Bürgerinitiative „Rettet den Elisabethfehnkanal“ hat Auflösung angekündigt
Mit dem Neubau der Schleuse Osterhausen hat die Bürgerinitiative ihr Ziel erreicht. Ihr Vorsitzender kündigte daher das baldige Ende an.
Elisabethfehn - Ende Dezember 2012 sorgte eine Mitteilung des Bundesministeriums Verkehr, Bau und Stadtentwicklung für Verwirrung am Elisabethfehnkanal. Darin wurde ausgeführt, dass die Schleuse Osterhausen nur noch still gelegt werden kann, damit die Verkehrssicherheitspflicht des Elisabethfehnkanals gegeben ist. Das hätte das Ende des einzigen noch komplett schiffbaren Fehnkanals in Deutschland bedeutet. Unter der Federführung des Geschwisterpaares Walter Eberlei und Gunda Schröder gründete sich die Bürgerinitiative (BI) „Rettet den Elisabethfehnkanal“, die derzeit rund 600 Mitglieder hat, um den Kanal zu retten. Nun nach fast zehn Jahren kann festgehalten werden: mit Erfolg.
Die Schleuse Osterhausen wurde neu gebaut. Die Schiffbarkeit des Kanals ist gegeben. „Es war ein langer, harter und steiniger Weg mit vielen Diskussionen, Protesten, Versammlungen, Verhandlungen und Sitzungen, die zu diesem Erfolg führten“, stellte der BI-Vorsitzende Walter Eberlei auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Samstagnachmittag im Festzelt an der Schleuse fest. Gleichzeitig wurde das Vereinsfest gefeiert, das eigentlich schon vor zwei Jahren bei der Inbetriebnahme der neuen Schleuse gefeiert werden sollte. Wegen der Pandemie fiel es aus.
Das großes Ziel ist erreicht
Mit der Inbetriebnahme der Schleuse habe die BI ihr großes Ziel erreicht und dem Slogan „Gemeinsam sind wir stark“ gerecht werden können. „Viele Menschen haben sich damals auf den Weg gemacht, um den Elisabethfehnkanal zu retten.
„Es war ein mühsamer und schwerer Weg, der letztlich aber zum Erfolg geführt hat. Heute freuen wir uns“, lobte der stellvertretende Landrat des Landkreises Cloppenburg, Bernd Möller, das Engagement der BI in seiner Rede. Der Slogan „Einigkeit macht stark“ treffe es auf den Punkt, denn die Politik hätte gehört und verstanden.
Landkreis nun für Brücke zuständig
Der Landkreis Cloppenburg habe die marode Schleuse für den symbolischen Betrag von einem Euro vom Bund gekauft und damit und ein weiteres Hindernis auf dem Weg zum Neubau aus dem Weg geräumt. Die bauliche Unterhaltung und Verantwortung der Schleuse obliegt nun dem Landkreis Cloppenburg. Für die Schleusung sorgen nun ehrenamtliche Kräfte von Landkreis und Gemeinde. Rund 1,95 Millionen Euro kostete der Neubau, so Möller.
Auch Bürgermeister Nils Anhuth hob noch einmal die Anstrengungen der BI zum Erhalt des Kanals und Bau der Schleuse hervor. „Als Gemeinde haben auch wir unser Scherflein zum Erhalt des Kanals beigetragen.“ Den Verantwortlichen der BI sprach er sein Lob aus, denn die Sache habe stets im Mittelpunkt gestanden.
Vorstand formal gewählt
Ein kleines Projekt stehe noch aus. Die BI lasse derzeit ein kleines Modell der Schleuse aus Edelstahl mit einer Länge von zirka drei Meter bauen. „Damit können die Kinder dann spielen. Sie erfahren dabei , wie die Schleuse funktioniert und bedient wird, denn es gibt auch Unter- und Oberwasser und auch Schleusentore. Aufgestellt wird das Modell auf dem Gelände des Moor- und Fehnmuseums“, erklärte Projektleiter Henning Schünemann.
Formal wurde mit Walter Eberlei noch der Vorsitzende, mit Henning Schünemnan der Stellvertreter, mit Torsten Speidel der Kassenwart und mit Hans Bunger der Schriftführer gewählt.