Wübbenhorst hat neuen Fußballjob Ostfriesin wird Trainerin in Schweizer Eliteliga
Imke Wübbenhorst sorgte als Trainerin der Männer in Cloppenburg und Lotte bundesweit für Aufsehen. Nun wird sie Chefin bei den Frauen des Schweizer Hauptstadtklubs.
Düsseldorf/Bern - Fußballlehrerin Imke Wübbenhorst aus Aurich zieht es in die Nähe der Berge. Die 33-Jährige, die mit ihren Chef-Posten in der Oberliga (Cloppenburg) und Regionalliga (SF Lotte) der Männer bundesweit für Aufsehen sorgte, übernimmt einen Trainerjob in der Schweizer Superleague der Frauen. Am Wochenende unterschrieb sie einen Zwei-Jahres-Vertrag beim Hauptstadtklub Young Boys Bern.
„Ich freue mich riesig auf meine neue Aufgabe in Bern“, sagte sie am Dienstag gegenüber unserer Zeitung. Da war sie gerade vor Ort in Bern und suchte mit Unterstützung des Klubs nach einer Bleibe. „Ich habe eine Wohnung mit Blick auf die Alpen in Aussicht und hoffe, dass es klappt.“ Denn viel Zeit bleibt nicht bis zum Umzug. Am 1. Juli tritt sie ihren Job an.
Freistellung vom Lehrerjob
Die Offerte aus der Schweiz hat Imke Wübbenhorst auch ihren guten Kontakten zur Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zu verdanken. „Ich habe ihr kürzlich gesagt, dass ich auch gerne wieder im Frauenbereich arbeiten würde.“ Voss-Tecklenburg wiederum kennt Berns General-Managerin Sandra Betschart, die sich auf der Suche nach einer neuen Trainerin für den Tabellensiebten der zurückliegenden Saison in der Schweiz befand. „Vor zehn Tagen rief Sandra Betschart bei mir an“, erzählt Imke Wübbenhorst. Danach ging alles ganz schnell.
Allerdings benötigte die Gymnasiallehrerin noch die weitere Freistellung vom Lehrerjob für die nächsten zwei Jahre. Freitag traf die Zusage ein. „Danach habe ich direkt in Bern unterschrieben.“
Gute Erinnerungen an Bern
Nach wochenlanger Pechsträhne mit dem Abschied als Assistenztrainerin beim Drittligisten Viktoria Köln und der Trennung von ihrem Partner zeigte sich Imke Wübbenhorst nun von der neuen Wendung in ihrem Leben überwältigt. „Es ist krass, dass sich jetzt für mich diese Tür öffnete, nachdem sich viele andere geschlossen hatten. Es ist wie eine Fügung.“
Ausgerechnet in ihrer künftigen Schweizer Heimat feierte Imke Wübbenhorst einen der größten Erfolge in ihrer aktiven Laufbahn. „Hier bin ich 2006 mit der U19 Europameisterin geworden“, erzählt sie. „Nun kehre ich an diesen Ort zurück.“
Young-Boys-Frauen zuletzt erfolglos
Ihre Aufgabe wird es sein, die Young Boys, die eigentlich Young Girls heißen müssten, aus dem Schatten der großen Frauenklubs des Landes zu führen. Den siebten Rang in der nationalen Eliteliga mit nur sechs Siegen in 18 Spielen (21:51 Tore) will die Ostfriesin unbedingt verbessern. „Meine Aufgabe ist es, die jungen Talente hier zu halten und mit ein paar erfahrenen Neuzugängen den Anschluss nach oben herzustellen.“ In der zurückliegenden Serie gab es für die Bernerinnen auch mal ein 0:5 oder 1:7 gegen Spitzenklubs wie Meister Servette Genf, den FC Zürich oder den FC Basel.
Die Ostfriesin steckt nun voller Vorfreude auf den Frauenfußball in der Schweiz und auch auf ein bisschen Schnee im Winter. „Die Berge und nächsten Loipen sind nicht fern.“
Erst einmal muss sie nun den Umzug bewältigen und das neue Umfeld kennen lernen. Sie wird dabei auf auch auf einen alten Bekannten treffen. Neuer Trainer der Männer wird bei den Young Boys nämlich Raphael Wicky. Den Ex-Bundesligaprofi kennt Imke Wübbenhorst noch aus ihrer aktiven Zeit beim Hamburger SV. Nun freut sie sich auf spannende Jahre in der Ferne, die auch einen Nachteil mit sich bringen. Die alte Heimat an der Nordsee wird sie künftig selten sehen. Denn von Bern nach Aurich sind es 900 Kilometer.