Hamburg Und alle vier Minuten nerven der Chef oder die Kollegen
Nachrichten vom Chef, Memes von der Kollegin und ständig eine neue Mail: Statistisch gesehen hast Du nur vier Minuten Zeit zum Arbeiten, bis Du wieder abgelenkt wirst.
In diesem Artikel erfährst Du:
„Wo gehen wir später essen?“, „Kannst Du mir kurz die Telefonnummer von dem soundso schicken?“, „Hast Du meine Mail schon gesehen? Hab ich Dir vor zwei Minuten geschickt.“
In einem Büro geht es manchmal zu wie in einem Wespennest: Ständig ist etwas in Bewegung, ein konstanter Geräuschpegel gehört dazu. Türen schlagen, Kollegen telefonieren und ständig ploppt eine neue Slack- oder Teamsnachricht auf. Wie soll man da nur arbeiten? Die Antwort: Nicht so produktiv – und das ist nicht Deine Schuld.
Das hat der Thinktank Next Work Innovation herausgefunden. Für ihre Studie haben sie 600 sogenannte „Wissensmitarbeiter“ (Menschen mit Bürotätigkeiten) Tagebuch führen lassen, wie oft und wodurch sie bei ihrer Arbeit gestört werden. Das Ergebnis: Durchschnittlich alle vier Minuten lenkt Dich etwas von der Arbeit ab. Das addiert sich natürlich schnell: Rund drei Arbeitstage pro Monat verlierst Du nur durch kleine Störungen.
E-Mails, unwichtige Telefonate und Messenger-Dienste sind laut den Studienautoren die Hauptgründe für kurze Unterbrechungen der Tätigkeit. Multitasking sei nicht die Antwort: Die Fehlerquote liege dabei einfach zu hoch.
Nicht nur andere, sondern auch wir selbst lenken uns ab:
Da es nach jeder noch so kurzen Störung einen Moment braucht, weiterarbeiten zu können, verlängere sich dadurch die Bearbeitung von Aufgaben um rund 15 Prozent. Das ist ineffizient und frustrierend.
Wir würden gerne von Euch wissen: Wie findet Ihr eigentlich #neo? Die Umfrage ist ganz, ganz kurz, versprochen! Wenn Ihr mitmacht, helft Ihr uns aber sehr.
Ein noch größere Zeitfresser seien Online-Meetings. Wissens- und hoch qualifizierte Sachbearbeiter verbringen laut der Studie 1,5 Arbeitstage pro Woche in Meetings, von denen sie selbst rund ein Drittel für überflüssig halten.
Den wirtschaftlichen Schaden für deutsche Unternehmen durch Arbeitsunterbrechungen und unnötige Meeting beziffert der ThinkTank auf 114 Milliarden Euro im Jahr.
Ihrer Überzeugung nach könnten durch effizientere und störungsfreies Arbeiten die Produktivität in einem Umfang gestiegert werden, dass Überstunden abgebaut oder sogar eine Vier-Tage-Woche möglich wäre.
Dass Du zu unnötigen Pflichtmeeting eingeladen wirst, kannst Du nicht verhindern. Was Du hingegen kontrollieren kannst, sind Selbststörungen und (bis zu einem gewissen Grad) Störungen durch das Team.
Was Ihr als Team machen könnt, um effizienter zu arbeiten:
Wenn Du merkst, dass Du selbst beziehungsweise Dein Smartphone Deine größte Ablenkung ist, können Dir Konzentrationsapps helfen. Während einer voreingestellten Zeit kannst Du Dein Handy dann nicht benutzen, beziehungsweise wirst daran erinnert, dass Du es weglegen wolltest.