Berlin  Harald Glööckler spricht über Krankheit: Was ist das Fibromyalgie-Syndrom?

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 14.07.2022 15:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der Modedesigner Harald Glööckler hat sich in einem Interview zu seiner Erkrankung geäußert. Foto: dpa/Uwe Anspach
Der Modedesigner Harald Glööckler hat sich in einem Interview zu seiner Erkrankung geäußert. Foto: dpa/Uwe Anspach
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Schmerzen, Schwellungen, Lähmungserscheinungen: In einem Interview hat Harald Glööckler über seine unheilbarer Krankheit gesprochen. Demnach leide der Modedesigner am sogenannten Fibromyalgie-Syndrom. Was es mit der Erkrankung auf sich hat.

„An manchen Tagen fühle ich mich wie 100 Jahre alt“, sagte der Modedesigner Harald Glööckler im Gespräch mit der Zeitschrift „Das neue Blatt“. Dort erzählte der 57-Jährige von seinem Leiden am sogenannten Fibromyalgie-Syndrom. „Das schlimmste sind die schrecklichen Schmerzen, die ich am ganzen Körper habe“, so Glööckler.

Nach Angaben der Deutschen Rheuma-Liga ist Fibromyalgie eine chronische Schmerzerkrankung, die besonders Beschwerden in der Nähe von Gelenken und Muskeln verursacht. Zudem sei häufig auch die Wirbelsäule betroffen. Laut der Organisation erkranken von hundert Menschen zwei am Fibromyalgie-Syndrom, dabei besteht für Frauen ein sechs bis sieben Mal größeres Risiko als für Männer.

Neben Schmerzen in den Gelenken gehören zu den weiteren Symptomen Kopfschmerzen, Magen- und Darmbeschwerden, Gefühlsstörungen an Händen und Füßen, verstärkte Menstruationsbeschwerden, Herzrasen und Luftnot. Zudem leiden die Betroffenen häufig unter Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen.

Im Interview beschreibt Glööckler seine Erkrankung so: „Es beginnen die Hände zu kribbeln und meine Füße werden steif. Ich habe Kopfschmerzen, Halsschmerzen, alles schwillt an.“ Scheinbar leidet der Modedesigner seit über sechs Jahren am Fibromyalgie-Syndrom, die Beschwerden seien jedoch mit der Zeit schlimmer geworden.

Die Schmerzen halte er mittlerweile nur noch mit Medikamenten aus. „Mir helfen nur noch Nerventabletten, da es sich um eine Nervengeschichte handelt. Die Ärzte wissen nicht genau, woher es kommt, daher ist es nicht gut behandelbar“, so Glööckler in „Das neue Blatt“.

Wie genau das Fibromyalgie-Syndrom im Körper eines Menschen entsteht, ist bis heute unklar. Allerdings haben Ärzte bestimmte Faktoren ausgemacht, die die Beschwerden zumindest begünstigen. Dazu gehören hoher beruflicher und privater Stress, psychischer Stress wie Traumata oder Depressionen, zu wenig Bewegung, Rauchen und Übergewicht.

Darüber hinaus kann das Fibromyalgie-Syndrom als sekundäre Erkrankung, also als Folge einer anderen Erkrankung auftreten.

Die Beschwerden beim Fibromyalgie-Syndrom sind so unterschiedlich, dass eine ärztliche Behandlung nur individuell stattfinden kann. Zusammengefasst lässt sie sich in medikamentöse und nicht-medikamentöse Therapie aufteilen.

Bei der medikamentösen Therapie werden häufig Schmerzmittel zur Rheumabehandlung verabreicht, diese besitzen jedoch meist eine hohe Nebenwirkung. Eine andere Möglichkeit sind Antidepressiva, die die Beschwerden zumindest über einen gewissen Zeitraum lindern können.

Die nicht-medikamentöse Behandlung zeichnet sich vor allem durch ein vielfältiges Bewegungsprogramm aus. Dazu gehören unter anderem Nordic-Walking, Schwimmen, Fahrradfahren, aber auch Tanzen.

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