Osnabrück 42-Stunden-Woche würde Arbeitgebern mehr schaden als nützen
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sieht manch einer die Lösung in der 42-Stunden-Woche. Warum das in der heutigen Arbeitskultur kontraproduktiv ist.
Egal wo man hinschaut, in Deutschland fehlen nicht nur Fachkräfte, sondern Arbeitskräfte ganz allgemein. Und die Bereitschaft von Arbeitnehmern, den Arbeitgeber zu wechseln, ist hoch. Umso erstaunlicher ist es, dass Politikern und Teilen der Wirtschaft nichts Besseres einfällt, als eine Erhöhung der Wochenarbeitszeit zu fordern. Also quasi die Belastung der bereits vorhandenen und künftigen Arbeitskräfte zu erhöhen.
Eine solche Arbeitskultur ist in der heutigen Zeit, in der Freizeit für viele Arbeitnehmer wichtiger ist als mehr Geld im Job, weltfremd. Zumal Überstunden, die ohnehin schon in hohem Maße unbezahlt geleistet werden, ja noch hinzukommen.
Die Deutschen machen pro Jahr Millionen Überstunden, wie diese Statista-Grafik zeigt:
Bei solchen Rahmenbedingungen müssen sich Betriebe nicht wundern, wenn Bewerbungen künftig noch weiter zurückgehen oder ausbleiben. Doch genau darauf sind Unternehmen angewiesen, um effektiv ihre Arbeitskräfte-Lücke, die trotz Corona-Pandemie, Krieg und Lieferkettenproblematik hartnäckig bestehen bleibt, zu schließen.
Verantwortliche sollten die Diskussion um die 42-Stunden-Woche schnellstmöglich beenden und stattdessen lieber aufs Ausland schauen. Dort wird auf breiter Front nicht einer höhere Wochenarbeitszeit diskutiert, sondern die Vier-Tage-Woche. Island hat bereits erfolgreich gezeigt, dass weniger Arbeitszeit zu mehr Produktivität führt. In Großbritannien läuft ein breit angelegter Versuch in diese Richtung.
Das sind attraktive Bedingungen, daran sollte Deutschland sich ein Beispiel nehmen.