Erst muss ein Konzept her Klimaschutz im Rheiderland – aber eins nach dem anderen
Im Rheiderland will man beim Klimaschutz die Ärmel hochkrempeln, überstürzen will man aber nichts. Besonders wenn es um Personalentscheidungen geht.
Rheiderland - Starkregen macht nicht an einer Gemeindegrenze Halt, wenn Deiche brechen, sind alle betroffen: Bis 2045 solle die Stadt Weener klimaneutral werden, das heißt, nur so viel CO2 ausstoßen, wie auch gebunden werden könne. „Die aktuellen Berichte aus der Wissenschaft zeigen, dass wir im letzten Jahrzehnt leben, in dem wir den Klimawandel noch stoppen können“, mahnt sie SPD in einem Antrag im Ausschuss für Klima, Umwelt und Naturschutz in Weener.
Hochwasser, Stürme, Sturmfluten, Dürreschäden, all das beeinflusse das Rheiderland, die Stadt Weener sei insbesondere auch von Überschwemmungen bei Starkregen betroffen. Deshalb müsse ein Klimaschutzkonzept erstellt werden. Und Geld dafür eingeplant werden.
Erst Konzept, dann Personal
„Machen wir“, entgegnete Bürgermeister Heiko Abbas. Die Gemeinden Bunde und Jemgum sowie die Stadt Weener wollen in den kommenden Jahren beim Thema Klimaschutz zusammenarbeiten. Das formulierten die Bürgermeister Abbas, Uwe Sap (Bunde) und Hans-Peter Heikens (Jemgum) im Februar bereits in einer gemeinsamen Pressemitteilung. 30.000 Euro sind pro Kommune eingeplant, damit eine externe Agentur berät und am Ende Maßnahmen feststehen. Diese Leistungen werden über das Bundesumweltministerium mit bis zu 90 Prozent Fördermitteln unterstützt. In Weener sind es 70 Prozent, so Abbas.
Dass der Klimawandel ein drängendes Problem ist, da waren sich im Ausschuss alle einig. Bis Ende 2022 die Stelle für einen Klimaschutzmanager oder eine -managerin im Rheiderland zu schaffen, wie es die Grünen beantragten, wird allerdings erst einmal nicht angestrebt. „Was soll er oder sie denn machen?“, fragte Abbas. Er habe mehrfach erlebt, dass Klimabeauftragte in Verwaltungen von Abteilung zu Abteilung irrten, um etwas zu finden, wo sie mit ihrer Arbeit ansetzen könnten. Allein die Infrastruktur, die gemeindeeigenen Gebäude fit zu machen, den Naturschutz zu stärken oder die Bürger mehr einzubinden, könnten je ein Vollzeitjob sein. „Wir müssen das vorher definieren“, so Abbas. Die Manager, die er erlebt habe, hätten ihren Job unter den Voraussetzungen nämlich nicht lange gemacht.