Nächste Saison in der Bezirksliga Wie Jheringsfehn der dritte Aufstieg in fünf Jahren gelang
Der SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel spielt kommende Saison in der Bezirksliga. Es ist der dritte Aufstieg in fünf Jahren und das Ergebnis besonderer Jugendarbeit.
Jheringsfehn - Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte spielen die Herrenfußballer aus Jheringsfehn, Stikelkamp und Timmel in der kommenden Saison in der Bezirksliga. Der Aufstieg des Ostfrieslandliga-Zweiten ist nicht nur deshalb besonders. Er ist im Grunde auch von ganz, ganz langer Hand geplant. „Das war immer unser Traum, dass die Jungs mal in die Bezirksliga aufsteigen“, erzählt Uwe Freudenberg, heute SV-Beauftragter des SV Jheringsfehn/Stikelkamp/Timmel und obendrein noch Reservetrainer.
Der Traum begann, als der Großteil der heutigen Aufstiegsmannschaft noch nicht mal konfirmiert war. Parallel entwickelten sich vor vielen Jahren starke Jugendteams des Jahrgangs 1998. Eines beim VfL Jheringsfehn mit Trainer Joachim Reimers, eines beim SV Stikelkamp mit Coach Uwe Freudenberg. „Als es in der C-Jugend auf die großen Tore ging, haben wir uns zusammengetan und auch zusammen viele Erfolge gefeiert. Da war der Traum da, dass die Jungs irgendwann mal auch im Herrenbereich daran anknüpfen können. Wir hatten einen Kern von 15, 16 Jungen. Viele von ihnen sind heute noch dabei.“
Zwei Titel in einem Jahr
Der Abschluss der glorreichen Jugendjahre, an denen auch die Trainer Johann Eckhoff und Eike Wilhelms ihren Anteil hatten, war zugleich der Startschuss für aufstrebende Herrenjahre. In ihrer letzten Saison 2016/2017 wurde die SG Jheringsfehn/Stikelkamp Meister der A-Junioren-Bezirksliga und die 1. Herren Meister der B-Klasse (2. Kreisklasse). „Die A-Jugendlichen halfen da auch schon öfter aus und hatten auch ihren Anteil am Herren-Aufstieg“, erinnert sich Uwe Freudenberg, der damals beide Teams trainierte und nach dem Doppel-Triumph aufhörte. „Ich hatte das Gefühl, dass nach den vielen Jahren mal ein anderer Einfluss kommen sollte. Das war die richtige Entscheidung.“
Unter Andreas Ysker gelang dann im zweiten Jahr schon der nächste Aufstieg in die Ostfrieslandliga (2019), unter Uwe Welzel nun der dritte Aufstieg binnen fünf Jahren. Zwischenzeitlich hatte sich auch SuS Timmel angeschlossen und aus der SG wurde ein SV – denn Spielgemeinschaften dürfen im Männerfußball nicht auf Bezirksebene spielen.
„Fehntjer Jungs“ machen Klub stolz
„Das ist eine ganz tolle Mannschaft mit lauter ‚Fehntjer Jungs‘, die auch außerhalb des Platzes viel zusammen unternehmen“, freut sich Welzel, der zuvor viele Jahre als DFB-Stützpunkttrainer, Jugend- und Herrentrainer bei Kickers gearbeitet hatte. Er führte zusammen mit Uwe Langheim die Emder Herren 2019 zurück in die Oberliga und musste dann für Stefan Emmerling weichen.
Die Arbeit in Jheringsfehn (Heimspiele und Training im Sommer), Stikelkamp (Pokalspiele und Training im Winter) und Timmel (Training und Testspiele) ist für Welzel eine Herzensangelegenheit. Der VfL Jheringsfehn ist sein Heimatverein. „Mir macht es große Freude mit dem Team und dem tollen Umfeld.“ Dieses wird vom rührigen VfL-Klubchef Uwe de Buhr, der sich um vieles kümmert, angeführt. Es geht im wahrsten Sinne des Wortes auch für Trainer Uwe Welzel familiär zu. Bruder Matthias ist sein Co-Trainer, ab Sommer dann Coach der A-Jugend. Sohn Sönke und Neffe Torben spielen fürs Aufstiegsteam, der andere Neffe Tobias (U19 Kickers Emden) tut es ab Sommer.
Der Double-Traum platzte noch
Sonnabend steht nun die große Abschlussfeier mit vielen Freunden, Sponsoren und Helfern an. Gerne hätte man dort auch die Meisterschale präsentiert. Doch am letzten Spieltag gab es statt des erhofften Sieges gegen Suurhusen eine 0:3-Niederlage. „Die Enttäuschung war erst natürlich groß, zumal die Jungs alles versucht und auch ihre Chancen hatten“, erzählt Uwe Welzel. Auch der Double-Traum platzte ein paar Tage zuvor, weil man stark ersatzgeschwächt bei Borssum II im Pokal-Halbfinale saft- und kraftlos 0:2 verlor.
Doch über allem steht der Bezirksliga-Aufstieg, der nach einem 3:2-Sieg bei TuRa Marienhafe am 15. Mai spontan und ausgiebig gefeiert wurde. Nach ein paar Wochen Pause und einer Mannschaftsfahrt nach Mallorca soll dann die Vorbereitung auf die erste Bezirksliga-Saison beginnen. Sollte die Mannschaft, die im Kern zwischen 23 und 25 Jahre alt ist, die neue Herausforderung meistern, könnte der Traum von vor rund zehn Jahren von Bezirksliga-Fußball in Jheringsfehn und Stikelkamp mehr werden als nur ein einjähriges Abenteuer.