Softwarefehler bei Verifone  Nach wie vor Probleme bei Kartenzahlungen in Ostfriesland

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 27.05.2022 11:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Rund um Geräte des Herstellers Verifone gibt es Probleme. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Rund um Geräte des Herstellers Verifone gibt es Probleme. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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Nach wie vor ist das Problem rund um die Kartenlesegeräte nicht gelöst. Aber das Unternehmen äußerte sich nun erstmals

Ostfriesland - Nach wie vor gibt es Probleme bei Zahlungen per Giro-, Kreditkarte und Zahlungsdiensten wie Apple Pay. Es sieht derzeit auch nicht so aus, als würden die Probleme in dieser Woche noch gelöst werden können. „Die Störungen dauern an“, sagte ein Sprecher des Finanzdienstleisters Concardis. „Wir warten weiter auf Signale von Verifone.“ Ähnlich äußerte sich eine Sprecherin des Zahlungsdienstleisters Payone. Bundesweit gibt es demnach seit Dienstagabend erhebliche Einschränkungen bei der Verarbeitung von Transaktionen bei Kartenzahlungsterminals des Typs H5000 des Herstellers Verifone.

Das US-Unternehmen äußerte sich erstmals am Donnerstag zu den Problemen und kündigte eine Lösung an. „Wir werden in Kürze ein Software-Update für unsere Kunden bereitstellen, um das Problem zu beheben, und werden unsere Kunden informieren, sobald dieses verfügbar ist“, teilte ein Sprecher von Verifone-Deutschland mit. Der Terminal-Typ H5000 wird den Angaben zufolge hauptsächlich in Deutschland eingesetzt.

Probleme auch in Ostfriesland

Bereits am Dienstag fielen erste Terminals in Ostfriesland aus. Bei der Esso-Tankstelle in Leer beispielsweise funktionierte nur noch ein Lesegerät. Das andere hatte den Geist aufgegeben – daran hatte sich auch am Donnerstagnachmittag noch nichts geändert. Auch an der Tankstelle bei Multi Süd soll es zu Störungen gekommen sein. Multi selber soll nach Informationen dieser Zeitung aber nicht betroffen sein. Bei Multi-Nord werden beispielsweise modernere Geräte eingesetzt als das betroffene. Bei der Sparkasse Leer-Wittmund seien bisher auch wenige Klagen von Einzelhändlern angekommen. „Der Fehler hat auch nichts mit den Banken zu tun“, betont Carsten Mohr, Sprecher der Sparkasse. Das bestätigt die ostfriesische Volksbank. „Die über uns angeschlossenen Händler - über unseren Vertriebspartner der VR Payment GmbH - sind davon nicht betroffen.

Alle unsere Händler nutzen das betroffene ec-cash Gerät nicht mehr“, sagt Björn Nauschütt Prokurist der OVB.

Auch bei Bünting befasst man sich mit der Problematik. „Wegen einer allgemeinen Störung in der Zahlungsabwicklung ist derzeit in unseren Märkten nur eingeschränkt eine Kartenzahlung möglich. Wir arbeiten an der Lösung des Problems“, sagt Martina Monsees, Pressereferentin bei Bünting. Ähnlich äußerte sich die Drogerie-Kette Rossmann und Edeka. Nicht betroffen sind laut eigener Aussage Aldi Süd und die Rewe-Gruppe, das heißt die Märkte von Rewe, Penny und Toom Baumarkt.

Software ist das Problem

Deutschlandweit ist die Zahlung per Giro- oder Kreditkarte nach Angaben von Zahlungsdienstleistern und Banken seit Dienstagabend teilweise gestört. Da die Terminals das Problem darstellen, sind auch Dienstleister wie beispielsweise Apple Pay von dem Problem betroffen und können nicht genutzt werden. „Wir verzeichnen, wie auch andere Netzbetreiber, aktuell bundesweit erhebliche Einschränkungen bei der Verarbeitung von Transaktionen bei Kartenzahlungsterminals des Typs H5000 des Herstellers Verifone“, teilte der Zahlungsdienstleister Payone am Mittwoch in Frankfurt mit. Ursache sei den ersten Erkenntnissen nach eine Störung innerhalb bestimmter Versionen der von dem US-Hersteller bereitgestellten Software.

„Die Störungen dauern an“, sagte ein Sprecher des Finanzdienstleisters Concardis am Donnerstagnachmittag. „Wir warten weiter auf Signale von Verifone.“ Das Unternehmen äußerte sich im Laufe des Donnerstags erstmals zu den Problemen: „Wir werden in Kürze ein Software-Update für unsere Kunden bereitstellen, um das Problem zu beheben“, teilte ein Verifone-Sprecher mit. Der Terminal-Typ H5000 werde hauptsächlich in Deutschland eingesetzt. Der Bundesverband deutscher Banken stellte stellvertretend für die deutsche Kreditwirtschaft klar, dass die betreffenden Terminals zwar für alle Zahlungsarten ausfallen, der entsprechende Typ jedoch nur einen geringen Anteil der in Deutschland eingesetzten Geräte ausmache.

Wie sehr betrifft das Problem Ostfriesland?

Unsere Zeitung hat am Mittwochabend bei einigen Banken angefragt, ob sie feststellen können, welche Dimension das Problem in Ostfriesland hat. Beispielsweise auf Basis von geringer ausfallenden Geldströmen, die über Kartenzahlungssysteme hereinkommen.

Ein Sprecher der Oldenburgischen Landesbank (OLB) schilderte kurzfristig einen „ungefähren Eindruck“: Der Leiter der Filialgebiete Aurich-Wittmund und Ostfriesische Küste sowie der Leiter für Mittelstand und Freie Berufe in der Region Nord hätten berichtet, dass ihnen am Mittwoch vor Ort „keine besonderen Auffälligkeiten“ bekannt geworden seien. Der Pressesprecher ergänzte: „Ob das nun für ein eher kleineres oder regional begrenztes Problem spricht, kann ich in der Kürze der Zeit allerdings nicht mehr verifizieren.“ Gleiches gilt auch für die Sparkasse Leer-Wittmund

Bis wann funktionieren die Geräte wieder?

Der Zahlungsdienstleister Payone erwartet nicht, dass die angekündigte Software-Aktualisierung schnell umgesetzt werden kann, da – bisherigen Infos zufolge – ein manueller Eingriff an den Geräten nötig ist. „Dieser komplexe Vorgang kann daher nicht ad hoc in der Fläche ausgeführt werden, sondern wird geraume Zeit in Anspruch nehmen“, hieß es. Man wolle die Kunden hierbei unterstützen.

Ähnlich äußerte sich auch der Concardis-Sprecher: „Wir versuchen, die betroffenen Händler so gut wie möglich zu unterstützen, indem wir beispielsweise – wo möglich – Terminals austauschen“. Wann wieder alles normal funktionieren soll, ist demnach noch nicht klar. Auffällig ist, dass die bisher einwandfrei funktionierenden Geräte laut Homepage des Herstellers nicht mehr produziert werden. Es gebe neuere Modelle.

Mit Material der dpa

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