Hamburg  Angriff wie in der Ukraine auf Berlin: „Würden Sie schießen, Herr Gauck?“

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 14.07.2022 08:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich bei „Markus Lanz“ im ZDF zum Ukraine-Krieg. (Archivbild) Foto: dpa/Jörg Carstensen
Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck äußert sich bei „Markus Lanz“ im ZDF zum Ukraine-Krieg. (Archivbild) Foto: dpa/Jörg Carstensen
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Ex-Bundespräsident Joachim Gauck wird in der Sendung „Markus Lanz“ im ZDF mit einem Schieß-Szenario konfrontiert und schließt einen Einsatz von Waffen nicht aus.

Von Pazifismus keine Spur: Moderator Markus Lanz zwingt den ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck in seiner ZDF-Sendung am Mittwochabend dazu, angesichts des von Russland begonnen Krieges in der Ukraine über ein mögliches Schieß-Szenario nachzudenken. Würde Gauck, der auch mal als Pfarrer gearbeitet hat, bei einem Angriff auf Berlin zur Waffe greifen?

Gaucks Antwort: „Ich würde mir wünschen, es nicht tun zu müssen“, betonte der Altbundespräsident, „aber in einem solchen Fall würde ich es tun.“ Als Begründung führte der 82-Jährige weiter aus:

Gauck wolle nicht vor einem „Gewissenlosen“ kapitulieren, machte der Theologe deutlich. Der Politiker grenzte sich auch ab von Forderungen nach einem Waffenstillstand in der Ukraine und Verhandlungen mit Russland, wie sie etwa der Philosoph Richard David Precht und die Schriftstellerin Juli Zeh erhoben hatten.

Lesen Sie auch: Wie Lanz und Precht zweimal das gleiche Gespräch führten

Er sei „dezidiert“ anderer Meinung, so Gauck. Man könne den Ukrainern nicht vorschreiben, wie sie sich verhalten sollten, betonte der Ex-Bundespräsident. Ihm fehle dabei auch sowohl die „Perspektive der Opfer“ als auch eine „Zielperspektive“.

Für ihn gebe es im Ukraine-Krieg eine „Konstellation“, die so „klar wie selten zuvor“ sei, schilderte Gauck. Er unterstrich: „Es gibt ein Schwarz und ein Weiß. Es gibt hier einen Aggressor und es gibt ein Opfer. (…) So zu tun, als würden wir äquidistant zwischen diesen beiden Parteien stehen – das ist eine ganz schlimme Verzerrung unserer Wahrnehmung.“

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