42-Stunden-Woche  Mehr Schaden als Nutzen

Nina Kallmeier
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Ein Kommentar von Nina Kallmeier
| 26.07.2022 15:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wird über längere Wochenarbeitszeiten diskutiert. Foto: Christin Klose/dpa
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, wird über längere Wochenarbeitszeiten diskutiert. Foto: Christin Klose/dpa
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Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sieht manch einer die Lösung in der 42-Stunden-Woche. Warum das in der heutigen Arbeitskultur kontraproduktiv ist.

Egal wo man hinschaut, in Deutschland fehlen nicht nur Fachkräfte, sondern Arbeitskräfte ganz allgemein. Und die Bereitschaft von Arbeitnehmern, den Arbeitgeber zu wechseln, ist hoch. Umso erstaunlicher ist es, dass Politikern und Teilen der Wirtschaft nichts Besseres einfällt, als eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit zu fordern. Also quasi die Belastung der bereits vorhandenen und künftigen Arbeitskräfte zu erhöhen. Eine solche Arbeitskultur ist in einer Zeit, in der Freizeit für viele wichtiger ist als mehr Geld, weltfremd. Betriebe müssen sich nicht wundern, wenn Bewerbungen künftig noch weiter zurückgehen oder ausbleiben. Doch genau darauf sind Unternehmen angewiesen, um effektiv ihre Arbeitskräfte-Lücke, die trotz Corona-Pandemie, Krieg und Lieferkettenproblematik hartnäckig bestehen bleibt, zu schließen.

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Verantwortliche sollten die Diskussion um die 42-Stunden-Woche schnellstmöglich beenden und stattdessen lieber aufs Ausland schauen. Dort wird auf breiter Front nicht eine höhere Wochenarbeitszeit diskutiert, sondern die Vier-Tage-Woche. Island hat bereits erfolgreich gezeigt, dass weniger Arbeitszeit zu mehr Produktivität führt. In Großbritannien läuft ein breit angelegter Versuch in diese Richtung. Das sind attraktive Bedingungen, daran sollte Deutschland sich ein Beispiel nehmen.

Die Autorin erreichen Sie unter mantel@zgo.de