Krieg in Europa Die Zeit ist reif für Kompromisse
Im Krieg in Europa gibt es nur Verlierer. Wie lange soll das noch so weiter gehen?
Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine ist ein Verbrechen. Das ändert aber nichts daran, dass Russland trotz der Verluste weiter über eine der stärksten Armeen der Welt verfügt. Längst ist aus dem seit 2014 andauernden Bürgerkrieg eine gigantische Materialschlacht zwischen West und Ost geworden – mit Zehntausenden Toten, unzähligen zerstörten Wohnungen, Schulen und Fabriken sowie Millionen von Flüchtlingen. Ist die Zeit nicht längst reif für Kompromisse?
Bislang lautete das Ziel, möglichst große Teile der Ukraine zu verteidigen, um Putin einen Waffenstillstand abzuringen. Wenn die ukrainische Führung aber meint, der Süden und Osten des Landes sollten um jeden Preis befreit werden, dann ist das zwar ihr gutes Recht. Doch da sollte Deutschland nicht als Waffenlieferant und Geldgeber mitmarschieren.
Die Bundesregierung darf sich nicht länger selbst täuschen. Die Sanktionen des Westens stoppen nicht Putin, sondern schaden vor allem Westeuropa. Deutschland sollte seinen amerikanischen Freunden klarmachen, dass ein langjähriger Stellvertreterkrieg nicht im Interesse der EU ist. Zudem sollte der Kanzler beachten: Putin ist ein Despot, aber leider kein Dummkopf. Biden ist ein Demokrat, aber leider kein Stratege. Jetzt scheint der US-Präsident den Westen in einen neuen Kalten Krieg manövrieren zu wollen.
Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de