Hamburg SPD-Politikerin fordert Oben-ohne-Schwimmen für alle
In Göttinger Bädern dürfen am Wochenende alle Menschen „oben ohne“ schwimmen. Ähnliches wünscht sich die SPD im Hamburger Bezirk Eimsbüttel.
In Hamburg soll das Baden oben ohne in Schwimmbädern ausdrücklich für alle Gäste erlaubt werden. Das teilte die SPD in Eimsbüttel mit. Die Bezirksabgeordnete Paulina Reineke-Rügge erklärte: „Für viele Menschen auch in Eimsbüttel ist das schlicht und einfach eine Frage der Gleichberechtigung“. Eine unterschiedliche Kleiderordnung für Frauen und Männer sei diskriminierend und im Jahr 2022 nicht mehr zeitgemäß.
Für die Badeordnung ist der Badbetreiber zuständig. Das ist in den meisten Fällen in Hamburg „Bäderland“, so auch in Eimsbüttel. Hier ist das Oben-Ohne-Baden für Frauen nicht ausdrücklich verboten. Dem NDR sagte Bäderland-Sprecher Michael Dietel: „Es ist so lange in Ordnung, bis sich jemand daran stößt und sich belästigt fühlt.“
Der Antrag der SPD ist Thema in der Bezirksversammlung Ende Juni.
Auslöser der Diskussion war, dass sich ein Badegast, der als Frau gelesen wird, sich im August vergangenen Jahres in einem Göttinger Hallenschwimmbad das Bikini-Oberteil auszog. Mina Berger definiert sich als nicht-binär. Das Schwimmbad sah Mina Berger jedoch als Frau und erteilte einen Verweis sowie ein Hausverbot wegen Oben-ohne-Badens.
Nach diesem Vorfall ist es jetzt seit dem 1. Mai in den Schwimmbädern in Göttingen am Wochenende erlaubt, jeder „oben ohne“ baden darf, unabhängig vom Geschlecht.
Weiterlesen: Ein Besuch im Göttinger Schwimmbad am ersten Tag der neuen Oben-ohne-Regelung