Hamburg  Warum ist es wichtig zu träumen, Tom Wlaschiha?

Laura-Cäcilia Wolfert
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Von Laura-Cäcilia Wolfert
| 16.06.2022 09:43 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
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Du kennst ihn aus „Game of Thrones“ oder „Stranger Things“: Tom Wlaschiha synchronisiert im neuen Pixar-Film Buzz Lightyear. Im Interview spricht der Schauspieler über die Angst vor dem All.

In diesem Artikel erfährst Du:

Buzz Lightyear war vielen bisher nur als Spielzeug-Astronaut von Andy aus „Toy Story“ bekannt. Der neue Pixar-Film „Lightyear“ soll nun die Ursprungsgeschichte hinter der Actionfigur erzählen, eine Art Prequel. „Lightyear ist der Film, den Andy, seine Freunde und vermutlich der Rest der Welt damals gesehen haben“, erklärt Regisseur Angus MacLane.

In der deutschen Filmfassung synchronisiert Tom Wlaschiha den Actionhelden. Der 48-Jährige ist eigentlich dafür bekannt, die Rollen der Bösewichte und skurrilen Nebenfiguren zu übernehmen. So spielt er aktuell in der Netflix-Serie „Stranger Things“ den russischen Bekannten von Hopper, Dimitri. In „Game of Thrones“ war der deutsche Schauspieler als Jaqen H’ghar zu sehen, auch bekannt als „Faceless Men“. Ebenfalls kennen könntest Du Wlaschiha aus „Das Boot“, „Tom Clancy’s Jack Ryan“ oder „Die unglaubliche Geschichte der Roseninsel“.

Mit seiner Synchronsprecher-Rolle als deutsche Stimme von Buzz Lightyear hat Wlaschiha nach eigenen Aussagen viel gemeinsam. Bis auf eine Kleinigkeit, wie er im Interview verrät.

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Frage: Der Film Lightyear zeigt die Geschichte hinter dem Spielzeug von Andy aus Toy Story: Wie sieht die Geschichte Deines Spielzeugs aus der Kindheit aus? 

Antwort: Tom Wlaschiha: Von meinem Kinderspielzeug? Boah, da muss ich aber sehr, sehr lange zurückdenken. Ich hatte einen Hasen. Als ich den bekommen habe, war der schon ziemlich zerrupft – dem Fell ging es schon nicht mehr so gut. Wahrscheinlich hatte der Vitamin-Mangel oder so. Aber den mochte ich sehr. Der hat dann auch sehr lange gelebt, bis er dann irgendwann komplett auseinandergefallen ist

Frage: Hatte der einen Namen?

Antwort: Ich glaube, der hieß einfach Hasi.

Hier kannst Du den Trailer zu „Lightyear“ anschauen:

Frage: Was für einen Bezug hast Du zu Toy Story? Als der erste Teil 1995 im Kino erschienen ist, warst Du 22 Jahre alt…

Antwort: Tatsache, ja. Ich habe den Film damals gesehen, das weiß ich noch. Ich fand ihn zu der Zeit schon toll und habe ihn jetzt noch einmal geschaut, zur Vorbereitung. Und ich finde, er funktioniert nach wie vor. Das ist nicht selbstverständlich für einen Film, der fast 30 Jahre alt ist. 

Frage: Die großen Rollen, die Du in den vergangenen Jahren gespielt hast (Stranger Things, Game of Thrones) hast Du maßgeblich geprägt. Von Buzz Lightyear gab es vorher schon Filme. Wie verpasst man so einer berühmten Filmfigur noch seinen eigenen Stempel?

Antwort: Das ist die besondere Herausforderung. Gerade, wenn man eine Animationsfigur synchronisiert – da hat man nur seine eigene Stimme, um die ganze Rolle zu gestalten, keine Mimik und Gestik. Das Gute ist, dass man ab und zu etwas mehr machen kann. Lightyear hat, wenn er da durch das All fliegt, durchaus viele Actionszenen. Da kann man viel mit der Stimme machen, was sonst beim Synchronisieren nicht immer der Fall ist.

Frage: Buzz Lightyear hat ein paar Probleme. Zum einen gibt er sich häufig selbst die Schuld und möchte seine Probleme ganz alleine regeln. Trifft das auch auf Dich zu?

Antwort: Ich bin schon manchmal etwas ungeduldig und denke, ich müsste alles alleine machen. Dieses Problem hat Lightyear auch. Der ist absolut davon überzeugt, dass nur er gewisse Sachen machen kann. So schlimm ist das bei mir nicht. Buzz Lightyear glaubt, dass er die Mission nur alleine erfolgreich zu Ende führen kann. Dann muss er allerdings anerkennen – und das macht ihn liebenswert und menschlich – dass er doch die Hilfe seines Teams braucht.

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Frage: Die größte Herausforderung von Lightyear ist die Zeit. Wie sieht das bei Dir aus, fehlt Dir Zeit?

Antwort: Ich würde mir wünschen, dass die Zeit manchmal langsamer vergeht. Aber: Ich vermute, sie vergeht für alle gleich schnell – objektiv betrachtet. Das ist ja eine sehr schöne, philosophische Betrachtung, die der Film anstellt: Ist es wirklich erstrebenswert nach der Unendlichkeit, nach den Sternen zu greifen? Oder sollte man lieber die Endlichkeit für sich zu schätzen wissen – wie man sie hier auf der Erde hat? 

Frage: Das musst Du beantworten. 

Antwort: Da ich davon ausgehe, dass das Leben endlich ist, sollte man versuchen, es zu genießen und alles zu machen, was man möchte. Nach den Sternen zu greifen ist trotzdem ein ganz wichtiger Aspekt. Wenn man keine Träume hat, keine Wünsche, dann ist das auch nicht gut. Die Mischung macht’s. 

Tom Wlaschiha in der Netflix-Serie „Stranger Things“:

Frage: Apropos Endlichkeit: In dem Film leidet Izzy, aus dem Team von Buzz Lightyear, unter „Astrophobie“: Hast auch Du Angst vor den Sternen, vor dem Weltraum?

Antwort: Ich könnte definitiv kein Astronaut sein, da ich absolut nicht schwindelfrei bin. Und den Gedanken an unendliche Weiten im All finde ich auch irgendwie beunruhigend. Also bleibe ich lieber hier und gucke anderen Leuten zu, die ins All fliegen. 

Frage: Zurück zu Hasi und Deine Kindheit: Wer war früher Dein Held?

Antwort:  Du meinst, außer meiner Mutti?

Frage: Mutti zählt auch!

Antwort: Das ist immer die Antwort, die am nächsten liegt (lacht). So eine richtige Heldenfigur hatte ich aber nicht. Vorbilder, klar. Ich wollte immer mit Leuten zusammenarbeiten, die ihren Job verstehen – nur so kann man selbst besser werden. 

Frage: Das scheint geklappt zu haben. Du bist quasi der Toni Kroos der Schauspielerei – international total erfolgreich, wird national aber zu wenig geschätzt.

Antwort: Das ist überhaupt kein Problem. Ich kann sehr gut damit leben, ein Geheimtipp zu sein.

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