Wirtschaftliche Entwicklung Papenburg – die Innenstadt als Wohlfühlort
Beim Einzelhandel wird auf lokale Akteure und eine einladende Atmosphäre gesetzt. Citymanagerin Sabine Pinkernell erklärt das neue Konzept.
Papenburg - Beim Einzelhandel wird in Papenburg auf lokale Akteure und eine einladende Atmosphäre gesetzt. Citymanagerin Sabine Pinkernell erklärt, was hinter dem Konzept steckt. Wer entlang des Hauptkanals in Papenburg schlendert, dem wird schnell auffallen, dass hier keine Geschäfte großer Filialketten vertreten sind. Bei einer Umfrage unserer Redaktion im vergangenen Jahr gaben viele Papenburger an, ihnen fehlten H&M, Douglas und Primark in ihrer Stadt.
Stattdessen findet man neben Bäckerei, Optiker und Apotheke vor allem kleinere, lokale Händler wie die Buchhandlung Eissing oder Mariannes Kinderladen. Insgesamt sind am Hauptkanal 13 von 29 Geschäften, die zwischen Deverweg und Bundesstrtaße 70 am Hauptkanal angesiedelt sind, in lokaler Hand. Diese Aufteilung kommt nicht von ungefähr, sondern ist Teil der „neuen Innenstadtidentität, die nicht nur auf Handel fokussiert ist“, erklärt Citymanagerin Sabine Pinkernell. Die Papenburgerin habe bemerkt, dass die Nachfrage nach großen Filialen mittlerweile weniger geworden sei. Online-Shopping habe ihrer Meinung nach eine so große Rolle im Kaufverhalten eingenommen, dass der Wunsch, die Läden vor Ort zu haben, nicht mehr so groß sei.
Hauptkanal als Treffpunkt zum Flanieren
„Ich glaube, die Leute wollen gar nicht unbedingt einen H&M, sondern eher einen Grund, in die Stadt zu gehen“, erklärt Pinkernell. Deswegen arbeite das Citymanagement gemeinsam mit den lokalen Netzwerken daran, Orte als Treffpunkt für Papenburger zu schaffen. „Papenburg ist keine Shopping-Stadt.“ Dennoch sind laut Pinkernell die weiteren Entwicklungen am entstehenden Ems-Center und Deverpark zu beobachten. Hier liefen teilweise noch die Mietverhandlungen. Welche Geschäfte sich in dem Neubau des Einkaufszentrums ansiedeln werden, stehe noch nicht fest. Die Zahl der leer stehenden Geschäftsflächen am Hauptkanal sei gering, so Pinkernell. Aktuell stehe die Ladenfläche des ehemaligen Gina-Laura-Geschäftes leer sowie das Gebäude neben C&A.
Auch das Geschäft, das einmal die insolvente Drogeriekette „Ihr Platz“ beherbergte, steht immer noch leer. Hier versuche das Citymanagement durch ein Schaufensterprojekt den Leerstand zu kaschieren. Auf die Frage, wie zufrieden sie mit der aktuellen Einzelhandelssituation in Papenburg sei, zeigt sich Pinkernell im Gespräch mit unserer Redaktion sehr positiv: „Es ist zwar eher ein Langstreckenlauf als ein Sprint, aber so langsam zeigen sich die Ergebnisse.“ Ihr gefiele besonders der Zusammenhalt der lokalen Händler.
Mühlenplatz soll attraktiver werden
Viele Ideen, die durch die das Netzwerk „#papenburglocals“ im vergangenen Jahr angestoßen worden seien, würden in diesem Jahr bereits genutzt werden. Damit meint sie unter anderem den im November 2021 eröffneten Co-Working-Space und die in den Sommermonaten aufgebauten „Parklets“. Auch Veranstaltungsreihen wie die „Maritime Meile“ würden der Citymanagerin zufolge den lokalen Einzelhandel noch mehr stärken.
Das nächste Projekt, das in Planung sei, werde die Aufwertung des Mühlenplatzes sein. Meyers Mühle und der Vorplatz seien ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen Stadtpark und Hauptkanal. „Hier wollen wir die Aufenthaltsqualität steigern und attraktiver machen“, erklärt Pinkernell.