Zehn-Millionen-Euro Komplex Neues Rathaus in Papenburg soll 20 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen
Der Stadtrad hat nicht nur den Neubau beschlossen. Die Stadt hat mehrere Varianten mit alternativen Techniken vorgestellt.
Papenburg - Das neue Rathaus in Papenburg, das hinter dem historischen Gebäude neu gebaut werden soll, wird auch energetisch auf dem neuesten Stand sein. Die Stadt hat nun mehrere Varianten mit alternativen Techniken vorgestellt, von denen eine besonders favorisiert wird. Der Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung nicht nur den Bau des Zehn-Millionen-Euro Komplexes beschlossen, sondern auch die energetische Versorgung des Baus mit Platz für 140 Mitarbeiter. Die geplante Ausstattung, die für Mehrkosten von etwa 530000 Euro sorgt, soll dafür sorgen, dass das Gebäude nur wenig Wärme verliert – und der geringe Energiebedarf effizient gedeckt wird.
Erreicht werden soll dies über einen Bau im sogenannten EH-40-Standard (früher KfW-40-Standard). Wie Matthias Olbrich, Projektleiter der Stadt für den Rathausneubau, mitteilte, soll so bereits 30 Prozent des Energiebedarfs im Vergleich zu einem „normalen“ Bau eingespart werden.
Moderne Technik
Eine verbesserte Gebäudehülle sorge ebenfalls für weitere Einsparungen. Das neue Gebäude soll generell über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe versorgt werden. In den Büros und auch dem Ratssaal soll mit Wärmerückgewinnung und passiver Luftkühlung eine Technik angeschafft werden, die weitere 85 Prozent des Energieverbrauchs – immer im Vergleich zu einem Gebäude ohne diese Technik – sparen kann. Die Fenster in diesen Bereichen werden künftig nicht mehr geöffnet. Auf dem Dach des Gebäudes soll eine Fotovoltaik-Anlage aufgebaut und das Dach zudem begrünt werden. Etwa 50 bis 60 Kilowatt-Peak (kWp) könne die Anlage leisten, so Olbrich.
Jedoch sei noch nicht endgültig klar, wie viele Kollektoren auf dem Dach Platz fänden, es sollen aber „so viele wie möglich“ sein. Eine Vorrichtung für einen Stromspeicher werde ebenfalls gebaut.
Baubeginn für Anfang 2023 geplant
Ratsherr Heiner Hanneken (CDU) schlug vor zu überprüfen, ob sich auch Fotovoltaikmodule in der Fassade unterbringen lassen. Unter dem Strich sollen die zusätzlichen Investitionen von 528000 Euro über die kommenden 50 Jahre für eine Einsparung bei den Energiekosten in Höhe von 648500 Euro sorgen. Pro Jahr sollen 20 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. In dieser Berechnung seien allerdings die Stromkosten von heute als Fixwert angenommen worden, sodass sie sich mit Blick in die Zukunft sicherlich noch veränderten, so Olbrich.
Der Bau des neuen Rathauses samt Parkplatz auf der Fläche zum bestehenden Altbau soll Anfang 2023 beginnen. Ein hufeisenförmiges Gebäude über drei Etagen entsteht, in dem viele Fachbereiche mit Publikumsverkehr und auch ein Trauzimmer Platz finden sollen. Das historische Gebäude, das umfassend saniert wird, ist seit dem Abriss des früheren Anbaus zu klein für die 330 Angestellten der Stadt.
In einem durchschnittlichen Jahr werden pro Kilowatt-Peak (kWp) etwa 900 bis 1000 Kilowattstunden (kWh) an Strom erzeugt. Das heißt, dass eine Anlage mit einem Wert von 1 kWp im Jahr etwa 1000 kWh Strom erzeugen kann. Bei 60 kWp wären das für das neue Rathaus etwa 60.000 Kilowattstunden.