Späte Würdigung  Retter der Leeraner Altstadt soll eigene Straße bekommen

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 18.07.2022 09:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Ohne Josefhermann Höcker und die Bürgerinitiative "Altstadtsanierung" gäbe es die Leeraner Altstadt heute wahrscheinlich nicht mehr. Foto: Ortgies/Archiv
Ohne Josefhermann Höcker und die Bürgerinitiative "Altstadtsanierung" gäbe es die Leeraner Altstadt heute wahrscheinlich nicht mehr. Foto: Ortgies/Archiv
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Ohne ihn gäbe es die Leeraner Altstadt wahrscheinlich nicht mehr. Jetzt soll Josefhermann Höcker eine späte Ehrung zuteil werden.

Leer - Der im Jahr 1977 gestorbene Josefhermann Höcker ist vielen Leeranern heute kein Begriff mehr. Dabei hat der langjährige Vorsitzende des Vereins für Heimatschutz und Heimatgeschichte Leer – aus dem später der Heimatverein wurde – nachhaltige Spuren in seiner Heimatstadt hinterlassen. Das findet auch die CDU-Fraktion im Rat und will, dass eine Straße in der Altstadt, beispielsweise der Fußweg, der zwischen den Hausnummern 10 und 12 in der Rathausstraße zur Uferpromenade führt, nach Höcker benannt wird. Ein entsprechender Antrag ging an Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos).

Josefhermann Höcker Foto: Heimatverein Leer
Josefhermann Höcker Foto: Heimatverein Leer

Dass die CDU Wert darauf legt, dass eine Straße gerade in der Altstadt seinen Namen tragen soll, hat ihren Grund: Höcker hatte seinerzeit die Gründung der „Bürgerinitiative Altstadtsanierung“ initiiert, die sich gegen den geplanten Abriss der historischen Altstadt gewehrt hatte – letztlich erfolgreich. Aus dem Freundeskreis ehemaliger BI-Mitglieder werde der CDU-Antrag unterstützt, so Fraktionsvorsitzender Ulf-Fabian Heinrichsdorff.

Engagement in vielen Bereichen

Dass der unverheiratete Spross einer alten Leeraner Kaufmannsfamilie noch viel mehr für seine Heimatstadt getan hat, ist dem Nachruf der Ostfriesen-Zeitung zu entnehmen. Unter anderem sei er als Mitglied des Kirchenvorstands der katholischen St.-Michael-Gemeinde maßgeblich für die Erneuerung der Kirche und ihrer Orgel sowie für den Bau des Pfarrhauses, des Pfarrgemeindeheimes und des Vikarhauses verantwortlich gewesen. Seit 1953 war er Mitglied des Kuratoriums des Borromäus-Hospitals. Außerdem habe er sich „ab 1945 nach Kräften für die demokratische Neuordnung des Leeraner Gemeinwesens eingesetzt“, heißt es in dem Antrag der CDU-Fraktion.

Die schlägt als neuen Namen für die Straße Josefhermann-Höcker-Padd oder Josefhermann-Höcker-Weg vor. Ein Zusatzschild solle auf Höckers Bedeutung für den Erhalt der Altstadt hinweisen. Eine Diskussion und Entscheidung des Antrags kann erst nach der Sommerpause, also frühestens Anfang September, stattfinden.

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