Kliniken im Kreis Cloppenburg Staatssekretär zur Zukunft der Krankenhäuser im Kreis Cloppenburg
Die Landtagsabgeordneten Christoph Eilers und Karl-Heinz Bley (beide CDU) hatten Vertreter des Landkreises Cloppenburg und der Kliniken zum Austausch eingeladen. Weitere Gespräche sollen folgen.
Cloppenburg - Über die Situation der Krankenhäuser im Landkreis Cloppenburg haben sich Vertreter der Standorte Cloppenburg, Friesoythe und Vechta mit Staatssekretär Heiger Scholz, der Kreisverwaltung sowie den Landtagsabgeordneten Christoph Eilers und Karl-Heinz Bley (beide CDU) ausgetauscht. Hintergrund war das neue Krankenhausgesetz, das acht Gebiete und drei Versorgungsstufen vorsieht.
„Wir wollen keine Krankenhäuser schließen“, erklärte der Staatssekretär im Nachgang. Einzige Gründe für eine Schließung seien fehlende Wirtschaftlichkeit oder gravierende Qualitätsprobleme. Die drei Häuser im Landkreis seien „unterschiedlich aufgestellt und funktionieren gut“. Scholz riet allerdings auch zu einer Kooperation sowie zu Spezialisierungen der Kliniken.
Nachwuchsmangel bei Ärzten und Pflegekräften
„Eines der größten Probleme ist der fehlende Nachwuchs bei den Ärzten und beim Pflegepersonal.“ Hier könne man zum Beispiel gemeinsam an einem Ärztepool arbeiten. Es gehe auch nicht mehr darum, so schnell wie möglich in ein Krankenhaus zu kommen, sondern um die bestmögliche Behandlungsmöglichkeit für den jeweiligen Fall.
Die mehrmals verschobene Entscheidung zur beantragten Neurologie in Cloppenburg verteidigte Scholz: „Andere Entscheidungen in Lingen und Leer waren für uns dringender.“ Da es daraufhin acht Klagen gab, wolle man nun die Gerichtsverfahren abwarten. Eine Entscheidung hätte deshalb gar keine Wirkung gehabt. „Das könnte sich noch fünf bis zehn Jahre hinziehen“, so Scholz.
Grüne für flächendeckende Geburtshilfe
Eilers hielt dagegen: „Wir hätten uns dennoch jetzt schon eine Entscheidung erwartet und halten dafür weiter die Fahne hoch.“ Eine Kommunalisierung, wie von der SPD gefordert, hält der CDU-Landtagsabgeordnete derweil nicht für zielführend, Kooperationen seien der bessere Weg. Scholz sieht darin nur einen Vorteil, wenn mehrere Häuser zusammengeführt werden sollen. Nach Angaben von Bley würde die Kommune schon eine große finanzielle Unterstützung leisten. Er sprach sich zudem nochmals für den Erhalt der drei Standorte aus: „Wir müssen alles Mögliche dafür tun.“ Weitere Gespräche seien geplant.
Unterdessen fordert der Cloppenburger Kreisverband der Grünen eine flächendeckende und jederzeit verfügbare Geburtenhilfe: „Eine Geburtsabteilung nach der anderen gerät in Personalnot und muss die Arbeit einschränken. Ein deutschlandweites Problem, das vor allem auf Bundes- und Landesebene gelöst werden muss.“
Konflikte vorprogrammiert
Geburten dürften nicht mit Festpreisen vergütet werden: „Sie brauchen viel Zeit, geduldiges Warten, Zuspruch, fachkundige Beobachtung und zurückhaltende Unterstützung.“ Die hohen Personalvorhaltekosten seien durch die Fallpauschalen nicht voll gedeckt. Zudem würden die Leitlinien eine 1:1-Betreuung von Geburten flächendeckend vorschreiben. Davon sei Deutschland weit entfernt.
Zudem sei auch die freie Berufsausübung in Kliniken stark eingeschränkt: „Hebammen arbeiten dort noch immer unter ärztlicher Leitung, obwohl sie normale Geburten eigenständig begleiten dürfen.“ Da Hebammen und Ärztinnen grundverschieden arbeiten, seien Konflikte vorprogrammiert. Hebammen-Kreißsäle würden dem Rechnung tragen, wobei Ärzte und Ärztinnen bei einer normalen Geburt erst dann einbezogen werden, wenn es Probleme gibt. „Sie tragen zu einer höheren Autonomie und Berufszufriedenheit bei“, so die Grünen. Solche Kreißsäle seien auch hier vor Ort umsetzbar. Ihre Förderung stehe im Ampel-Koalitionsvertrag.
Hebammen seien bei einer Geburt unersetzbar: „Wir müssen sie schützen und ihnen die Rahmenbedingungen geben, die für eine verantwortungsvolle Arbeit erforderlich sind.“ Man brauche ein Bündnis aller Verantwortlichen auf allen Ebenen, das Probleme gleichzeitig angeht und löst. „Lokales Herumdoktern ist zum Scheitern verurteilt.