Hamburg Braucht es mehr schwarze Superheldinnen, Aminata Belli?
Aminata Belli ist Moderatorin und Synchronsprecherin im neuen Pixar-Film „Lightyear“. Sie erklärt, warum die Frisuren schwarzer Superheldinnen so wichtig sind.
In diesem Artikel erfährst Du:
Buzz Lightyear war vielen bisher nur als Spielzeug-Astronaut von Andy aus „Toy Story“ bekannt. Der neue Pixar-Film soll nun die Ursprungsgeschichte hinter der Actionfigur erzählen, eine Art Prequel. „Lightyear ist der Film, den Andy, seine Freunde und vermutlich der Rest der Welt damals gesehen haben“, erklärt Regisseur Angus MacLane.
Der Kinderfilm punktet mit Diversität. So ist unter anderem ein schwarzes, lesbisches Paar zu sehen, das eine gemeinsame Tochter großzieht. Für manche Länder ist das zu viel Vielfalt. „Lightyear“ wird wegen einer gleichgeschlechtlichen Kussszene in arabischen Ländern verboten.
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Dabei sind Rollen, die Minderheiten repräsentieren, sehr wichtig, weiß Aminata Belli. Die 30-Jährige spricht im Film eine Offizierin aus Buzz Lightyears Space Crew. Eigentlich ist Aminata nicht als Synchronsprecherin, sondern Fernsehmoderatorin und Reporterin bekannt. Sie engagiert sich vor allem für Toleranz und gegen Rassismus.
Im Interview erklärt die gebürtige Schleswig-Holsteinerin, welchen positiven Einfluss schwarze Superheldinnen in Kinderfilmen haben können.
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Frage: Wie viele schwarze Superhelden kennst Du?
Antwort: Aminata Belli: Gute Frage! Ich glaube, ich kenne nur den einen kleinen Spider-Man (Anm. d. Red.: Miles Morales). Und natürlich Black Panther.
Frage: Was bedeutet es für Dich, dass es in „Lightyear“ nun eine schwarze, weibliche Superheldin gibt?
Antwort: Für mich ist es sehr wichtig, dass es schwarze, starke Frauen gibt – auch in Kinderfilmen. Dass kleine Jungen und Mädchen sich selbst und positive Beispiele sehen. Bei mir als Kind hat das auf jeden Fall gefehlt. Da gab es das noch nicht so.
Antwort: Deswegen freue ich mich sehr, Teil dieses Films zu sein. Ich weiß nämlich, wie wichtig das ist. Wenn man sich selber immer repräsentiert fühlt, dann kann man das wahrscheinlich gar nicht nachempfinden.
Hier kannst Du den Trailer zu „Lightyear“ anschauen:
Frage: Wie kann man sich das vorstellen, was für einen positiven Einfluss hat das auf Kinder?
Antwort: Was ich auf jeden Fall für mich weiß: Wenn ich als Kind Lightyear und mehr schwarze Frauen mit ihren natürlichen Haaren gesehen hätte – mit Cornrows oder anderen Frisuren – dann hätte ich vielleicht meine Haare mehr geliebt. Das ist nur ein kleines Beispiel. Als ich klein war, gab es zwar Arabella – aber sonst nur wenig Repräsentation von schwarzen Frauen und Männern. Und wenn, dann hatten sie Perücken auf den Köpfen oder geglättete Haare. Dadurch bekommt man das Gefühl: Meine Haare sind das absolute Gegenteil vom gängigen Schönheitsideal, die sollen anders aussehen.
Antwort: Wenn ein schwarzes Mädchen nun die Heldin in Lightyear sieht, denkt sie vielleicht: Ah, wie cool – ich will auch so Zöpfe wie sie. Das hört sich banal an, ist aber wahnsinnig viel wert. Und es ist toll, dass Kinder überhaupt starke Frauen sehen. Ganz egal, ob schwarz oder weiß. Das ist ein bisschen wie mit der Bundeskanzlerin. Kleine Kinder fragen: Kann ein Mann auch Bundeskanzlerin werden? Ich finde das toll. Wenn Kinder etwas sehen und sich denken: Das will und kann ich werden.
Aminata Belli auf Instagram:
Frage: Was bewegt mehr: Eine schwarze Actionheldin in einem Disneyfilm oder Deine journalistischen Beiträge?
Antwort: Bewegen in dem Sinn von „andere Leute nehmen da etwas mit“? Vielleicht meine Moderationen und Reportagen, weil ich die leiten und mitbestimmen kann. Was meine Figur in dem Film sagt, oder wie die aussieht, das konnte ich ja nicht bestimmen. Ansonsten glaube ich, dass beides viel bewegt.