Extremsportler startet in Ostfriesland  Von Norddeich über die Zugspitze nach Triest

| | 27.07.2022 16:34 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bernd Hummel (ganz rechts) freute sich zum Start beim Einrollen von Norddeich nach Leer über die Unterstützung von Detlef Oetter, Uwe Eckervogt, Maggy Kannegießer und Edzard Wirtjes. Foto: Privat
Bernd Hummel (ganz rechts) freute sich zum Start beim Einrollen von Norddeich nach Leer über die Unterstützung von Detlef Oetter, Uwe Eckervogt, Maggy Kannegießer und Edzard Wirtjes. Foto: Privat
Artikel teilen:

1500 Kilometer auf dem Rad, 25.000 Höhenmeter und zwischendurch noch drei Gipfel: Bernd Hummel aus Ulm startete am Dienstag seine außergewöhnliche Tour von Norddeich nach Triest.

Norddeich - Es gibt schon außergewöhnliche Herausforderungen, man muss nur auf die richtigen Ideen kommen. Bernd Hummel aus Ulm hat sich zu seinem 60. Geburtstag Anfang Juni mit einer ganz besonderen Reise beschenkt. Unter dem Motto „60 drüber und drunter“ möchte er in 15 Tagen von der ostfriesischen Nordsee bis zum Mittelmeer ins italienische Triest fahren. „Ich wollte der Endlife-Crisis vorbeugen und brauchte ein Ziel“, lacht Hummel.

Da dem Jubilar die 1500 Kilometer auf dem Fahrrad aber noch nicht genug sind, gönnt er sich als Zwischengänge noch die Aufstiege auf die drei höchsten Gipfel von Deutschland (Zugspitze, 2962 Meter), Österreich (Großglockner, 3798 Meter) und Slowenien (Triglav, 2864 Meter). In den gut zwei Wochen kommen dann rund 25.000 Höhenmeter hinzu.

Mischung die große Herausforderung

„Im letzten halben Jahr habe ich mich schon intensiv auf diese Tour vorbereitet. Die Mischung wird schon eine große Herausforderung“, beschreibt Bernd Hummel seine Erwartungen. Mit dem Zug machte er sich am Dienstag auf den Weg von seinem Heimatort Ulm nach Norddeich. Auf dem kurzen Startprolog von der Küste nach Leer wurde er von Ossiloop-Organisator Edzard Wirtjes, bei dem er auch übernachtete, und weiteren Bekannten begleitet. „Eigentlich hatte ich die Idee, vom Meer mit dem Fahrrad nach Garmisch zu radeln und dann auf die Zugspitze zu klettern. Im Laufe der Planungen habe ich die Reise dann noch ein wenig erweitert“, lacht Hummel, der begeisterter Ausdauersportler ist.

Unter anderem hat er schon einen Ironman absolviert, ist mehrere Marathons gelaufen und ist in Nepal und Südamerika schon auf Gipfel von über 7000 Metern geklettert. Sein Reise-Motto ist angelehnt an das Buch von Hermann Buhl („8000 drüber und drunter“), der 1953 durch die Erstbesteigung des Nanga Parbats als Alpinist weltberühmt wurde und den Hummel als Vorbild seiner Kindheit bezeichnet.

Beziehung zu Ostfriesland

Aber warum erfolgt der Startschuss ausgerechnet in Ostfriesland? Die Verbindung kommt durch den Laufsport. Hummel ist einer von drei Organisatoren des Ulmer Einstein-Marathons. In den letzten zwei Jahren während der Pandemie gab es das erfolgreiche, virtuelle Duell „Schwaben gegen Ostfriesen“. Zum Jahreswechsel duellierten sich die beiden Regionen und sammelten fleißig Laufkilometer.

„Ich wollte irgendwo im Norden starten. Da ich schon eine Verbindung nach Ostfriesland hatte, war der Start in Norddeich naheliegend“, erzählt Hummel. Schon vor der Reise sammelte er durch Sponsoren einige Tausend Euro ein. Damit möchte er Projekte am Rande der Strecke unterstützen, die sich für den Klima- und Umweltschutz einsetzen. Auf den Radstrecken wird Hummel teilweise von Freunden und Bekannten begleitet, auf die Gipfel klettert er jeweils mit befreundeten Bergpartnern, die auch die entsprechende Kletterausrüstung für ihn mitbringen. Übernachtet wird entweder in Hotels oder Pensionen.

Hoffentlich kein Wintereinbruch

„Ich hoffe natürlich, dass meine Kondition passt und ich nicht schlapp mache. Aber die Tour ist schon sehr eng getaktet, vor allem das Wetter muss mitspielen“, so Hummel. Regen würde ihn auf der Radstrecke dabei nicht stören, aber das Wetter muss natürlich bei den Bergtouren stimmen, ein Wintereinbruch könnte die Pläne über den Haufen werfen. „Auf der Zugspitze war ich schon einmal, aber noch nicht über die jetzt geplante Route“, berichtet Hummel, dass er es diesmal über den Jubiläumsgrat angehen wird.

Wenn alles wie geplant klappt, wird ihn seine Familie am 10. August in Triest in Empfang nehmen. „Dann steht noch eine Woche Urlaub an, und dann geht es schon wieder weiter mit der Organisation des Einstein-Marathons“, so Hummel. Die große Laufveranstaltung steigt am 22. September in Ulm. Wer Bernd Hummel auf seiner Tour begleiten möchte, kann seine Eindrücke am besten über Instagram (60_drueber_und_drunter) verfolgen.

Ähnliche Artikel