Mallorca  Kegelbrüder auf Mallorca weiter in Haft – Richter fühlt sich „verhöhnt“

Torben Kessen
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Von Torben Kessen
| 07.07.2022 09:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Rauchsäule auf Mallorca war am 20. Mai auch vom Strand aus zu sehen. Foto: dpa/5vision
Die Rauchsäule auf Mallorca war am 20. Mai auch vom Strand aus zu sehen. Foto: dpa/5vision
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Die inhaftierten Kegelbrüder auf Mallorca haben der spanischen Justiz eine Bürgschaft in Höhe von 500.000 Euro angeboten, wovon der Richter sich „verhöhnt“ fühlte. Der Anwalt will zu einer höheren Instanz ziehen.

Noch immer sitzen acht der 13 Kegelbrüder, die der Brandstiftung bezichtigt werden, auf Mallorca im Gefängnis. Ihre Hoffnung, noch im Juli freizukommen, schwindet jetzt offenbar: Laut einem „Bild“-Bericht lehnte der zuständige Richter am 28. Juni die Freilassung aufgrund maximaler Fluchtgefahr ab. Ein Angebot der Eltern, für ihre Kinder mit insgesamt 500.000 Euro zu bürgen, soll der Richter „eine echte Verhöhnung der Justiz“ genannt haben.

Der Verteidiger der Beschuldigten, Raban Funk, bestätigt die Entscheidung des Richters: „Wir haben den Fall der nächsthöheren Instanz vorgelegt.“ Ein Problem sei gewesen, dass die 500.000 Euro zunächst nur als Bürgschaft angeboten wurden. Der als eher streng bekannte Richter habe sich dadurch verhöhnt gefühlt.

Als Reaktion darauf hätten die Anwälte am Montag (4. Juli) 500.000 Euro als Solidarhaftung auf ein Treuhandkonto der spanischen Justiz überwiesen. Dem Bericht zufolge sei das Geld am Mittwoch aber noch nicht eingegangen. „Es ist ein internationaler Geldtransfer, ich kann nicht sagen, wie lange das dauert“, kommentiert Funk.

Sicher ist trotz der Solidarhaftung noch nicht, ob die Kegelbrüder auf Kaution freigelassen werden. „Wir erhoffen uns aber eine positive Auswirkung auf die Haftfrage“, sagt Funk. Die Entscheidung darüber könne erst in einer erneuten Anhörung getroffen werden.

Dem Kegelclub aus Münster wird vorgeworfen, am 20. Mai vom Balkon ihres Hotelzimmer aus die nahe gelegene Bar „Why not Mallorca“ in Brand gesetzt zu haben. Die Beschuldigten bestreiten die Vorwürfe, vier der 13 Kegelbrüder waren bereits am 7. Juni gegen eine Kaution von je 12.000 Euro aus dem Gefängnis entlassen worden.

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