Rüspel  Neues vom Kliemannsland: So soll es jetzt weitergehen

Dirk Fisser, Ankea Janßen
|
Von Dirk Fisser, Ankea Janßen
| 04.07.2022 13:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Das Kliemannsland versucht nach den Vorwürfen gegen Gründer Fynn Kliemann den Neuanfang. Foto: Ankea Janßen
Das Kliemannsland versucht nach den Vorwürfen gegen Gründer Fynn Kliemann den Neuanfang. Foto: Ankea Janßen
Artikel teilen:

Fynn Kliemanns Masken-Skandal beschäftigt auch das Kliemannsland in Niedersachsen. Jetzt haben die Macher einen Plan geschmiedet, wie es mit dem Kreativhof in Rüspel weitergehen soll.

Was wird aus dem Kliemannsland? Seitdem das „ZDF Magazin Royale“ Vorwürfe gegen Fynn Kliemann (34) und seine Corona-Maskengeschäfte öffentlich erhoben hat, bangt der Kreativhof im niedersächsischen Rüspel um seine Existenz.

Heimwerker-Influencer Fynn Kliemann hatte das drei Hektar große Grundstück 2016 gekauft. Bis Juli 2020 wurde hier die gleichnamige Webserie für den NDR produziert. Das Kliemannsland sei „der erste, beste und freiste Staat der Welt“, heißt es wenig bescheiden auf der Webseite.

Und dieser Ort soll künftig niemandem mehr vorenthalten werden: Im neusten Youtube-Video des Kliemannslandes heißt es, man wolle ab sofort jedes Wochenende die Türen öffnen.

Zu Beginn des 17-minütigen Beitrags verweisen die Macher aber zunächst auf die Werte, für die sie einstehen wollen, nämlich „Transparenz, Ehrlichkeit und ein fairer Umgang miteinander“. Außerdem äußern sie sich sich erneut zu den Vorwürfen rund um ihren Gründungsvater Fynn Kliemann: „Wir sehen, dass wir dafür kritisiert werden, eng mit Fynn verbunden zu sein und nehmen die Vorwürfe ihm gegenüber sehr ernst.“

Jedoch habe der 34-Jährige „viele dieser Vorwürfe auf seiner Webseite durch Fakten und Nachweise bereits widerlegt“ und für den Rest in einer Entschuldigung Verantwortung übernommen, um Verzeihung gebeten und Maßnahmen ergriffen.

„Vorverurteilungen und vorschnelle Entscheidungen helfen bei der Aufklärung nicht und wir werden uns an ihnen nicht beteiligen“, heißt es weiter. Man sei der Überzeugung, dass alle Menschen Fehler machen und „dass man ein Verhalten kritisieren kann, ohne sich von einer Person gänzlich abzuwenden. Nur so können sich Menschen weiterentwickeln.“

Bis zur vollständigen Aufklärung werde sich Fynn Kliemann „aus allen Aktivitäten zurückziehen“, schreiben die Kliemänner. Außerdem werden versöhnliche Worte angestimmt: „Für die unangemessene Äußerung in unserem letzten Video wollen wir öffentlich um Verzeihung bitten. Emotionalität hin oder her. Diese Art ist keine, für die das Kliemannsland steht.“

Unter dem Video „Das Kliemannsland hat sich von Fynn Kliemann distanziert“, kritisieren zahlreiche User, dass sich darin über das Aussehen des Youtubers „Parabelritter“ (Alexander Prinz) lustig gemacht wird. „Bei euch kann jeder sein, wie er will, aber der Parabelritter wird aufgrund seines Aussehens beleidigt. Ihr seid mal ein paar Helden“, lautet ein Kommentar.

Die Beschäftigten des Kliemannslandes beschäftigen existenzielle Sorgen: Zahlreiche Kooperationspartner, darunter Berentzen, EWE oder die Baumarkt-Kette toom haben die Zusammenarbeit mit dem Kliemannsland beendet, um sich von Fynn Kliemann und seinen offenbar nicht einwandfreien Maskengeschäften zu distanzieren. Für den Hof ist das ein Desaster: Zwischen 30 und 40 Menschen arbeiten dort.

Um künftig wieder Einnahmen in die Kliemannsland-Kasse fließen zu lassen, will man nun offensichtlich von den Erfahrungen vom Tag der offenen Tür am 25. Juni 2022 lernen und auf die hungrigen und durstigen Fans des Kreativhofs setzen. „Wir haben gemerkt, dass wir genau das mit dem Kliemannsland machen müssen: Wir machen einfach die Tür auf“, sagt Social Media Manager Brian im Video. Fast 3000 Menschen haben das Gelände laut eigenen Aussagen Ende Juni besucht.

Das Kliemannsland gleicht einem Abenteuer-Spielplatz für Erwachsene: Allerlei zusammengeschweißte Gerätschaften stehen herum, an denen Besucher herumturnen können. Es gibt das Café „Zum Dübel“ samt Mittagstisch und einen kleinen Shop mit Kleidung von Fynn Kliemanns Modemarke „ODERSO“. Außerdem gibt es einen Festsaal, der vor allem vom ortsansässigen Schützenverein genutzt wird und in dem Hochzeiten, Geburtstage oder Konzerte stattfinden können..

„Ne gute Zeit haben“, das ist es, für was das Kliemannsland wieder stehen will und kündigt im Video zahlreiche neue Spielgeräte an. In allerlei Ausführlichkeit wird der Entstehungsprozess einer Kegelbahn dokumentiert. „Kommt vorbei, nutzt den Platz, spielt mit den Sachen, die wir hier haben, habt ne geile Zeit. Darum gehts hier!“, so Brian. Abzuwarten bleibt, ob dieser Plan finanziell aufgeht.

Ähnliche Artikel