Berlin  Fynn Kliemanns „LDGG“ geht neuen Weg – und beklagt sich über Medien

Torben Kessen
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Von Torben Kessen
| 07.06.2022 14:44 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Fynn Kliemann war wegen Masken-Vorwürfen der Sendung „ZDF Magazin Royale“ um Jan Böhmermann in die Kritik geraten. Foto: imago images/Horst Galuschka
Fynn Kliemann war wegen Masken-Vorwürfen der Sendung „ZDF Magazin Royale“ um Jan Böhmermann in die Kritik geraten. Foto: imago images/Horst Galuschka
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Neben den Masken-Vorwürfen thematisierte Jan Böhmermann im „ZDF Magazin Royale“ auch Fynn Kliemanns Vermietung von Ferienwohnungen. Die Firma hat jetzt ein neues Konzept präsentiert und beklagt sich über die Medien.

Nach den Vorwürfen des „ZDF Magazin Royale“ Anfang Mai hatte sich Fynn Kliemann ausführlich in Interviews und auf Instagram geäußert. Danach tauchte der Influencer eine Zeit lang ab, bis er sich am 28. Mai wieder auf Instagram zu Wort meldete. Jetzt hat auch „LDGG“ (Lass dir gut gehen), Kliemanns Firma zur Vermietung von Ferienwohnungen, ein Statement abgegeben.

Die sogenannten „Soli-Beiträge“ von LDGG waren neben den Masken-Vorwürfen ebenfalls Thema in der betreffenden „ZDF Magazin Royale“-Sendung. Kliemanns Ferienwohnung-Vermietung gab den Besuchern bisher die Möglichkeit, den regulären Preis um einen sogenannten Soli-Beitrag aufzustocken. Dieser sollte von einer unabhängigen NGO verwaltet werden und Menschen die Möglichkeit geben, einen Urlaub in den LDGG-Ferienwohnungen zu verbringen, „für die es am Ende des Jahres dafür eigentlich nicht reichen würde“.

Böhmermann kritisierte in seiner Sendung, dass nicht klar sei, welche NGO die Soli-Beiträge verwaltet. Nach entsprechenden Presseanfragen hätten sowohl die auf der LDGG-Webseite erwähnten „Aktion Deutschland hilft“ und „Tafel Deutschland“ erklärt, nicht an der Verwaltung der gesammelten Gelder beteiligt zu sein.

Im zeitlichen Zusammenhang mit den Presseanfragen sei laut Böhmermann die Webseite geändert worden: Die „Aktion Deutschland hilft“ sei nicht mehr genannt worden, bei der „Tafel Deutschland“ soll es geheißen haben, dass sie „Menschen aussuchen, die Urlaub bei uns machen“. Vorher hatte es nach Angaben des ZDF Magazin Royale noch geheißen, dass die Tafel Deutschland über die Gelder verfügen konnte. Ohnehin hatte die Tafel Deutschland die Kooperation noch vor Ausstrahlung der „ZDF Magazin Royale“-Sendung aufgekündigt.

Das Unternehmen wehrt sich jetzt gegen die Vorwürfe. In einem Statement auf ihrer Webseite spricht die Firma von „nachweislich falschen Anschuldigungen gegenüber LDGG in den Medien“. Als Beweis führt das Unternehmen ein Dokument einer unabhängigen Wirtschaftsprüferin an. Einige ihrer Partner hätten „logischerweise“ kalte Füße bekommen und deshalb ihre Partnerschaft vorläufig pausiert oder manche auch endgültig beendet.

„Alles nur aufgrund der Falschbehauptungen, die, wenn man genau hinsieht, nur die Aktualisierungen unserer Webseite kritisiert haben“, kritisiert LDGG. Die Firma betont, dass die Aktualisierungen nur dann vorgenommen wurden, wenn es relevante, aktuelle Entwicklungen gab.

Nach Aussage von Kliemann seien die Ferienwohnungen von Partnern subventioniert und würden zum Selbstkostenpreis vermietet werden. Darüber hinaus seien bis zum 18. Mai laut LDGG insgesamt 4.407 Euro zusammengekommen, die Kliemann und sein Team auf 10.640,85 Euro aufgestockt hätten.

Laut dem Statement wird es die Soli-Beiträge in der Zukunft nicht mehr geben. Außerdem teilte LDGG jetzt mit, dass durch den Wegfall der finanziellen Unterstützung der Partner die günstigen Mietpreise nicht mehr länger gehalten werden können und so alle Wohnungen zukünftig auf das alte Preisniveau angehoben werden müssen. „Es zeigt auf, was Behauptungen ohne Beweise in der heutigen Zeit alles anrichten können“, beklagt das Unternehmen.

Ab sofort arbeitet LDGG mit „Domiziel“ zusammen, einer gemeinnützigen Gesellschaft, die besonders gefährdeten 9- bis 17-jährigen Jungen Schutz bietet. Kliemanns Unternehmen spendet die bisher gesammelten 10.640,85 Euro an Domiziel, wo das Geld für die Ausstattung der Handwerksbereiche eingesetzt werden soll. Darüber hinaus kann die gemeinnützige Organisation in derselben Höhe Urlaube für die Mitarbeiter und Kinder in den Ferienwohnungen von LDGG einbuchen.

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