Supercup-Spiel im Ostfriesland-Stadion Wie viele Essen-Fans begleiten RWE am Freitag nach Emden?
Im Supercupspiel erwartet Ostfrieslandcup-Sieger Kickers Emden am Freitag Rot-Weiss Essen. In Essen ist die Euphorie nach dem Drittliga-Aufstieg riesig.
Emden - Viel besser hätte es für die Macher des Ostfriesland-Cups nicht laufen können. Wenn das Supercup-Spiel zwischen dem BSV Kickers Emden und Rot-Weiss Essen Freitagabend um 19.30 Uhr im Emder Ostfriesland-Stadion angepfiffen wird, stehen sich ein Regionalliga- und ein Drittliga-Aufsteiger gegenüber. Für beide Teams ist es das erste Testspiel in der Vorbereitung und für den prominenten RWE-Coach Christoph Dabrowski (zuletzt Hannover 96) das erste auf der Essener Bank. „Das ist alles ein Traum für uns. Wir freuen uns riesig, auch für die Fußballfans aus Ostfriesland“, sagt Organisator Manfred Bloem. Die Tageskassen öffnen bereits um 16 Uhr, Stehplatztickets kosten acht Euro. Um 17 Uhr findet noch ein Vorspiel zwischen den C-Juniorinnen der SG TiMoNo und Hannover 96 statt.
Selbst einige RWE-Fans fiebern dem Duell in Ostfriesland entgegen. Insgesamt sind bisher mehr als 700 Karten verkauft worden. Davon rund 100 für den Gäste-Block. Und auf der nahezu ausverkauften Sitzplatztribüne (500 Plätze) dürften auch einige Essen-Fans Platz nehmen. „Die Euphorie in Essen ist nach dem Aufstieg und vor der neuen Drittliga-Saison groß“, sagt RWE-Pressesprecher Niclas Pieper. Einige Zahlen belegen das: Zum ersten öffentlichen Training kamen vor wenigen Tagen 3000 Zuschauer – und nach einer halben Stunde hatte der Deutsche Meister von 1955 schon 6000 Dauerkarten verkauft.
Ferien starten auch am Freitag
Ob nun 200, 300 oder 400 Essener nach Emden reisen werden, konnte auch Pieper nicht voraussehen. Fakt ist, dass die RWE-Fans „positiv verrückt“ sind und am Freitag auch die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen starten. „Wir hoffen auf eine tolle Kulisse – aber auch wegen vieler Fans aus Ostfriesland“, sagt Manfred Bloem.
Sein Organisations-Kumpel Ewald Adden wird vor der Partie auf dem Rasen moderieren und dabei vom Essener Stadionsprecher Christian Ruthenbeck unterstützt – während der 90 Minuten hört man natürlich die vertraute Stimme von Gerd Krauledat. Die hören dann auch die Menschen, die nicht vor Ort sein werden, das Spiel aber im Livestream verfolgen wollen. Auf oz-online.de wird das Spiel wieder in voller Länge übertragen. Da Kommentator Hardy Kloßek verhindert ist, übernimmt der Ostfriese Kevin Sandomir diese Rolle.
Drei Tage lang in Ostfriesland
Ruthenbeck ist einer von rund 50 Personen, die zum Reise-Tross der Profimannschaft von Rot-Weiss Essen gehören. Nach vielen Anläufen hat der Verein im Mai die Rückkehr in den Profifußball geschafft, zuvor in der Regionalliga West aber schon unter Profi-Bedingungen gearbeitet. Die Mannschaft wird am Freitag um 10 Uhr in Essen trainieren und sich dann auf den Weg nach Leer machen, wo die Gruppe bis Sonntag in einem Hotel übernachtet. Nach der Emden-Partie folgt am Samstagnachmittag um 16 Uhr noch ein Freundschaftsspiel in Weener gegen eine Rheiderland-Auswahl.
Sportlich etwas mehr gefordert wird der Traditionsverein aus dem Ruhrgebiet am Freitagabend, wenngleich er auch dort Favorit ist. Mit einer eingespielten Profi-Mannschaft geht es ab 19.30 Uhr gegen den BSV Kickers, bei dem nach dem Trainingsstart am Mittwoch und einem weiteren Training am Donnerstag neben den Aufstiegshelden und Neuzugängen auch Testspieler zum Einsatz kommen werden.
Abschiedsspiel für Schiedsrichter
Das Spiel des Ostfriesland-Cup-Siegers Kickers Emden gegen RWE ist mit 1500 Euro dotiert. Siegt Emden, erhält Kickers den Betrag. Gewinnt Essen, erhalten der RSV Visquard, SV Leezdorf und die Jugend von Frisia Loga jeweils 500 Euro. All das und viele weitere Details haben Manfred Bloem und Ewald Adden organisiert, aus dem Ostfriesland-Cup-Topf auch die Antrittsgage für Essen bezahlt. „Die Ticketeinnahmen werden zwischen dem Ostfriesland-Cup und Kickers als Gastgeber aufgeteilt, das Catering bekommt Kickers“, so Bloem.
Mit dem Spiel sorgt der Leeraner auch für ein tolles Karriereende für Jan Lammers. Der Emder Schiedsrichter beendet mit 32 Jahren seine Laufbahn, war zuletzt viele Jahre Assistent in der Regionalliga und als Spielleiter in der Ober- und Landesliga aktiv.
„Mit so einem Spiel in meiner Heimatstadt Emden aufzuhören, ist einfach toll“, sagt der 32-Jährige, der im Leistungsfußball den Weg für Jüngere frei machen will. Sein Wunsch für seine letzte Begegnung ist auch ganz bescheiden: „Wenn nach den 90 Minuten keiner über den Schiedsrichter, sondern alle über ein tolles Spiel reden, wäre das ein schöner Abgang.“
Supercup mit RW Essen – Hoffnung auf mehr als 2000 Fans
Intensive Wochen für Kickers – so sieht der Vorbereitungsplan aus
Kickers-Trainingsauftakt mit elf neuen Gesichtern
Zwei Leistungsträger bleiben – Atlas-Kapitän kommt