Berlin  Bericht: Brandgutachten soll Kegelbrüder auf Mallorca schwer belasten

Jakob Patzke
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Von Jakob Patzke
| 09.07.2022 12:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Am 20. Mai brannte auf der spanischen Insel die Bar „Why Not“ ab. Foto: dpa/Clara Margais
Am 20. Mai brannte auf der spanischen Insel die Bar „Why Not“ ab. Foto: dpa/Clara Margais
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Erst kürzlich hatte ein spanischer Richter eine vorzeitige Freilassung der auf Mallorca inhaftierten Kegelbrüder abgelehnt. Es scheint nicht der einzige Rückschlag für die 13 Männer zu sein. Ein Brandgutachten soll die Deutschen schwer belasten.

Der Gruppe wird vorgeworfen, am 20. Mai vom Balkon ihres Hotelzimmers in Mallorca aus eine anliegende Bar in Brand gesetzt zu haben. Bislang wurden fünf der Männer freigelassen, acht sitzen noch immer im Gefängnis auf der spanischen Insel.

Am 8. Juni erstellte die spanische Kriminalpolizei ein Brandgutachten, dass jetzt der „Bild“ nach eigenen Angaben exklusiv vorliegenden soll. Entscheidend sei demnach der Punkt 5.2, der sich mit der Entzündungsquelle beschäftigt. „Wahrscheinlich produziert durch den Wurf eines brennbaren, zuvor entzündeten Elements, wie es eine Zigarette oder Ähnliches sein kann“, heißt es in dem Dokument.

Zudem geht aus dem Bericht hervor, dass die linke hintere Terrassen-Ecke der abgebrannten Bar am stärksten betroffen sei – exakt darüber soll sich der Balkon befinden, auf dem Zeugen die 13 Männer im Mai gesehen haben wollen.

Ob der Brand fahrlässig oder unter Vorsatz gelegt wurde, kann das Gutachten nicht klären. „Die individuelle Verantwortung jedes einzelnen der Beschuldigten kann nicht bestimmt werden, da keine Indizien gefunden wurden, die einem von ihnen zuzurechnen wären“, heißt es entsprechend in dem Bericht.

Die Polizei geht allerdings davon aus, dass sich die verbliebenen acht Kegelbrüder auf dem Balkon befunden haben, als das Feuer entstand. Daher gelte für sie nicht die Unschuldsvermutung. „Wer seine Unschuld nicht bezeugt, der akzeptiert damit seine Schuld oder Mitschuld“, erklärte ein spanischer Justiziar gegenüber der „Bild“. Sofern sie weiter schweigen, werde dies als Schuldeingeständnis eingestuft.

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