Verkehr in Leer Staus am Bummert ärgern Anwohner - Stadt bittet um Geduld
Die Ampelanlage an der wichtigen Kreuzung wurde in der vergangenen Woche in Betrieb genommen. Seitdem herrscht bei den Anwohnern schlechte Luft.
Leer - Kaum ist die Ampelanlage am Bummert in Betrieb, schon scheint sich ein neues Problem aufzutun: Staus. Mehrere Anwohner berichten von schier endlosen Blechlawinen, die sich auf allen drei Straßen, die zum Bummert führen, bildeten. Eine Anwohnerin sprach von ganztägigem Lärm, eine andere davon, dass es sogar in ihrem Haus nun nach Abgas riechen würde, wenn sie die Fenster auf habe. In einem sind sie sich einig: So könne es nicht bleiben.
Was und warum
Darum geht es: Die Kreuzung am Bummert erhitzt nach wie vor die Gemüter
Vor allem interessant für: alle, die am Bummert wohnen, oder dort entlangfahren
Deshalb berichten wir: Wir behalten die Situation an der Kreuzung im Blick. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
„Die Lichtsignalanlage ist erst seit wenigen Tagen in Betrieb. Aufgrund der Komplexität der Anlage bedarf es dort bei allen Verkehrsteilnehmern einer gewissen Eingewöhnungszeit“, erklärt Stadtsprecherin Sabine Dannen. Tatsächlich gab es am Montagmorgen und -vormittag nur noch kurze Staus. Aus der Friesenstraße kommend staute es sich bis zur Mittagszeit gar nicht. Von der Ubbo-Emmius-Straße kommend bildeten sich Staus mit bis zu 13 Fahrzeugen. Nur in der Heisfelder Straße kam es noch zu langen Wartezeiten.
Erste Woche von Staus geprägt
Längere Wartezeiten mussten am Montag um die Mittagszeit eingeplant werden, als die Schüler sich zum Verkehr gesellten. Anders war das in der vergangenen Woche. An jedem Tag seit der Inbetriebnahme der Ampelanlage kam es in allen drei Straßen zu langen Rückstaus und teilweise gefährlichen Situationen durch Verkehrsteilnehmer, die einander die Vorfahrt nahmen.
In sozialen Netzwerken tauschten sich Anwohner über die Situation aus. Dabei entlud sich der Zorn vor allem gegen Fahrradfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln und die Ampeln halten würden. Auch wäre, so die Anwohner, ein Kreisverkehr die bessere Lösung gewesen. Doch kam es wirklich unerwartet zu den Staus?
Stadt hat die Lage im Blick
„In verschiedenen Vorberichten und Simulationen zur Lichtsignalanlage wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass es zu Verlustzeiten für die Verkehrsteilnehmer kommen wird. Es ist erfahrungsgemäß eine übliche Folge, dass die ,Leichtigkeit des Verkehrs‘ durch den Betrieb einer Lichtsignalanlage eingeschränkt wird“, so die Stadtsprecherin.
Sie formuliert zudem die Ziele der Stadt für die Kreuzung: „Insgesamt soll es zu einer ausgewogenen Verkehrsbelastung aller Zufahrtstraßen kommen.“ Auch scheint man die Lage im Blick zu haben, denn die Sprecherin verspricht: „Wenn noch Umstellungen erforderlich sein sollten, wird nachgebessert.“ Sie betont zudem, dass es seit der Inbetriebnahme der Ampel keine Unfälle gegeben habe. Das bestätigt auch die Polizeiinspektion Leer/Emden. Nach ihrer Statistik habe es den letzten Unfall am Bummert im Januar gegeben.
Lange Vorgeschichte
Die Ampelanlage am Bummert wurde am vergangenen Dienstagvormittag offiziell in Dienst genommen. Vor einigen Wochen, beim letzten Versuch die Ampelanlage in Betrieb zu nehmen, kam es beinahe zu einem schweren Unfall. Ein Autofahrer, von der Friesenstraße kommend, fuhr bei Grün nach links auf die Heisfelder Straße. Nachdem der Autofahrer die Ampel überquert hatte, sprang die Ampel auf Rot. Zeitgleich schaltete die Radfahrerampel an der Heisfelder Straße auf Grün und eine Radfahrerin fuhr los.
Die Wege der beiden Verkehrsteilnehmer kreuzten sich. Im letzten Moment bremste der Autofahrer und die Radfahrerin bekam nur einen gehörigen Schreck, wurde jedoch nicht verletzt. Passiert war nichts und schuld war auch niemand, denn beide waren bei Grün gefahren. Für die Stadt war klar: So kann es nicht bleiben. Eine Änderung der Software war nötig, die in der vergangenen Woche eingespielt wurde. Die Bummert-Kreuzung war fast ein Jahr wegen der Bauarbeiten nur beschränkt befahrbar.
Im Juni 2021 wurde sie komplett gesperrt und die Ampeln errichtet. Seit November sind die Fahrbahnen befahrbar, allerdings waren die Ampeln nicht einsatzbereit. Die Kreuzung wurde umgebaut, weil sie als Unfallschwerpunkt für Fahrradfahrer galt. Während die Stadt einen Umbau lange hinausgezögert hatte, bestand der Landkreis auf diesen. „Der Landkreis Leer hat als Fachaufsicht die Entscheidung der städtischen Verkehrsbehörde bestätigt und angeordnet, dass die Stadt diese Anordnung umsetzen muss. Die Kommunalaufsicht hat zudem angeordnet, dass die Stadt die Investition im Haushalt einplanen muss. Das war unsere Rolle“, so Kreissprecher Philipp Koenen.