Streuobstwiese in Steenfelde  Nach Vorfall mit Kitzen wird künftig vorsichtiger gemäht

Geertje Wehry
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Von Geertje Wehry
| 19.07.2022 14:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Streuobstwiese in Steenfelde soll von Kindern genutzt werden. Foto: Pixabay
Die Streuobstwiese in Steenfelde soll von Kindern genutzt werden. Foto: Pixabay
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Das Mähwerk, das wahrscheinlich Tiere bei seinem Einsatz auf der Wiese hinter der Krippe in Steenfelde tötete, sei nicht das Mittel der Wahl. Wolfram Höhn vom BUND wünscht sich eine gemeinsame Aktion.

Steenfelde - Der Vorfall vor einigen Wochen erhitzte die Gemüter: Beim Mähen der Streuobstwiese hinter der Krippe in Steenfelde sollen Rehkitze, Hasen und Igel durch das Mähwerk getötet worden sein. Jäger Toni Boyke ärgerte sich insbesondere darüber, dass die Brut- und Setzzeit, die bis 15. Juli dauert, nicht berücksichtigt wurde. Wolfram Höhn von der Ortsgruppe Westoverledingen des Naturschutzverbands BUND sagt nun: „Die Brut- und Setzzeit muss für diese Wiese gar nicht eingehalten werden. Sie ist schließlich kein Biotop“. Die Wiese, auf der vor einigen Jahren Obstbäume angepflanzt wurden, soll begehbar sein.

„Die Streuobstwiese muss gepflegt und eingerichtet werden“, sagt er. Dazu sei eine regelmäßige Mahd wichtig. Die Wiese hätte selbst noch früher gemäht werden müssen, wenn es nach ihm geht. „Der stumpfe Ampher war kurz vor der Blüte, deshalb musste das Gras so dringend geschlagen werden“, sagt Höhn. Dass durch das Mähwerk Tiere getötet wurden, bedauert er. „Das liegt auch an der Art des Mähens“, vermutet er. Die Gemeinde Westoverledingen hatte sich damals gegen die Vorwürfe gewehrt. „Die Gemeinde verwehrt sich allerdings dagegen, dass das dargestellte Rehkitz lebend in den Mulcher geraten wäre. Das Tier, und das dürften auch die Fotos belegen, lag offensichtlich schon länger verendet in einer Mulde, sodass es bei Ablaufen der Fläche weder gesehen wurde noch hochgeschreckt ist“, teilte Gemeindesprecherin Kirsten Beening auf Anfrage mit. Der Tod der Igelfamilie tue Bürgermeister Theo Douwes leid.

Die Wiese soll ein schöner Ort für Kinder werden

Der BUND schlägt jetzt vor, dass im September ein gemeinsamer Mähtag organisiert wird. Statt eines Treckers mit Mähwerk sollen dann klassische Handsensen zum Einsatz kommen. „Man könnte da eine tolle Aktion mit Eltern aus der Krippe, den Jägern und uns machen“, sagt Höhn. Er ärgert sich darüber, dass die Jäger sich zunächst an diese Zeitung gewendet und nicht das Gespräch gesucht hätten. „Ich finde, das ist keine Art und Weise“, sagt er. Nun wolle man versuchen, die Situation zu verbessern, damit die Wiese ein schöner Ort für Kinder der Gemeinde werde.

Der Vorfall, bei dem laut Jägern beim Mähen der Streuobstwiese Rehkitze, Hasen und Igel durch das Mähwerk getötet wurden, wurde bei der Polizei angezeigt. Derzeit könne aus ermittlungstechnischen Gründen dazu nichts gesagt werden, teilte die Pressestelle auf Anfrage mit.

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