Energiepreise der EWE  Gas und Strom kosten 400 Euro mehr – pro Monat

| | 07.07.2022 16:53 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Verbraucher müssen mit heftigen Nachzahlungen für Erdgas rechnen. Foto: Weißbrod/dpa
Verbraucher müssen mit heftigen Nachzahlungen für Erdgas rechnen. Foto: Weißbrod/dpa
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Langsam zeichnet sich ab, wie hart die Verbraucher von den steigenden Energiekosten getroffen werden. EWE-Chef Dohler hat jetzt die Karten auf den Tisch gelegt.

Oldenburg/Ostfriesland - Wer bisher noch keine Vorstellung davon hatte, wie stark die Preise für Gas und Strom tatsächlich steigen, wird in Kürze mit unangenehmen Zahlen konfrontiert werden. Betroffen sind zunächst einmal die Kunden des Oldenburger Energiedienstleisters EWE. Deren Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler hat am Donnerstag die Mehrkosten für einen Vier-Personen-Haushalt auf 300 bis 400 Euro pro Monat im Vergleich zum Vorjahr beziffert. Zuerst hatte der NDR darüber berichtet.

Auf Nachfrage unserer Redaktion schlüsselte die EWE die Mehrkosten auf: „Grobe Schätzung von Herrn Dohler war, dass Haushalte doppelt so viel für Strom und den dreifachen Preis für Gas zu zahlen haben, jeweils im Vergleich zum Vorjahr“, teilte die Pressestelle mit. EWE betonte aber, dass die Zahlen noch nicht die offizielle Preisanpassung zum Oktober widerspiegelten. „Es handelt sich um eine grundsätzliche Einschätzung der Preisentwicklung in Deutschland und ist nicht konkret auf EWE bezogen“, hieß es aus Oldenburg.

Nächste Erhöhung in wenigen Wochen

Dennoch ist damit zu rechnen, dass EWE schon in wenigen Wochen eine erneute Preiserhöhung verkünden dürfte. In diesem Jahr sind die Preise stets zum jeweils nächsten Quartal „angepasst“ worden. EWE muss dies mindestens sechs Wochen vor Beginn eines neuen Quartals offiziell verkünden. Es ist also Anfang/Mitte August damit zu rechnen.

Die Strompreise steigen also um das Doppelte und die Gaspreise um das Dreifache – zumindest laut Dohler. Dennoch bleiben beispielsweise die Stadtwerke Emden auch auf mehrfache Anfrage unserer Redaktion dabei, ihre Gaspreise bis Ende dieses Jahres nicht zu erhöhen. Zur Information: Laut EWE beziehen die Stadtwerke Emden übrigens Gas von der EWE. Auch die Stadtwerke Norden und die Energiegenossenschaft Wittmund bekommen nach Auskunft der Oldenburger Gas von der EWE.

Emden nicht auskunftsfreudig

Die Stadtwerke Emden stehen zurzeit bekanntlich ohne Geschäftsführer da. Und auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Emden, Oberbürgermeister Tim Kruithoff, wollte unsere Fragen zur künftigen Preisgestaltung des Unternehmens nicht beantworten – mit dem Hinweis, das seien „Fragen zum operativen Geschäft“.

Die Stadtwerke Emden legen sogar noch einmal nach. In ihrem aktuellen Kundenmagazin heißt es schon auf der Titelseite: „Wir drücken die Emder Strompreisbremse.“ Als Bestandskunde kann man sich jetzt im Juli bis Ende des Jahres 2023 einen Festpreis für Strom sichern, der laut Stadtwerke Emden „rund 10 Prozent unter dem aktuellen Marktpreis in den gängigen Vergleichsportalen“ liegt.

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