erschienen.

Das neue Stück heißt „Dance the Boogie“ – Cowboys tanzen jetzt Boogie?

Völkel: Man muss ja immer ‚ne neue Facette aufmachen, überraschen. Die Boss-Hoss-Welt bietet ja viele Möglichkeiten. Die Nummer ist extrem positiv, macht gute Laune und passt jetzt einfach in die Zeit. Wir hatten auch einfach Bock, Party zu machen. Das Stück verbindet Rockabilly mit Las Vegas und Disco – das geht richtig nach vorne.

Ein Open-Air-Konzert in Ostfriesland ist auch im Sommer nicht ohne Regenrisiko. Ist die Band wetterfest?

Völkel: (lacht) Klar. Man kann das Wetter ja eh nicht beeinflussen. Wir hoffen mal auf ein glückliches Händchen. Wir hatten bisher auch immer Glück. Und wenn nicht, spielen wir den Regen weg. Eins weiß ich sicher: Die Leute haben Spaß, auch wenn‘s regnet. Es kann ja auch bei Regen ein geiler Gig werden.

Sie kennen Ostfriesland ja ganz gut. Ein Teil Ihrer Familie lebt hier. Kommt die auch zum Konzert?

Völkel: Klar, logisch. Meine Schwägerin lebt hier, bei ihr und ihrer Familie sind wir auch ein, zwei Mal im Jahr zu Besuch. Für die Familie liegt Norderney ja um die Ecke.

Die Karten für das Konzert wurden ja schon vor drei Jahren verkauft – vor Corona, dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und der steigenden Inflation. Hat die Band auch die Erfahrung gemacht, dass sich Konzertkarten jetzt schlechter verkaufen lassen und die Nachfrage sinkt?

Völkel: Die Erfahrung hat die ganze Branche, durch die Bank. Zum einen aus den genannten Gründen. Ein Grund ist aber sicher auch, dass viele Menschen einfach noch so viele Karten haben. Jetzt sind ja wirklich alle Kollegen unterwegs und wollen Konzerte nachholen. Und wenn du zuhause fünf Karten am Kühlschrank hängen hast, dann kaufst du dir vermutlich jetzt nicht noch eine sechste sondern gehst erstmal zu den Konzerten, auf die du schon so lange wartest. Und klar, das Geld wird knapper. Die Leute machen sich Sorgen, wie es für sie weiter geht. Vielleicht müssen wir auch einfach diesen Sommer nutzen, um den Spaß wieder zurückzubekommen. Wir müssen nach diesem gefühlten Dauer-Lockdown der vergangen zwei Jahre auch erstmal wieder die Freude am Leben zurückholen. Das ist auch unsere Aufgabe, die der Musiker und Bands – wir sind ja Unterhaltungskünstler.

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