Emder 2:2 in Todesfelde Kickers feiert sensationellen „König Ludwig“
Nach dem 2:2 in Todesfelde geht es für Kickers Emden weiter nach St. Pauli – und dann nach Mallorca. Das letzte Spiel nahm für den Helden ein kurioses Ende.
Todesfelde - 17 Stunden vor dem Abflug nach Mallorca erreichten die Fußballer des BSV Kickers Emden auch noch ihr allerletztes Saisonziel. Mit einem 2:2 vor 1250 Zuschauern beim SV Todesfelde erkämpften sich die Ostfriesen den Sieg in der Aufstiegsrunde zur Regionalliga. Den Sprung in die höhere Klasse hatten sie schon vier Tage vorher durch einen 2:1-Erfolg über Concordia Hamburg perfekt gemacht. Begleitet in die Regionalliga werden die Emder vom Bremer SV, der sich durch einen 3:1-Erfolg über Concordia Hamburg Platz zwei der Vierer-Runde sicherte. Todesfelde hätte nur bei einem Bremer Punktverlust noch eine Mini-Chance auf Platz zwei gehabt.
Direkt nach dem Spiel in Todesfelde reiste ein Tross von 19 Emder Spielern und Betreuern weiter nach Hamburg, übernachtete in einem Hotel auf St. Pauli und flog am Montag um 9.45 Uhr auf die Balearen-Insel.
Ludwig geht mit weinendem Auge
Wer dort vom BSV in den folgenden Tagen zum König von Mallorca werden wird, ist die große Frage. Der Regent von Todesfelder hieß auf jeden Fall „König Ludwig“. Der scheidende Ersatztorwart des BSV – er wechselt nach Pewsum – durfte in Todesfelde anstelle von Stammkeeper Jannik Wetzel zwischen die Pfosten und avancierte mit sensationellen Paraden zum Helden des Tages.
Am Ende strahlte Nils Ludwig in Schleswig-Holstein mit der Sonne um die Wette. „Es war für mich eine Genugtuung. Ich konnte noch einmal zeigen, dass ich auch was drauf habe“, sagte der 31-Jährige. „Ich verlasse Kickers nun mit einem weinenden Auge, weil ich die Truppe extrem gerne habe.“
Spalier für Mann des Tages
So bereiteten ihm seine Mitspieler in Todesfelde einen Abgang der Extra-Klasse. Trainer Stefan Emmerling gönnte dem Helden des Tages nämlich noch einen Sonderapplaus und zeigte kurz vor Spielende seine Auswechslung an. Ludwig genoss diesen Moment in vollen Zügen. Er verabschiedete sich per Handschlag von den umstehenden Todesfeldern und dann sogar vom Schiedsrichter. Als er danach zur Seitenlinie schritt, hatten sich dort längst alle Feldspieler zum Spalier für „König Ludwig“ eingefunden. Selbst die Todesfelder Zuschauer stimmten in den Beifall für den Emder und den Teufelskerl des letzten Aufstiegsspiels mit ein.
„Man hat gesehen, dass er ein richtig guter Torwart ist“, lobte auch Stefan Emmerling den Vorzeige-Reservisten, der als Ersatzmann jedes Tor seiner Teamkollegen feierte und die Spieler immer wieder antrieb.
Erste Großtat in der 3. Minute
Weil Ludwig aber wegen seiner Arbeit bei VW mit zwischenzeitlichem Aufenthalt in Zwickau häufiger beim Training fehlte, blieb trotz des Talents sein Stammplatz auf der Bank. In Todesfelde aber brachte er mit Hand und Fuß die Gegenspieler serienweise zur Verzweiflung. Das begann schon in der 3. Minute als Marco Pajonk frei vor ihm auftauchte, aber Ludwig den Schuss parierte.
Es folgten zehn starke Emder Minuten und die Führung durch Marvin Eilerts nach einem Pass von Heiko Visser. Nachdem Tido Steffens nur knapp das 0:2 verfehlt hatte, machten zwei Todesfelder permanent den Torwart-Test. Nils Ludwig kratzte alle Schüsse und Kopfbälle von Morten Liebert und Marco Pajonk aus den Ecken.
Adeniran-Kopfball landet am Innenpfosten
Zwischenzeitlich hatte allerdings auch Kickers Pech. Nach einem Eckball lenkte SV-Torwart Fabian Landvogt einen Kopfball von Ayodeji Adeniran an den Innenpfosten. So hieß es zur Halbzeit 0:1 – es hätte auch 3:3 oder 4:3 stehen können.
Nach der Pause blieb die Partie unterhaltsam. „Defensiv standen wir nicht so stabil wie sonst“, analysierte Stefan Emmerling. So glückte Rafael Krause in der 57. Minute per Nachschuss das 1:1, nachdem Ludwig zuvor einen Schuss erneut abgewehrt hatte. Wenig später lenkte der Torwart einen Kopfball von Liebert aus kurzer Distanz an die Latte, ehe Krause in der 80. Minute gegen feiergeschädigte Emder doch das 2:1 erzielte.
Danach aber mobilisierten die Gäste noch einmal alle Kräfte. Nach einem Adeniran-Pass antwortete Tido Steffens prompt mit dem 2:2. Und nach einem Foul am eingewechselten Jugendspieler Dirk Frerichs besaß der BSV sogar die Elfmeterchance zum Sieg. Doch Torwart Landvogt wehrte den Schuss von Matthias Goosmann glanzvoll ab. Der letzte Höhepunkt des Fußballfests war dann das kuriose Spalier für „König Ludwig“.