Betreuung im Kreis Leer Fast alle Kommunen müssen mehr Krippenplätze schaffen
Der Landkreis Leer legt fest, wie viele Betreuungsplätze für Kinder von null bis drei Jahre geschaffen werden sollen. Nur in drei Gemeinden bleibt das Soll gleich.
Kreis Leer - Jahr für Jahr sollen die Städte und Gemeinden im Landkreis Leer das Betreuungsangebot für Kinder zwischen null und drei Jahren ausbauen. Die besten Werte bei der Versorgung haben aktuell die Gemeinden Jemgum, Jümme und Westoverledingen, die bereits eine Quote von mehr als 40 Prozent erfüllen. Alle anderen Städte und Gemeinden müssen ihr Angebot ausbauen.
Die Quote legt fest, in welcher Größenordnung der Anspruch auf einen Krippen- oder Kindergartenplatz erfüllt werden soll. Das bedeutet, dass aktuell nicht mal die Hälfte aller Kinder im fraglichen Alter einen Krippenplatz finden würden. Spitzenreiter bei der Kleinkindbetreuung ist im Landkreis Leer die Samtgemeinde Jümme: Sie erfüllt eine Quote von 47 Prozent. Damit wird sie im kommenden Kindergartenjahr nicht vom Landkreis Leer dazu verpflichtet, ihr Angebot auszubauen. Das gleiche gilt für Jemgum (40 Prozent) und Westoverledingen (43 Prozent). Für alle anderen Städte und Gemeinden hat der Jugendhilfeausschuss in der vergangenen Woche die höheren Quoten einstimmig beschlossen.
Die Quoten für die Kommunen
Diese lauten damit: Borkum von 40 auf 43 Prozent; Bunde von 34 auf 45; Hesel von 30 auf 32; Leer von 32 auf 35; Moormerland von 30 auf 32; Ostrhauderfehn von 29 auf 32; Rhauderfehn von 30 auf 34; Uplengen von 29 auf 35 und Weener von 34 auf 35 Prozent. Zum Teil basieren diese Werte bereits auf aktuellen Ausbauplänen.
Beim Kindergartenangebot ist die Betreuungsquote sehr viel höher: Im Durchschnitt liegt sie fast überall bei mehr als 100 Prozent. Das Bild sieht schlechter aus, wenn man die Versorgung mit Vormittags- oder Ganztagsplätzen betrachtet. Dann sinken die Werte vielerorts auf 90 Prozent oder sogar weniger. Schlusslicht ist hier Westoverledingen mit einer Versorgung von 81,75 Prozent, Spitzenreiter ist Jemgum mit 120,21 Prozent.
Tagespflege ist einberechnet
Bei den unter Dreijährigen bezieht der Landkreis Leer die Großtagespflegestellen und Tagespflegestellen in seine Quoten mit ein. Zum Stichtag 15. März gab es im Landkreis insgesamt 1555 Krippenplätze, 173 Plätze in Großtagespflegestellen und 228 Tagespflegestellen, außerdem 16 Plätze in altersübergreifenden Gruppen. Die Versorgungsquote landkreisweit liegt bei 39 Prozent.
In den vorhergehenden Jahren gab es regelmäßig Auseinandersetzungen zwischen den Städten und Gemeinden mit dem Landkreis über die Beteiligung des Kreises an den Kosten. Für das neue Kindergartenjahr hat die Kreisverwaltung höhere Zuwendungen in Aussicht gestellt. So sollen 65 Prozent der vom Land Niedersachsen gewährten Finanzhilfe für das Vorvorjahr an die Kommunen ausgeschüttet werden. Die genaue Höhe beziffert der Landkreis nicht, da die Schaffung neuer Plätze zu einer Erhöhung der Finanzhilfe führt – somit auch zu höheren Aufwendungen beim Landkreis.
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