Schwerin So viel verdienen Lehrer an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern
Wie viel Gehalt ein Lehrer bekommt, ist in Deutschland je nach Bundesland unterschiedlich. So viel verdienen Lehrkräfte in Mecklenburg-Vorpommern.
In Deutschland gibt es etwa 800.000 Lehrkräfte. Davon sind drei Viertel verbeamtet. In Mecklenburg-Vorpommern werden Lehrer seit dem 1. August 2014 verbeamtet, wenn sie die notwendigen Voraussetzungen erfüllen. Dazu zählt die fachliche Qualifikation und eine Altersgrenze von 40 Jahren, die nicht überschritten sein darf. Das Grundgehalt von Beamten hängt von der jeweiligen Besoldungsgruppe ab, der sie zugeordnet sind.
Für verbeamtete Lehrkräfte gilt grundsätzlich die A-Besoldung. Wie hoch diese ausfällt, hängt von der Erfahrungsstufe ab. Lehrer werden in Mecklenburg-Vorpommern grundsätzlich unabhängig von der Schulform nach A13 besoldet. Demnach erhalten sie in der für sie ersten Erfahrungsstufe - direkt nach dem Referendariat - 4126,93 Euro brutto pro Monat. Mit sechs Jahren Berufserfahrung steigt das Gehalt beispielsweise auf 4506,54 Euro, nach zwölf Jahren auf 4823,14 Euro. Nach 28 Jahren Berufserfahrung beträgt das Grundgehalt dann maximal 5329,72 Euro.
Wenn ein Lehrer zu einem Oberstudienrat befördert wird, der zusätzliche Aufgaben in der Leitung oder Verwaltung der Schule übernimmt, wird er nach A14 besoldet. Dementsprechend verdient er 4340,40 Euro in der ersten Erfahrungsstufe. Dieses Grundgehalt kann nach 28 Jahren Berufserfahrung auf maximal 5900,52 Euro ansteigen.
Im Gegensatz zu Angestellten müssen Beamte Beiträge für die Krankenkasse selber zahlen. Je nach Bruttogehalt belaufen sich die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung auf etwa 600 bis über 1000 Euro pro Monat. Entscheiden sich Beamte für eine private Krankenversicherung (PKV), stellt diese eine Restkostenabsicherung dar. Beamte haben Anspruch auf Beihilfe vom Bundesland, wodurch bei der PKV mindestens 50 Prozent der Kosten getragen werden. Eine Privatversicherung mit 50 Prozent Beihilfe erhält ein Lehrer als Einstiegstarif ab etwa 225 Euro im Monat.
Schulleiter werden grundsätzlich in den Besoldungsgruppen A14 bis A16 eingestuft. Hier hängt die Besoldung von der Erfahrung, der Schulform und auch von der Größe der Schule ab.
Ein Rektor einer Regionalen Schule mit einer Schülerzahl bis 360 wird nach A14 besoldet. Bei einer Schülerzahl von mehr als 360 wird ein Leiter einer Regionalen Schule nach A15 besoldet und erhält zu Beginn 5307,21 Euro. Die Besoldungsgruppe A15 beginnt mit einer höheren Erfahrungsstufe, wodurch der Pädagoge bereits nach 22 Jahren das Maximum von 6661,41 Euro erreicht.
Bei Schulleitern von Gymnasien hängt die Besoldung davon ab, welche Jahrgangsstufen vorhanden sind und wie viele Schülerinnen und Schüler an der Schule sind. Wenn die oberste Jahrgangsstufe fehlt, wird ein Oberstudiendirektor nach A16 besoldet, wenn die Schülerzahl 540 übersteigt - ansonsten nach A15. Bei A16 erhält der Schulleiter je nach Erfahrungsstufe zwischen 5853,68 Euro und 7419,86 Euro. Wenn die zwei obersten Jahrgangsstufen fehlen, wird der Schulleiter erst nach A16 besoldet, wenn das Gymnasium eine Schülerzahl von 670 übersteigt. Leiter eines voll ausgebauten Gymnasiums mit allen Jahrgangsstufen werden bereits bei einer Schülerzahl ab 360 nach A16 besoldet.
Zusätzlich zum Grundgehalt können Zuschläge und Zulagen gewährt werden. Familienzuschläge variieren nach Familienstand und Anzahl der Kinder. Ohne Kinder erhalten Lehrer, die verheiratet, verwitwet oder geschieden sind, zusätzlich 141,07 Euro pro Monat. Lehrkräfte, denen Kindergeld zusteht, bekommen einen Zuschlag von 261,75 Euro pro Monat. Für das zweite zu berücksichtigende Kind erhöht sich der Familienzuschlag um 120,68 Euro, für das dritte und jedes weitere Kind um 308,98 Euro.
Um Lehrer zu werden, muss nach einem zumeist fünfjährigen Studium ein etwa 18 Monate andauerndes Referendariat abgeschlossen werden. Referendare erhalten Anwärtergrundbeträge. Abhängig von der Besoldungsgruppe des Einstiegsamtes variieren diese Beträge. Beim angepeilten Einstiegsamt A13 erhält der Referendar beispielsweise 1467,28 Euro brutto pro Monat.
Angestellte Lehrer werden nicht besoldet, sondern nach Tarifvertrag bezahlt. Dieses Gehalt ist ungefähr vergleichbar mit einem A13-Gehalt eines verbeamteten Lehrers. Beamte müssen allerdings keine Renten- und Arbeitslosenversicherung bezahlen, wodurch ihre Abzüge geringer sind. Zudem bekommen angestellte Lehrer keine Zulagen, wodurch sie im Monat insgesamt bis zu 1000 Euro netto weniger verdienen als verbeamtete Lehrkräfte.