17 Jahre alte Regelung vor dem Aus  Leer wird das Hundeverbot auf dem Wochenmarkt wohl kippen

Katja Mielcarek
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Von Katja Mielcarek
| 14.06.2022 12:57 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Noch sind auch angeleinte Hunde auf dem Leeraner Wochenmarkt offiziell verboten. Das wird sich aber wohl in Kürze ändern. Symbolfoto: Rumpenhorst/dpa
Noch sind auch angeleinte Hunde auf dem Leeraner Wochenmarkt offiziell verboten. Das wird sich aber wohl in Kürze ändern. Symbolfoto: Rumpenhorst/dpa
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Auch wenn sich viele nicht daran halten: In Leer gilt ein Verbot für Hunde auf dem Wochenmarkt – noch.

Leer - Hunde auf den Wochenmarkt mitzunehmen, ist in Leer schon seit 17 Jahren verboten. Bewusst war das vielen bis Anfang des Jahres offenbar nicht, denn zwischen den Marktständen waren immer wieder auch Vierbeiner anzutreffen. So oft, dass sich Bürger bei der Stadtverwaltung beschwerten und die sich gezwungen sah, im Februar mit einem Schild am Ernst-Reuter-Platz an das Hundeverbot zu erinnern.

Was und warum

Darum geht es: Das 17 Jahre alte Verbot für Hunde auf dem Leeraner Wochenmarkt wird wohl fallen. Daran gehalten hatten sich viele eh nicht.

Vor allem interessant für: Marktbeschicker und Wochenmarkt-Kunden

Deshalb berichten wir: In Leer steht die Entscheidung an, ob in Zukunft Hunde auf dem Leeraner Wochenmarkt zugelassen sind.

Die Autorin erreichen Sie unter: k.mielcarek@zgo.de

Dieses Schild würde wohl bald wieder abgebaut werden, wenn es das wegen eines Fehlers bei der Beschriftung nicht eh schon wäre: Die Zeichen stehen auf Zulassung von Hunden auf dem Wochenmarkt – solange sie an der Leine geführt werden. Die CDU-Fraktion im Rat hatte auf die Erinnerung an die Vorschrift mit dem Antrag reagiert, sie schnellstmöglich wieder abzuschaffen. Die Stadtverwaltung unterstützt das nach Prüfung der Situation, ebenso wie die Mehrheit der Politik.

Keine Bedenken bei den Marktbeschickern

Weder aus den Reihen der Marktbeschicker noch vom Veterinäramt des Landkreises seien grundsätzliche Bedenken gekommen, heißt es in den Unterlagen für die Sitzung des Feuerwehr- und Marktausschusses an diesem Mittwoch (17 Uhr, Saal des Historischen Rathauses). Der Ausschuss spricht eine Empfehlung für den nichtöffentlich tagenden Verwaltungsausschuss und den letztlich entscheidenden Rat aus.

Die Kreisverwaltung habe aber darauf hingewiesen, dass die Marktstände so gestaltet sein müssten, dass eine Berührung der Lebensmittel durch die Hunde ausgeschlossen werden kann. „Dieses kann auf unserem Wochenmarkt eingehalten werden“, so die Stadtverwaltung.

Politik befürwortet Anpassung der Marktordnung

Unter diesen Umständen sind die im Feuerwehr- und Marktausschuss vertretenen Fraktionen und Gruppen bereit, die Marktordnung entsprechend anzupassen und Hunde, die an der Leine geführt werden, für den Wochenmarkt – und auch für den Weihnachtsmarkt – zuzulassen. Das zeigt eine Umfrage unter den Sprechern nach den Fraktionssitzungen am Montagabend.

Wenn es rechtlich machbar sei und keinen Widerstand von den Marktbeschickern gebe, sehe seine Fraktion keinen Grund, an dem Hundeverbot festzuhalten, begründet Bruno Schachner die Zustimmung der Grünen. „Diese Vorschrift hat sich irgendwie überlebt“, sagt Sven Dirksen für die Gruppe FDP/LWG.

Gruppe SPD/Linke will konkretere Vorgaben

Gesprächsbedarf sieht aber noch die Gruppe SPD/Linke: Nach der Vorlage habe seine Gruppe nicht den Eindruck, dass mit den Beschickern geklärt sei, welche Anpassungen an den Ständen vorgenommen werden müssten, um den Hygienevorschriften zu genügen, sagt Hauke Sattler. Es gehe aber darum, eine für Bürger und Marktbeschicker rechtssichere Situation zu schaffen. Deshalb müsse die Verwaltung aus Sicht von SPD und Linke noch konkreter werden, unter welchen Bedingungen angeleinte Hunde problemlos auf den Markt dürfen.

Positiv überrascht zeigte sich Ulf-Fabian Heinrichsdorff, Vorsitzender der CDU-Fraktion: „Es freut uns, dass unser Antrag offenbar Erfolg hat und wir zu einer zeitgemäßen Regelung kommen. Damit hatten wir nach der ersten Stellungnahme der Verwaltung gar nicht mehr gerechnet.“ Im Februar hatte Bürgermeister Claus-Peter Horst gesagt, dass die Stadt womöglich Vorgaben machen müsste, die die Marktbeschicker zur Anpassung ihrer Stände zwinge. Die Einwände von SPD/Linke erschreckten ihn, sagt Heinrichsdorff. „Das klingt, als ob man der Vorlage der Verwaltung nicht vertraut.“

Parallelen zu anderen Städten in der Region

Die Situation, dass die Marktordnung Hunde auf dem Wochenmarkt eigentlich ausschließt, die Wirklichkeit aber ganz anders aussieht, scheint übrigens keine Leeraner Besonderheit zu sein. Die Stadtverwaltung hat bei umliegenden Städten nach dem Umgang mit Hunden auf dem Wochenmarkt gefragt: Danach gilt in Oldenburg auf den Wochenmärkten ein generelles Hundeverbot. In Aurich gebe es kein Hundeverbot, in Norden würden die Vierbeiner geduldet und in Emden dürften sie an der Leine mitgeführt werden, heißt es in den Unterlagen.

Schaut man sich aber die jeweiligen Marktordnungen an, zeigt sich ein anderes Bild: Danach sind in allen vier Städten Hunde, ausgenommen sind Blindenhunde, generell verboten – unabhängig davon, ob sie an der Leine geführt werden oder nicht.

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