Osnabrück  Sechs Konzerte beim Orgelsommer 2022 in Osnabrück

Jan Kampmeier
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Von Jan Kampmeier
| 13.07.2022 18:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Organisten im Korpus der fast deinstallierten Orgel von St. Katharien: (unten von links) Godehard Nadler, Carsten Zündorf und Christian Joppich sowie (oben) Balthasar Baumgartner. Foto: Swaantje Hehmann
Organisten im Korpus der fast deinstallierten Orgel von St. Katharien: (unten von links) Godehard Nadler, Carsten Zündorf und Christian Joppich sowie (oben) Balthasar Baumgartner. Foto: Swaantje Hehmann
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Wenn im Sommer fast der gesamte Musikbetrieb ruht, halten die Organisten wie jedes Jahr die Stellung und laden ein zum beliebten Osnabrücker Orgelsommer: diesmal sechs Konzerte in vier Kirchen, immer dienstags um 20.15 Uhr.

Zwei Orgeln weniger, ein Konzert mehr. So könnte man die wichtigsten Änderungen des Osnabrücker Orgelsommers zusammenfassen, der kommenden Dienstag beginnt. Die Ott-Orgel in St. Katharinen ist verkauft und abgebaut, wie auf dem Foto zu sehen: Die Organisten des ökumenischen Kantorenkonvents stehen als „Ersatzpfeifen“ im leeren Gehäuse. Und auch in St. Johann wird die Orgel unter Verwendung des historischen Materials neu gebaut und ist derzeit nicht einsatzbereit. Dennoch sind diesmal sechs statt wie bisher fünf Konzerte zu hören.

Carsten Zündorf, der am 19. Juli den Reigen beginnt, hat sich für eine Orgel entschieden, die man als Konzert-Instrument im Grunde noch gar nicht kennt: die Hillebrand-Orgel der Markuskirche. Sie ist mit 19 Registern zwar deutlich kleiner als die anderen Orgeln, aber immerhin erst vor einigen Jahren überholt und instand gesetzt worden und für ein barockes Programm durchaus tauglich. Sein Programm mit Werken von Bach und den Hauptvertretern des Norddeutschen „Stylus Fantasticus hat er unter das Motto „Christe qui lux es et dies“ gestellt: „Christus, du bist Licht und Tag“.

Gleich zweimal kommt die Orgel in St. Joseph zum Einsatz. Godehard Nadler setzt einen Schwerpunkt auf spätromantische französische und englische Musik, Martin Tigges bleibt in der Woche darauf im barocken und romantischen Deutschland und unternimmt mit Girolamo Frescobaldi nur einen Abstecher nach Italien.

Auch die Domorgel wird zweimal erklingen: Wolfgang Abendroth, Organist in Düsseldorf, beginnt mit Bach, Scarlatti und Vivaldi im Barock und endet mit Jürg Bauer (fast) in der Gegenwart, Christian Joppich widmet sich der französischen Orgelschule und spielt Vierne, Widor, Weitz und den diesjährigen Jubilar César Franck, den Joppich vor einigen Jahren mal als seinen „Leib- und Magenkomponisten“ bezeichnet hat.

Schließlich beendet Balthasar Baumgartner den Orgelsommer in St. Marien mit einem der Flentrop-Orgel angemessenen Barockprogramm, aber auch mit Werken von Mendelssohn und Hindemith sowie mit der brandneuen „Toccata for Ukraine“ von Matthias Nagel.

Der Eintritt zu den Konzerten ist wie immer frei, es wird aber um Spenden gebeten. Im vergangenen Jahr kamen etwa 7000 Euro für die Kirchenmusik einer vom Hochwasser an der Ahr beschädigten Kirche zusammen.

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