US-Talente in Ostfriesland Vater von Kickers-Spieler Adeniran auf Deutschland-Tour
Schon seit Jahren betreibt Adebisi Adeniran in den USA eine Fußballschule. Jetzt ist er mit dem Team auf Deutschland-Tour. Sein Sohn Ayo erklärt, was sich die Talente erhoffen.
Heisfelde - Das Verhältnis scheint sehr herzlich zu sein. Nach dem Spiel nahm Adebisi Adeniran seinen Sohn freudestrahlend in den Arm. Auch aufgrund der Kontakte von Kickers-Spieler Ayo Adeniran weilt der Fußballtrainer mit seiner Akademie-Auswahl aus dem texanischen Houston gerade in Ostfriesland. Da war es fast selbstverständlich, dass Ayo Adeniran kurzfristig ein Testspiel (0:4) gegen seinen aktuellen Verein Kickers Emden in Heisfelde einfädeln konnte.
Seit gut zwei Tagen befindet sich der Adeniran-Vater mit 15 Spielern in Deutschland, nach 14 Tagen geht es weiter ins spanische Valencia. Die Talente aus den USA, Kanada und Afrika wohnen in einem Hotel in Papenburg und testen in den nächsten Tagen unter anderem noch gegen den TuS Hinte, Germania Leer und Atlas Delmenhorst II. „Ich freue mich, dass ich meinem Vater helfen konnte. Kickers Emden ist wie eine Familie für mich, Stefan Emmerling und Yasin Turan haben mit ihren Kontakten die Testspiele möglich gemacht und ganz viel organisiert“, bedankt sich der US-Amerikaner Ayo Adeniran, der seit 2020 mit einer kurzen Unterbrechung für die Emder aufläuft.
Einige Talente mit Oberliga-Format
Seit 1999 betreibt Adebisi Adeniran die Fußballschule in Houston. Zunächst hatte er sich nur auf Kinder konzentriert, mittlerweile betreut er auch hoffnungsvolle Talente, die möglicherweise mal den Sprung in den Profifußball schaffen. Die Nachwuchsspieler knüpfen unterschiedliche Ziele an ihre Europa-Tour. „Einige hoffen, vielleicht bei einem Verein unterzukommen. Für andere ist es eine interessante Lebenserfahrung, viele wollen später dann auch studieren“, berichtet Ayo Adeniran. Er traue dem ein oder anderen den Sprung sogar zu. „Zwei Abwehrspieler und ein Außenspieler könnten es sicher in der Landes- oder Oberliga in Deutschland schaffen“, meint Adeniran.
Auch sein Vater hofft, vielleicht den ein oder anderen Spieler zu einem Klub in Deutschland oder Spanien vermitteln zu können. „Das ist auch das Ziel, dass vielleicht für einige Vereine eine Verpflichtung interessant sein könnte“, meint Adebisi Adeniran, der gleichzeitig auch als Vermittler fungiert. So weit wie er selber wird es vermutlich keiner seiner Spieler schaffen, spielte er doch in seiner aktiven Karriere unter anderem in den USA, Kanada, Portugal, Malaysia, Singapur und Katar. Zudem war er Nationalspieler für Nigeria und nahm 1988 am olympischen Fußball-Turnier in Seoul teil.
Gutes Omen gegen Flensburg
Kickers-Trainer Stefan Emmerling fand auch, dass einige Akademie-Spieler durchaus Potenzial haben. „Einige hatten ein gutes Tempo, waren ballsicher, das hat mir schon gefallen“, lobte der Coach. Auf ein Lob von seinem Gegenüber Adebisi Adeniran hofft Emmerling in gut einer Woche nach dem ersten Meisterschaftsspiel gegen Weiche Flensburg. Dann wird der Adeniran-Vater kurz vor der Weiterreise nach Spanien mit dem kompletten Kader zum ersten Saisonspiel auf der Tribüne sitzen und Kickers Emden ganz fest die Daumen drücken.
Adebisi Adenrian ist natürlich stolz auf seine beiden Söhne Samuel (früher Kickers Emden, jetzt Major League Soccer) und Ayo. Er war auch schon mehrfach auf Deutschland-Besuch. „Beim letzten Mal hat Ayo auch noch zwei Tore geschossen“, lacht Adebisi Adeniran. Vielleicht gar kein so schlechtes Omen für die Partie gegen Flensburg.
Kickers Emden verpflichtet Testspieler aus Groningen fest
Kickers festigt auf dem Wasser das Teamgefühl
Kickers-Testspieler mit schwerer Verletzung
Middels statt Berlin: Kickers arbeitet am Feinschliff