Verreisen mit dem Haustier Was man beim Urlaub mit Hund und Katze beachten sollte
Die Ferienzeit steht kurz bevor. Ob sie ihre Haustiere mitnehmen oder lieber zu Hause lassen – Tierbesitzer, die in den Urlaub fahren, sollten einige Vorbereitungen treffen.
Ostfriesland - Der Sommer steht vor der Tür und für viele Menschen bedeutet das: Urlaubszeit. Für manch einen Haustierbesitzer, der plant wegzufahren, stellt sich nun die Frage, wohin währenddessen mit dem kuscheligen Begleiter. Ob man sein Haustier mit in den Urlaub nimmt oder zu Hause lässt: Es gibt einiges zu beachten. Zwei Tierärztinnen aus Ostfriesland geben Tipps, wie die Ferienplanung klappt.
Wie gut das eigene Haustier eine Reise verkraftet, hängt laut der Auricher Tierärztin Anke Sühwold von mehreren Faktoren ab. „Zunächst muss gesagt sein: Eine Reise bedeutet für ein Tier immer Stress. Aber es kommt auch sehr darauf an, um was für ein Tier es sich handelt. Katzen sollte man in der Regel lieber zu Hause in ihrer gewohnten Umgebung lassen. Hunde dagegen kann man schon eher mitnehmen. Das ist aber sehr individuell. Ich habe auch Patienten, die ihre Katze im Wohnmobil mit in den Urlaub nehmen“, erklärt sie. Außerdem komme es stark auf das gewählte Verkehrsmittel und den Charakter des Tieres an. „Wenn der Hund eh schon nicht so gerne Auto fährt oder schon älter ist, dann ist eine längere Reise nichts für ihn und er sollte lieber daheim bleiben. Wenn doch, sollte man ihn im Idealfall in einer großen Hundebox im Kofferraum mitnehmen, in der er sich hinstellen und -legen kann“, rät die Tierärztin. Zudem seien eine gute Klimatisierung im Auto und ausreichend Pausen, in denen sich das Tier erleichtern kann, wichtig.
Eventuelle Impfungen frühzeitig absprechen
Ob man sein Haustier mit in ein Flugzeug nehmen möchte, solle man sich gut überlegen. Von Flügen mit Katzen würde Anke Sühwold stark abraten. „Hunde können das etwas besser verkraften. Aber: Fluggesellschaften haben strenge Vorgaben, wenn man einen Hund mit in die Kabine nehmen will. Kurzschnäuzige Rassen, wie Französische Bulldoggen zum Beispiel, nehmen die gar nicht mit“, sagt die 46-Jährige. Außerdem dürften Tiere nur bis zu einem bestimmten Gewicht, das von der Fluggesellschaft abhängt, mit in die Kabine. „Alles darüber hinaus muss in den Gepäckraum. Da sollten sich Tierbesitzer genau überlegen, ob sie ihrem Hund das zumuten möchten, denn das ist Stress und Angst pur“, gibt die Tierärztin zu bedenken.
Bevor man die Reise antritt, sollte man einige Vorbereitungen treffen. „Das Wichtigste ist, sich früh genug schlau zu machen, was man für den Urlaub mit seinem Haustier braucht, um das mit einem Tierarzt abzusprechen“, betont Dr. Nele Seybold. Die 40-Jährige ist Tierärztin in Leer. Fährt man ins Ausland, brauche man zum Beispiel einen EU-Heimtierausweis, in dem alle wichtigen Impfungen vermerkt sind. „Es gibt Länder, für die Tiere eine Tollwut-Impfung brauchen. Die muss allerdings mehrere Wochen vor der Reise durchgeführt worden sein, damit sie anerkannt wird. Deshalb sollte man sich frühzeitig kümmern und nicht erst eine oder zwei Wochen vorher“, sagt die Tierärztin. Außerdem sei es laut Anke Sühwold sinnvoll, sich um eine Reiseapotheke für die Vierbeiner zu bemühen und Hunde vor einer Reise auszupowern. „Um es einem Hund vor einer längeren Autofahrt möglichst angenehm zu machen, sollte man ihn vorher mit einem ausgedehnten Spaziergang auslasten. Dann schläft er im besten Fall erstmal den ersten Teil der Reise“, rät sie.
Eine gewohnte Umgebung ist am besten
Wer sein Tier während des Urlaubs lieber zu Hause lassen möchte, sollte auch dabei einiges beachten. „Katzen sind Gewohnheitstiere und am besten in den eigenen vier Wänden aufgehoben, da fühlen sie sich am wohlsten. Wenn ein Nachbar oder Bekannter zwei Mal täglich zum Füttern vorbeikommt, reicht das völlig aus“, sagt Sühwold. Hunde, die meist menschenbezogener sind als Katzen, sollte man im Idealfall bei Leuten lassen, die sie schon kennen.
Wer diese Möglichkeit nicht hat, könne sich in der Region nach Tierpensionen umschauen. „Man sollte sich die Pension allerdings vorher anschauen und Bewertungen lesen“, rät Dr. Seybold. Wichtige Dinge, auf die man achten sollte, seien Sauberkeit und eine gute Ausstattung. „Die Besitzer wissen aber meistens selbst am besten, was das Richtige für ihr Tier ist“, sagt die Tierärztin.