Mehr arme Menschen Krieg in der Ukraine schlägt auf Statistik im Landkreis Leer durch
Eigentlich sank die Zahl der Langzeitarbeitslosen seit dem vergangenen Jahr deutlich. Doch das ändert sich jetzt gerade.
Leer - Ohne den Krieg in der Ukraine hätte der Leiter des Jobcenters Zentrum für Arbeit, Michael Kläsener, wohl durchweg positive Zahlen vorlegen können. Im Ausschuss für Arbeit, Soziales und Gesundheit musste er vorige Woche aber von einer steigenden Zahl von Bedarfsgemeinschaften berichten, die Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld 2 bekommen.
Was und warum
Darum geht es: In der ersten Jahreshälfte lag die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Landkreis Leer deutlich niedriger als 2020 und 2021. Das ändert sich jetzt.
Vor allem interessant für: Menschen im Landkreis Leer
Deshalb berichten wir: Die Daten wurden aktuell vom Zentrum für Arbeit vorgestellt. Die Autorin erreichen Sie unter: k.lueppen@zgo.de
Deren Zahl war zuletzt merklich zurückgegangen. Hatte das Zentrum für Arbeit im Juni 2020 noch 2817 Langzeitarbeitslose und 4914 Menschen in Bedarfsgemeinschaften in der Statistik, waren es im Juni 2021 nur noch 1785 und 4793. Im Juni dieses Jahres war die Zahl immer noch niedriger als in den beiden Vorjahren, nämlich 2698 Arbeitslose – aber im Mai waren es noch 70 weniger. Im Juni betrug die Zahl für die Bedarfsgemeinschaften 4724, im Mai noch 4488. „Diese Zahl wird nun deutlich steigen“, vermutet Kläsener.
Geflüchtete haben Anspruch auf Leistungen
Denn mit Beginn des Monats Juni zählen Flüchtlinge aus der Ukraine, die keine eigenen Einkünfte mehr haben, zum Kundenkreis des Jobcenters. Sie erhalten nach dem Beschluss der Bundesregierung keine Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, sondern haben Anspruch auf Arbeitslosengeld 2 und sind somit finanziell besser gestellt als Geflüchtete aus anderen Ländern, die einen Asylantrag stellen. Pro Woche kommen rund 50 von ihnen in Leer an.
Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Leer rückläufig. Kläsener nannte dazu Zahlen aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Demnach lag die Arbeitslosenquote für die Agentur für Arbeit im Juni bei 1,9 Prozent, die Quote für Langzeitarbeitslose, also die Kunden des ZfA, bei drei Prozent. Zum Vergleich: Im Landkreis Aurich lag die Quote der Langzeitarbeitslosen im Juni bei 3,7 Prozent, in Emden bei 6,4 Prozent.