Hamburg So geheim sind die Sicherheitsmaßnahmen zur Lindner-Hochzeit auf Sylt
Weil Kanzler Scholz zur Hochzeit nach Sylt kommt, gibt es dort verstärkte Sicherheitsmaßnahmen. Welche das sind und womit Einheimische und Touristen rechnen müssen, will aber niemand sagen.
Christian Lindner und Olaf Scholz sind bislang nicht als enge Freunde in Erscheinung getreten. Aber zum einen weiß man es ja nie so genau, und zum anderen gehört es sich vielleicht sogar, seinen Chef zur Hochzeit einzuladen, wenn die Gästeliste ohnehin 140 Leute umfasst.
Hinzu kommt: Es ist eigentlich gar nicht so dumm, den Bundeskanzler zur Hochzeit einzuladen, Freundschaft hin oder her: Er fungiert quasi als Schutzschild gegen Paparazzi und andere Schaulustige. Denn nicht zuletzt dank der zumindest kolportierten der Anwesenheit des Bundeskanzlers Olaf Scholz ist alles wahnsinnig geheim und heißt es überall auf Nachfrage: Kein Kommentar.
Dabei wüssten vermutlich nicht nur sensationslüsterne Touristen, sondern auch ganz normale Sylter gerne, was sie zum Hochzeits-Marathon des Finanzministers Christian Lindner mit der Journalistin Franca Lehfeldt zwischen Donnerstag und Sonntag auf ihrer Insel erwartet.
Eine vielleicht partiell gesperrte L24, Sprengstoffspürhunde in Keitum, Scharfschützen in den Dünen vor der Sansibar: Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt, seit die Hochzeit näher rückt. Doch das Bundeskriminalamt, das mit seiner Sicherungsgruppe für den Personenschutz von Ministern und Kanzler zuständig ist, winkt ab: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir dabei zu taktischen Maßnahmen keine Auskunft geben.“ Auch die Landespolizei gibt sich zwar freundlich, aber zugeknöpft – keine Auskunft etwa zu möglicherweise gesperrten Straßen oder vermehrten Kontrollen.
Dabei muss man nicht einmal voyeuristisches Interesse mitbringen, sondern schlicht und einfach am Freitag oder Samstag zur Arbeit wollen, um sich dafür zu interessieren, was auf Sylt so vor sich geht. Taktische Einzelheiten erwartet dabei wohl kaum jemand – aber eine Warnung, dass es möglicherweise zu Beeinträchtigungen kommen kann, wenn die Hochzeitsgesellschaft mindestens drei Tage von Ort zu Ort zieht, um Standesamt, Polterabend und Kirchliche Trauung zu feiern, wäre durchaus willkommen.
Immerhin das FDP-geführte Verkehrsministerium gibt Auskunft auf unsere Nachfrage: „Für den genannten Zeitraum ist kein temporäres Flugbeschränkungsgebiet über der Insel Sylt verfügt. Bisher liegen auch keine Anträge auf Einrichtung eines temporären Flugbeschränkungsgebiets vor“. Das immerhin ist ja schonmal was: Während des G7-Gipfels auf Gut Weissenhaus hatte es ein solches Flugbeschränkungsgebiet gegeben. Nun ist eine Finanzministerhochzeit, so glamourös sie auch sein mag, aber eben auch kein Gipfeltreffen – und der Kanzler dort ohnehin Privatgast.
Womit genau zu rechnen ist, bleibt zwar weiterhin unklar. Auch die Bahn möchte sich nicht äußern, ob am Hindenburgdamm verstärkte Kontrollen stattfinden und verweist auf das BKA, das natürlich nichts sagt, siehe oben.
So bleibt uns nur: Sorry, liebe Sylter, wir haben’s versucht. Fahrt also einfach vorsichtshalber früher los, wenn Ihr feste Termine habt. Den Rest werden wir sehen.