Für die Ehre  Ein bisschen weniger Layla

Manuel Goldenstein
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Ein Kommentar von Manuel Goldenstein
| 22.07.2022 09:12 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Manuel Goldenstein
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Samstags geht es in unserer Kolumne immer ums Ehrenamt. Heute beschäftigt sich unser Kolumnist mit Vorschlägen von merkwürdigen Zeitgenossen.

Die Behörden stemmen einen Krisenstab nach dem anderen aus dem Boden. Krisenstab Corona, Krisenstab Ukraine, Krisenstab Energie. Unzählige Szenarien werden durchgesprochen und Übungen durchgeführt. Allerdings alles nur theoretisch. Übungen in der Summe und der Größenordnung kann man auch gar nicht anderes durchführen.

Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte schlagen sich mit Folgen von Hitze in Form von Flächen- und Waldbränden sowie dehydrierten Menschen herum. Tragen das Gefühl in sich, dass sie eventuell in naher Zukunft noch mehr mit ran müssen. Einfach mal neben dem alltäglichen Einsatzgeschehen, welches immer umfangreicher wird.

Dann werde ich gefragt, bei einer Fahrzeugübergabe, ob es nicht auch ein gebrauchtes Löschfahrzeug getan hätte. Wirklich gute gebrauchte Löschfahrzeuge gibt es nur selten. Eigentlich eine gute Idee, gebrauchte Dinge weiter zu verwenden, besonders dann, wenn es sich um Summen handelt, die mehrere 100.000 Euro verschlingen.

Zur Person

Manuel Goldenstein (41), geboren in Aurich und aufgewachsen in Südbrookmerland, arbeitet eigentlich als Pfleger im Klinikum Emden. Vor allem aber ist er leidenschaftlicher Feuerwehrmann. Er ist Pressesprecher des Kreisfeuerwehrverbands Aurich und Sprecher des Arbeitskreises Presse- & Öffentlichkeitsarbeit des Feuerwehrverbands Ostfriesland.

Die beste Aussage des Fragenden war allerdings: „Ihr seid doch eh nur die Freiwillige Feuerwehr“. Er hatte völlig recht, wir sind nur die Freiwilligen. Nur die, die es in vielen Kreisen ausschließlich gibt zur Brandbekämpfung und Menschenrettung. Und wenn wir sind die, die auch in Krisenfällen tätig werden. Sollen wir da dann mit Fahrzeugen ausrücken, die 30 Jahre und älter sind?

Eine kurze Aufklärung hätte helfen sollen, doch damit konnte die arme Seele nichts werden. Er würde schließlich auch Pullover tragen, die schon älter sind. Sollte eine Naht aufgehen, würde Nadel und Faden ausreichend sein. Dass der Stoff schon sehr dünn ist und ein Flicken den anderen hält, sieht er wohl nicht. In Zeiten von Layla sind diese Gedanken einzelner Menschen verzeihlich. Die Krisenstäbe arbeiten auch mit den Freiwilligen in den Feuerwehren und Organisationen – ohne dem würde es nicht gehen. Ein bisschen weniger Layla würde manchmal besser sein.

Kontakt: kolumne@zgo.de

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