Osnabrück  Jetzt feuert auch noch der schwache Euro die Inflation an

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 13.07.2022 16:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Im Juni hat sich die Inflation etwas abgeschwächt. Ein schnelles Ende hoher Teuerungsraten ist aber nicht in Sicht. Foto: Fabian Sommer/dpa
Im Juni hat sich die Inflation etwas abgeschwächt. Ein schnelles Ende hoher Teuerungsraten ist aber nicht in Sicht. Foto: Fabian Sommer/dpa
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Der Tankrabatt und das 9-Euro-Ticket drücken die Inflation – nachhaltig ist das aber nicht. Überhaupt muss die Politik einen Weg finden, die Folgen der Teuerung insbesondere für einkommensschwache Haushalte noch mehr abzufedern.

Für Verbraucher gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Gute ist: Die Inflationsrate in Deutschland hat sich im Juni etwas abgeschwächt. Die Schlechte ist: ‭ Dies wird nicht von langer Dauer sein. Denn staatliche Maßnahmen wie das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt werden nicht ausreichen, um die drastischen Preiserhöhungen langfristig auszubremsen. Im Gegenteil: Ihre Effekte werden nach Ablauf der Subventionen verpuffen.

Zumal nun auch noch der Euro auf den Stand des US-Dollars gefallen ist, was die Inflation weiter anfachen wird. Nach Deutschland eingeführte Waren werden dadurch teurer. Verbraucher müssen bei einem sinkenden Eurokurs also noch tiefer in die Tasche greifen, um ihre Lebenshaltungskosten zu stemmen. Es ist zum Verrücktwerden.

Dabei kann die Politik gegen die Inflation selbst sowieso wenig bis gar nichts ausrichten. Das können nur die Zentralbanken und selbst die in Zeiten von gestörten Lieferketten nur begrenzt. Die Bundesregierung muss sich deshalb darauf konzentrieren, die Inflationsfolgen zielgenau abzufedern. Das heißt: Statt mit dem Gießkannenprinzip vorzugehen, muss vor allem den Menschen schnell geholfen werden, die durch höhere Preise in Existenznot geraten.

Dies passiert noch immer nicht im ausreichenden Maße. Studien zufolge mildern zwar die Entlastungspakete die Inflationsbelastung, was erfreulich ist. Nur sind Menschen mit geringem Einkommen selbst nach den finanziellen Hilfen noch immer deutlich am stärksten von den steigenden Preisen betroffen. Und viel zu viele Menschen fallen ganz durch das Raster und erhalten wichtige Leistungen wie die Energiepauschale gar nicht, obwohl sie diese dringend benötigen würden.

Es gilt also, exakt nachzujustieren, erst recht, wenn die Teuerung weiter anzieht. Denn Fakt ist: Auch ein starker Staat übernimmt sich, wenn er seine Kräfte nicht konzentriert.

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