Aufschwung nach Corona-Tief Tourismuswelle in Saterland und Barßel rollt wieder an
Wegen der Coronapandemie kam der Tourismus 2020 in den Gemeinden Saterland und Barßel fast zum Erliegen. 2021 sind die Zahlen besser. Doch das Ausflugsschiff Spitzhörn bereitet allen Sorge.
Barßel - Auch im vergangenen Geschäftsjahr machte sich die Coronapandemie beim Touristikgeschäft im Erholungsgebiet Barßel-Saterland immer noch bemerkbar. Allerdings war gegenüber dem Vorjahr 2020 eine leichte Verbesserung erkennbar. Mittlerweile rollt der Tourismusverkehr wieder. „Wir sind durch diese harte Zeit gegangen, aber mit einem blauen Auge davon gekommen“, erklärte der Vorsitzende des Vereins Erholungsgebiet Barßel-Saterland, Johannes Budde, und sein Geschäftsführer Jens Linstädt am Dienstag auf der Mitgliederversammlung im Landgasthof Dockemeyer in Ramsloh.
Das Wichtigeste vorweg: Für Ende August ist wieder ein Hafenfest in Barßel geplant. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, sagte Geschäftsführer Lindstädt. 2020 und 2021 konnte es nicht stattfinden.
Kapitäne händeringend gesucht
Einnahmeverluste gab es bei den Schifffahrten, so Lindstädt, weil in den vergangenen zwei Jahren vor allem Ausflügler und Urlauber gefehlt hatten. Das habe sich vor allem auf dem Ausflugsdampfer MS Spitzhörn bemerkbar gemacht. So konnten nur 35 Fahrten mit 917 Gäste durchgeführt werden. Grund war neben der Pandemie aber auch ein Schaden an dem Fahrgastschiff. „Wir mussten die Saison früher beenden, weil es unter anderem einen größeren Maschinenbrand an Bord gab“, sagte der Geschäftsführer. Dank eines Zuschusses der Gemeinde Barßel über 50.000 Euro wurde die Spitzhörn saniert.
„Doch was nützt das schönste Schiff, wenn wir keinen Kapitän mehr an Bord haben“, meinte der Geschäftsführer. Man suche „händeringend“ Kapitäne. „Ansonsten muss der Dampfer vor Anker liegen bleiben. Das wäre bedauerlich“, so Lindstädt.
Kommunen schießen Geld zu
Mit Zahlen belegt er, dass sich die Situation im vergangenen Jahr gegenüber 2020 deutlich verbesserte. Danach zählten Ferienhausvermieter, Privatvermieter, Hoteliers, Campingplätze und Reisemobilstellplätze 1000 Übernachtungen mehr gegenüber dem Vorjahr (65.000 Übernachtungen). Auch die Tourist-Info im Barßeler Rathaus wurde wieder häufiger besucht: 981 Besucher informierten sich gegenüber 2020 mit 494 Besucher. Es gab deutlich mehr Anrufe: 2021 waren es 1714 Anrufe, 2020 nur 1384. Es gab auch wieder mehr Mails (2021: 4474, 2020: 3901), und es wurden 925 Prospekte angefordert, fast 300 mehr als 2020. Immer mehr Menschen greifen laut Lindstädt auf die mobilen Geräte zu: 2020 waren es 19.300 Zugriffe, 2021 rund 25.000.
Natürlich gab es von den Gemeinden Barßel und Saterland je 36.500 Euro an finanzieller Unterstützung für den Tourismus, und vom Landkreis Cloppenburg 35.530 Euro. Starke Anlaufpunkte sind die Paddel- und Pedalstation und die Wohnmobilstellplätze. Gestiegen sei auch die Nachfrage nach E-Bikes. Denn: „Für Radfahrer wurde das Knotenpunktsystem ausgebaut“, so Lindstädt. Eng ist auch die Zusammenarbeit mit dem Verbund Oldenburger Münsterland, die das Erholungsgebiet Barßel-Saterland mitbewerben.