Tagung der Feuerwehren Handlungsfähig und flexibel durch die Krise
Nach dreijähriger Corona-Pause fand in Bunde wieder eine Delegiertentagung des Kreisfeuerwehrverbandes Leer statt. Thema war auch das „40 Millionen-Paket“ für den Katastrophenschutz.
Bunde - Rückschau zu halten, nach vorne zu blicken und Dank auszusprechen sind wesentliche Bestandteile der Delegiertentagung des als eingetragener Verein rechtlich selbstständigen Kreisfeuerwehrverbandes Leer, zu dessen Aufgaben vor allem die Interessenvertretung seiner Mitglieder gehört. Im Landkreis Leer sind es fast 4300 Erwachsene und Jugendliche sowie Altersmitglieder.
Etwa 150 Delegierte der 67 Feuerwehren des Landkreises Leer trafen sich Freitagabend in der Dorfgemeinschaftsanlage in Bunde nach drei Jahren Pause zur 69. Delegiertentagung. „Der Vorstand freut sich sehr, endlich auch die lange überfälligen Ehrungen und Beförderungen vornehmen zu können“, sagte Kreisbrandmeister Johann Waten aus Hesel als Vorsitzender des Verbandes.
Trotz Corona: Feuerwehren zu jeder Zeit einsatzbereit
Zuvor blickte er auf die vergangenen drei Jahre zurück und erwähnte auch die Corona-Pandemie. Zwar seien die Feuerwehren zu jeder Zeit einsatzbereit gewesen und hätten die Einsätze fast wie immer professionell abgearbeitet und den Mitmenschen in Notlagen und Gefahr geholfen. „Wir haben uns in der elementarsten Krise der Nachkriegszeit dank des verantwortungsvollen Verhaltens der Kameradinnen und Kameraden als schnell handlungsfähig und sehr flexibel erwiesen. Doch auf der anderen Seite sei unter anderem die Ausbildung gar nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich gewesen. Angesichts der steigenden Anzahl von Quereinsteigern sei es für die Führungskräfte wichtig, auch mit diesen „Neuen“ ohne Erfahrung in der Jugendfeuerwehr die besondere Bindung mit dem Gefühl der Geborgenheit und des Respekts aufzubauen.
Lobende Worte gab es für das von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius auf den Weg gebrachte „40 Millionen-Paket“ für den Katastrophenschutz. Durch eine Änderung des Katastrophenschutzgesetzes seien die Feuerwehren seit dem 1. Januar 2022 zudem nicht mehr der Polizeidirektion unterstellt, sondern dem neuen Niedersächsischen Landesamt für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK). Mit dem neuen Amt müssten rechtzeitig einige Themen besprochen werden, sagte Waten. Dazu gehöre unbedingt die Feuerwehrschule in Loy bei Oldenburg. „Wir brauchen den Standort Loy.“ Landwirte, Selbstständige und junge Mütter könnten als ehrenamtliche Helfer nicht einfach nach Celle zur Ausbildung fahren, „für sie ist es zwingend, abends wieder zu Hause zu sein“. Kritisiert wurde ebenfalls eine weiter zunehmende Bürokratie und Regulierungswut, gerade im Hinblick auf das Ehrenamt.