Große Aufregung in der Landesliga  Steinfelder schlägt Firrel-Trainer ins Gesicht

| | 04.06.2022 21:27 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Mit nur elf Spielern aus dem Landesliga-Kader trat Firrel an und stand gegen Steinfeld kurz vor dem Sieg. Doch das Sportliche rückte nach der Partie in den Hintergrund. Archivfoto: Doden
Mit nur elf Spielern aus dem Landesliga-Kader trat Firrel an und stand gegen Steinfeld kurz vor dem Sieg. Doch das Sportliche rückte nach der Partie in den Hintergrund. Archivfoto: Doden
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Nach der unglücklichen 2:3-Pleite gegen Steinfeld gab es in Firrel viele unschöne Szenen. Es gab Tumulte und zweimal Rot für Steinfeld. Ein Faustschlag gegen Firrels Trainer blieb ungeahndet.

Firrel - Hoch her ging es am späten Samstagnachmittag auf dem Sportplatz von Fußball-Landesligist Grün-Weiß Firrel. Nach einem Freistoßtor von Falke Steinfeld zum 3:2-Sieg und dem unmittelbar folgenden Abpfiff folgten Tumulte mit Beleidigungen, Schubsereien und sogar Schlägen. Schiedsrichter Marc Lübbers (Haren) verteilte dabei zwei Rote Karten gegen Gäste-Torwart Constantin Nieberding und Falke-Feldspieler Andreas Zimmermann wegen Tätlichkeiten. Auf Firreler Seite gab es zuvor auch zwei Platzverweise: Andre Lücht kassierte in der Nachspielzeit für eine Notbremse Rot, Mittelfeldspieler Tim Schouwer nach der Kritik für eine Schiedsrichter-Entscheidung im Grunde mit dem Abpfiff Gelb-Rot.

Tim Schouwer (rechts) sah im Grunde mit dem Abpfiff die Gelb-Rote Karte. Archivfoto: Doden
Tim Schouwer (rechts) sah im Grunde mit dem Abpfiff die Gelb-Rote Karte. Archivfoto: Doden

„Es ist nach dem Spiel völlig eskaliert, vor allem von Steinfelder Seite. Ich bin schon sehr lange im Fußball dabei, habe solche Szenen aber auch noch nicht selbst erlebt“, sagte Firrels Spielertrainer Bernd Grotlüschen, der wie die anderen zehn verbliebenen Landesliga-Kicker aus dem momentanen Rumpfkader 90 Minuten durchspielte und trotz der personellen Umstände fast mit seinem Team gewonnen hätte. „Dieses Spiel hätten wir niemals verlieren dürfen.“

Grotlüschen kassiert einen Faustschlag

Doch das Sportliche rückte auch weit nach Abpfiff noch in den Hintergrund. Zu unschön waren die Szenen, die sich auf dem Dorfsportplatz in einem Sechstliga-Spiel ereignet hatten. Bernd Grotlüschen selbst kassierte sogar einen Faustschlag eines Steinfelder Spielers ins Gesicht. „Von der Seite, ich habe ihn gar nicht kommen sehen. Ich habe nun auch eine Beule am Kopf“, sagte der Emder. Sein Steinfelder Trainerkollege Artur Zimmermann, mit dem er einst bei Kickers Emden zusammengespielt hatte, bestätigte den Aussetzer seines „jungen Spielers“. Nachdem sich die Gemüter beruhigt hatten, marschierte er mit diesem vor der Rückfahrt noch zu Grotlüschen, um sich zu entschuldigen.

Nachdentlich: Bernd Grotlüschen erlebte ein denkwürdiges Ende eines Fußballspiels. Archivoto: Doden
Nachdentlich: Bernd Grotlüschen erlebte ein denkwürdiges Ende eines Fußballspiels. Archivoto: Doden

Aber warum kochten die Emotionen derart hoch? „Die Partie war eigentlich lange Zeit fair“, befand Artur Zimmermann, dessen Mannschaft zur Pause angesichts vieler Firreler Chancen schon klar hätte zurücklegen können. Doch weil „nur“ Lasse Härtel (8.) und Mirko Bruns (11.) zwei der vielen Firrel-Chancen nutzten und Ex-Regionalliga-Spieler Paul Kosenkow einen aus Firrel-Sicht fragwürdigen Handelfmeter verwandelt hatte (37.), hieß es zur Pause nur 2:1 für den Gastgeber.

Mittelfinger von der Gäste-Bank?

„In der zweiten Halbzeit hat Steinfeld viel Druck gemacht. Aber wir waren nach vorne bei Kontern lange gefährlicher und hätten das 3:1 machen müssen“, meinte Firrels Co-Trainer Ralf Potthoff, der das Team von der Bank aus coachte. Falke brauchte dringend Punkte für den Klassenerhalt. Und obwohl Grün-Weiß schon gerettet ist, zeigten die Ostfriesen mit dem letzten Aufgebot - auf der Bank saßen nur zwei Spieler aus der Reserve (3. Kreisklasse) - einen beherzten Auftritt. In der Schlussphase überschlugen sich dann die Ereignisse. Der pfeilschnelle Paul Kosenkow (37 Jahre), dessen Bruder Alexander mehrfacher Deutscher Sprintmeister war (100 und 200 Meter) war, traf in der 87. Minute zum 2:2.

Spieldaten

Firrel: Schöneich; Schouwer, Ocken, Thaden, Härtel, Bruns, Lücht, Borgmann, B. Grotlüschen, Schmidt.

Tore: 1:0 Härtel (8.), 2:0 Bruns (12.), 2:1 Kosenkow (Handelfmeter, 37.), 2:2 Kosenkow (87.), 2:3 Baya Baya (94.).

Kurz nach der Roten Karte für Firrels Abwehrspieler Andre Lücht protestierten die Firreler dann bei einer Freistoß-Entscheidung für den Gast am Strafraum. Es lief die 94. Minute und der starke Georges Arthur Baya Baya verwandelte diesen sehenswert aus 16 Metern zum 2:3 - Abpfiff. „Danach gab es Diskussionen und provokante Jubelszenen mancher Steinfelder Spieler, die sich vor unseren aufbauten. Auch manch Mittelfinger von der Gäste-Bank wurde uns gezeigt“, sagt Potthoff.

Trainer verteidigt seinen Torwart

Artur Zimmermann sprach von Beleidigungen von beiden Seiten. Diese gipfelten dann in Schubsereien auf dem Spielfeld, aus denen dann auch Tätlichkeiten resultierten. Torwart Constantin Nieberding soll, so die Firreler Seite, Mirko Bruns in den Rücken gesprungen sein und habe deshalb auch Rot gesehen. „Mir wurde gesagt, dass er im Tumult geschubst wurde und so an den Rücken des Firrelers kam“, meinte Trainer Artur Zimmermann, dessen Bruder Andreas ebenfalls Rot sah, nachdem er eine Auseinandersetzung mit dem verletzten Firreler Torwart Rene Carstens hatte. Die beiden Trainer, manche besonnene Spieler und einige Ordner beruhigten dann nach und nach die Gemüter.

Durch die späten Tore ist Falke Steinfeld nun auf den ersten Nichtabstiegsplatz geklettert. TuRa 07 Westrhauderfehn muss am letzten Spieltag in Bad Rothenfelde nun gewinnen und hoffen, dass Steinfeld gegen das bereits abgestiegene Sparte Werlte sein Heimspiel verliert - ansonsten ist TuRa 07 abgestiegen.

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