Hannover Messe  Der Abgesang ist verfrüht

Nina Kallmeier
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Ein Kommentar von Nina Kallmeier
| 30.05.2022 17:35 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Hannover Messe 2022 findet nach zwei Jahren wieder in Präsenz statt. Foto: Gentsch/DPA
Die Hannover Messe 2022 findet nach zwei Jahren wieder in Präsenz statt. Foto: Gentsch/DPA
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Während der Pandemie hat die Messe-Branche stark gelitten. Manch einer hat sich gefragt, ob es dieses alte Modell noch braucht. Digitale Meetings sind aber nicht alles – das hat die Pandemie gezeigt.

In den vergangenen zwei Jahren war die Hannover Messe nur noch ein Schatten ihrer selbst. In diesem Jahr sieht das anders aus: Es herrscht wieder Leben auf dem Messegelände. Das ist auch gut so. Die Wirtschaft bewegt sich in einer nach wie vor kritischen Gemengelage: Globale Lieferketten sind gestört, Energie- und Rohstoffkosten explodieren, Fachkräfte sind in vielen Branchen ein Mangel. Und Digitalisierung, Klimaschutz und Energie sind wirtschaftlich und gesellschaftlich so relevant wie nie.

Natürlich ist es richtig, dass die Zurschaustellung der eigenen Fähigkeiten ein Anker ist zur guten alten analogen Zeit. Zwei Pandemie-Jahre und der damit einhergehende Digitalisierungsschub haben gezeigt, dass es auch anders geht. Und das lässt zu Recht immer öfter die Frage aufkommen, inwieweit Geschäftsreisen wie zur Hannover Messe noch notwendig sind. Und doch: Geschäftskontakte neu aufzubauen und zu pflegen, das funktioniert auch weiterhin vor allem dann, wenn man sich persönlich gegenübersteht. Auch das hat bei allen Vorteilen digitaler Meetings die Corona-Zeit gezeigt.

Allerdings werden aufgrund des Angriffskrieges Russlands richtigerweise russische Aussteller und Gäste fehlen. Und aufgrund der rigorosen Corona-Politik Chinas sind auch diese für die deutsche Wirtschaft wichtigen Akteure nicht vor Ort. Welche Auswirkung das auf den Erfolg der Messe haben wird, wird sich zeigen.

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