Probleme bei Kartenzahlung  Bundesweite Störung trifft auch Ostfriesland

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 25.05.2022 14:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Wer auf seine EC-Karte angewiesen ist, steht derzeit vor Problemen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Wer auf seine EC-Karte angewiesen ist, steht derzeit vor Problemen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
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In Ostfriesland kann derzeitKartenlesegeräte des Herstellers Verifone sind von einem Softwarefehler betroffen. Deshalb gibt es in Ostfriesland Probleme bei der Zahlung mit Karten und Apple Pay.

Ostfriesland - Wer bei Aldi an der Hohen Loga in Leer am Mittwochmittag seinen Einkauf mit Karte bezahlen wollte, stand vor einem großen Problem. An allen Kassen hing ein großer Zettel: „Kartenzahlung nicht möglich“. Und das ist kein Einzelfall, denn hier wird auf das Kartenzahlungsterminal des Typs H5000 des Herstellers Verifone gesetzt. Bei diesem gibt es seit Dienstag gravierende Probleme.

Die Verkäuferin hatte die undankbare Aufgabe, den Umstand den Kunden zu erklären. „Es scheint tatsächlich überall Probleme zu geben“, sagte sie. Tatsächlich haben viele Märkte in Ostfriesland derzeit damit zu kämpfen. „Aufgrund einer deutschlandweiten Störung im gesamten Handel ist zurzeit auch in einigen Filialen von Aldi Nord leider keine Kartenzahlung möglich“, hieß es von dem Discounter.

Probleme seit Dienstagabend

Bereits am Dienstag fielen erste Terminals in Ostfriesland aus. Bei der Esso-Tankstelle in Leer beispielsweise funktionierte nur noch ein Lesegerät.Das andere hatte den Geist aufgegeben – daran hatte sich auch am Donnerstagnachmittag noch nichts geändert. Auch an der Tankstelle bei Multi Süd soll es zu Störungen gekommen sein. Multi selber soll nach Informationen dieser Zeitung aber nicht betroffen sein. Bei der Sparkasse Leer-Wittmund seien bisher auch wenige Klagen von Einzelhändlern angekommen. „Der Fehler hat auch nichts mit den Banken zu tun“, betont Carsten Mohr, Sprecher der Sparkasse.

Auch bei Bünting befasst man sich mit der Problematik. „Wegen einer allgemeinen Störung in der Zahlungsabwicklung ist derzeit in unseren Märkten nur eingeschränkt eine Kartenzahlung möglich. Wir arbeiten an der Lösung des Problems“, sagt Martina Monsees, Pressereferentin bei Bünting. Ähnlich äußerte sich die Drogerie-Kette Rossmann und Edeka. Nicht betroffen sind laut eigener Aussage Aldi Süd und die Rewe-Gruppe, das heißt die Märkte von Rewe, Penny und Toom Baumarkt.

Software ist das Problem

Deutschlandweit ist die Zahlung per Giro- oder Kreditkarte nach Angaben von Zahlungsdienstleistern und Banken seit Dienstagabend teilweise gestört. Da die Terminals das Problem darstellen, sind auch Dienstleister wie beispielsweise Apple Pay von dem Problem betroffen und können nicht genutzt werden. „Wir verzeichnen, wie auch andere Netzbetreiber, aktuell bundesweit erhebliche Einschränkungen bei der Verarbeitung von Transaktionen bei Kartenzahlungsterminals des Typs H5000 des Herstellers Verifone“, teilte der Zahlungsdienstleister Payone am Mittwoch in Frankfurt mit. Ursache sei den ersten Erkenntnissen nach eine Störung innerhalb bestimmter Versionen der von dem US-Hersteller bereitgestellten Software.

„Die Störungen dauern an“, sagte ein Sprecher des Finanzdienstleisters Concardis am Donnerstagnachmittag. „Wir warten weiter auf Signale von Verifone.“ Das Unternehmen äußerte sich im Laufe des Donnerstags erstmals zu den Problemen: „Wir werden in Kürze ein Software-Update für unsere Kunden bereitstellen, um das Problem zu beheben“, teilte ein Verifone-Sprecher mit. Der Terminal-Typ H5000 werde hauptsächlich in Deutschland eingesetzt. Der Bundesverband deutscher Banken stellte stellvertretend für die deutsche Kreditwirtschaft klar, dass die betreffenden Terminals zwar für alle Zahlungsarten ausfallen, der entsprechende Typ jedoch nur einen geringen Anteil der in Deutschland eingesetzten Geräte ausmache.

Wie sehr betrifft das Problem Ostfriesland?

Unsere Zeitung hat am Mittwochabend bei einigen Banken angefragt, ob sie feststellen können, welche Dimension das Problem in Ostfriesland hat. Beispielsweise auf Basis von geringer ausfallenden Geldströmen, die über Kartenzahlungssysteme hereinkommen.

Ein Sprecher der Oldenburgischen Landesbank (OLB) schilderte kurzfristig einen „ungefähren Eindruck“: Der Leiter der Filialgebiete Aurich-Wittmund und Ostfriesische Küste sowie der Leiter für Mittelstand und Freie Berufe in der Region Nord hätten berichtet, dass ihnen am Mittwoch vor Ort „keine besonderen Auffälligkeiten“ bekannt geworden seien. Der Pressesprecher ergänzte: „Ob das nun für ein eher kleineres oder regional begrenztes Problem spricht, kann ich in der Kürze der Zeit allerdings nicht mehr verifizieren.“

Bis wann funktionieren die Geräte wieder?

Der Zahlungsdienstleister Payone erwartet nicht, dass die angekündigte Software-Aktualisierung schnell umgesetzt werden kann, da – bisherigen Infos zufolge – ein manueller Eingriff an den Geräten nötig ist. „Dieser komplexe Vorgang kann daher nicht ad hoc in der Fläche ausgeführt werden, sondern wird geraume Zeit in Anspruch nehmen“, hieß es. Man wolle die Kunden hierbei unterstützen.

Ähnlich äußerte sich auch der Concardis-Sprecher: „Wir versuchen, die betroffenen Händler so gut wie möglich zu unterstützen, indem wir beispielsweise – wo möglich – Terminals austauschen“.

Mit Material der dpa

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