Nordfriesland  Volle Züge wegen 9-Euro-Ticket: Diese Tipps hat die Bahn für Radreisende

Nils Leifeld, Hagen Wohlfahrt
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Von Nils Leifeld, Hagen Wohlfahrt
| 09.06.2022 15:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Nicht immer klappt die Fahrradmitnahme in der Bahn so problemlos wie hier. Foto: Yannik Burgemeister
Nicht immer klappt die Fahrradmitnahme in der Bahn so problemlos wie hier. Foto: Yannik Burgemeister
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Für so manchen Fahrrad-Urlauber und -Tagesausflügler dürfte das Pfingstwochenende mitunter eine Tortur gewesen sein. Denn in Zügen war oft kein Platz für sie, die Fahrradmitnahme war teilweise sogar verboten. Das sind die Tipps der Bahn.

Das Pfingstwochenende war für den Öffentlichen Personennahverkehr vielerorts ein Stresstest – seit der Einführung des 9-Euro-Tickets vor einer Woche nutzen viele diese günstige Möglichkeit der Mobilität. Besonders betroffen: Touristisch beliebte Strecken wie beispielsweise die Marschbahn von Hamburg nach Sylt.

Viele Bahnreisende mit Fahrrad indes dürften zu dem Fazit gelangen: Stresstest nicht bestanden. Denn mehrmals galt für die Züge der Linie RE6: keine Fahrradmitnahme möglich, etwa im Zug um 12.19 Uhr ab Westerland. In Husum beispielsweise (Abfahrt 13.31 Uhr) durften mehrere Wartende mit Rad nicht einsteigen, obwohl andere Radreisende in der Storm-Stadt ausstiegen.

Auch dort, wo die Mitnahme von Fahrrädern grundsätzlich möglich sei, könne man nicht immer garantieren, dass dies bei jeder Fahrt umsetzbar sei, teilt dazu die Deutsche Bahn auf Anfrage mit. „Tatsächlich hängt dies von der jeweiligen Auslastung des Zuges ab. Je nach Tageszeit, Wetterlage, Beliebtheit der Strecke oder Rahmen, wie Ferien oder Feiertag, sind unsere Züge unterschiedlich stark besetzt“, erklärt eine Bahnsprecherin.

„Daher empfehlen wir unseren Fahrgästen, die gerne mit dem Fahrrad unterwegs sind, unser Bikesharing-Angebot wahrzunehmen oder sich ein Fahrrad am Ausstiegsbahnhof zu leihen“, so die Sprecherin weiter. Das mag für Tagesausflügler eine Alternative zum eigenen Fahrrad sein – für Reisende mit Gepäcktaschen und Outdoor-Equipment, die mehrere Tage oder gar Wochen unterwegs sind, ist sie es nicht.

Für Nah.SH, das Nahverkehrsunternehmen des Landes Schleswig-Holstein, muss die starke Auslastung am vergangenen Wochenende nicht zwangsläufig am 9-Euro-Ticket gelegen haben. „Es war in einigen Zügen sehr voll, allerdings ist es das Pfingsten schon immer gewesen“, erklärt Sprecher Dennis Fiedel. In einigen Fällen hätten nicht alle Fahrgäste mit Fahrrädern in den gewünschten Zügen mitgenommen werden können. „Insgesamt war aber alles im Rahmen“, so sein Eindruck. Welchen Anteil an der Nachfrage das 9-Euro-Ticket, das Wetter und die drei freien Tage jeweils gehabt hätten, könne man nicht sagen.

Achim Bonnichsen, Sprecher der Pendlerinitiative Husum-Westerland, hat Verständnis für die Einschränkungen, die für Radfahrer galten. Er gehe fest davon aus, dass das auch in Zukunft genau so gehandhabt werde. „Die Züge sind sonst einfach zu voll, und die Fahrräder würden die Ein- und Ausgänge blockieren. Noch mal: Ich finde das Fahrradverbot gut und richtig und sinnvoll.“

Wenn Züge irgendwann zu voll seien und es chaotisch werde, komme die Bundespolizei zur Klärung der Lage ins Spiel, erklärt Sprecher Hanspeter Schwartz von der Bundespolizei-Inspektion Flensburg. Die Ordnungshüter indes mussten in puncto Radreisende nicht eingreifen. „Seitens der Bundespolizei mussten am Pfingstmontag keine Maßnahmen auf der Marschbahnstrecke durchgeführt werden. Das zeigt, dass es gesittet zugegangen ist“, so Schwartz. „Durchsagen, dass Fahrräder nicht mitgenommen werden dürfen, kommen nicht von uns, sondern vom Verkehrsbetreiber, also der Bahn.“

Die Deutsche Bahn setzt nach eigenen Angaben an Stationen, an denen erfahrungsgemäß viele Radfahrer einsteigen, zusätzliche Service-Kräfte als Fahrradlotsen und Fahrgastlenker ein. „Sie helfen dabei, dass sich die Räder gleichmäßig auf allen dafür vorgesehenen Plätzen im Zug verteilen“, so das Staatsunternehmen. Auf einzelnen Verbindungen nach Sylt könne zudem das Sitzplatzangebot durch den Einsatz zusätzlicher Doppelstockwagen und verlängerter Züge erhöht werden. 

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