Ossiloop Dieser Mann läuft allen Janssens davon
Georg Janssen aus Ihlowerfehn ist der schnellste Ossilooper mit diesem Nachnamen. Für ihn und die weiteren 900 Teilnehmer steht am Freitagabend die letzte Etappe an.
Bensersiel - Georg Janssen sucht sich schnell ein ruhiges Plätzchen für das Gespräch mit unserer Zeitung. Der Berufsschullehrer hat an diesem Tag keinen Unterricht mehr und daher Zeit für ein Telefonat. Beim Ossiloop liegt Georg Janssen aktuell auf Platz zwölf der Gesamtwertung und ist damit in diesem Jahr der schnellste Ossilooper namens Janssen.
In den vergangenen Jahren haben insgesamt 461 Läuferinnen und Läufer mit diesem Nachnamen teilgenommen. Das geht aus der Statistik von Harm Park hervor, der alle Daten rund um den Ostfriesland-Lauf auf der Internetseite des TuS Weene zusammenträgt. Die Janssens sind absolute Rekordhalter – mit großem Abstand folgt auf Platz zwei der Nachname Meyer (208). Wir stellen in dieser Serie einige Ossilooper mit dem Nachnamen Janssen vor.
„Früher fand ich Laufen langweilig“
„Der Name Janssen qualifiziert mich jetzt also für einen Zeitungsberixcht. So einfach kann’s gehen“, sagt Georg Janssen lachend. Zum Laufsport hat der 38-Jährige vor acht Jahren gefunden. „Ich habe eigentlich immer Fußball gespielt“, sagt der Ostfriese. „Irgendwann habe ich aber dann gemerkt, dass ich älter und langsamer wurde und irgendwann hat es dann nur noch für die zweite Mannschaft gereicht. Und dann hatte ich hier und da Wehwehchen und immer wieder Schmerzen in den Knöcheln. Da hab ich dann gesagt, ich höre auf damit. Da hatte ich erst gar nicht den Plan, zu laufen“, erinnert sich der Berufsschullehrer und fügt schmunzelnd hinzu: „Also früher fand ich Laufen wirklich langweilig. Da fand ich Fußball immer spannender. Das hat sich aber geändert, als ich andere Läufer kennengelernt habe. Die sind alle meine Freunde geworden.“ Nachdem er nach Ihlowerfehn gezogen war, lernte er dort Stefan de Jonge und Jan Waschkau kennen – zwei Namen, die in der lokalen Läuferszene gut bekannt sind. Schnell schloss sich Janssen der Laufgruppe „Ihlower Loopers“ an und später auch dem TuS Weene. Dort trainiert er seitdem regelmäßig. „Das macht total Spaß und ist eine tolle Gemeinschaft.“ Drei bis fünf Mal wöchentlich – je nachdem, ob ein Wettkampf ansteht oder nicht – schnürt Georg Janssen seine Laufschuhe.
An Läufern schätzt der 38-Jährige vor allem, dass sie „fast immer gut drauf sind“ und „immer interessante Geschichten“ zu erzählen haben. Mittlerweile läuft der Berufsschullehrer auch gerne mal alleine: „Manchmal denke ich dabei über irgendetwas nach und manchmal aber auch einfach über gar nichts. Das ist ganz unterschiedlich.“
Hobby: Mit dem Flugzeug über Ostfriesland fliegen
Georg Janssen wuchs in Esens auf, wohnt aber mittlerweile in Ihlowerfehn. Er unterrichtet Metalltechnik und Physik an der BBS Emden – ein Beruf, zu dem er als Quereinsteiger gekommen ist: „Ich habe Maschinenbau studiert und war als Ingenieur bei Enercon tätig. Ich habe dann nach vier Jahren aber ein wenig mit dem Lehrerberuf geliebäugelt und dann hat sich die Gelegenheit ergeben, dass hier jemand gesucht wurde. Und dann hab ich mich einfach mal beworben und geschaut, ob es mir gefällt. Das war auf jeden Fall die richtige Entscheidung – Lehrersein macht mir sehr Spaß und es ist definitiv der richtige Beruf für mich.“ Neben dem Laufen sucht sich der zweifache Familienvater seinen Ausgleich in luftiger Höhe: „Ich fliege ab und an mit einem Ultraleichtflugzeug über Ostfriesland. Am schönsten ist es die Küste entlang, zwischen Festland und Inseln. Da kann man mit wenig Flugzeit richtig viel sehen. Das ist sehr schön.“
Georg Janssen ist froh, dass der Ossiloop in diesem Jahr wieder in altbekannter Form stattfinden kann. Es stört ihn auch nicht, dass weniger Läuferinnen und Läufer dabei sind als in den Vor-Corona-Jahren. „Ich finde, das hat Charme.“ Mit seiner Leistung ist er in diesem Jahr aber nicht ganz zufrieden. „Ich wäre gern ein bisschen schneller und hatte mir eigentlich eine einstellige Platzierung vorgenommen“, sagt der Ihlowerfehner. Nach dem Ossiloop geht es im August für Georg Janssen mit dem Training für den Frankfurt-Marathon im Herbst los. „Marathons machen mir unglaublich Spaß, weil mir die Langstrecken eigentlich besser liegen als die kurzen – zehn Kilometer sind fast schon zu wenig für mich“, sagt er.
Letzte Etappe durch die alte Heimat
Erst einmal steht für Georg Janssen und die weiteren knapp 900 Ossilooper am Freitagabend aber die letzte Teilstrecke von Dunum nach Bensersiel an. Janssen freut sich auf die letzte Etappe: „Da laufen wir durch meine alte Heimat. In Esens habe ich die meisten Fans.“
Gestartet wird wegen der Baustelle auf der Auricher Straße beim alten Sportplatz des SC Dunum. „Ich werde Euch leider nicht mehr sehen, da ich mich frühestens Sonnabend freitesten kann“, schreibt Ossiloop-Organisator Edzard Wirtjes in einem Infoschreiben an alle Teilnehmer. Wirtjes konnte wegen einer Coronainfektion bereits am Dienstag nicht dabei sein. Für alle, die nicht dabei sein können, liefern wir in einem kostenlosen Liveblog auf unserer Website wieder Infos, Fotos und Videos.
Wirtjes hat noch eine schlechte Nachricht für alle Ossilooper: „Mitte letzter Woche erreichte uns die Nachricht vom Lieferanten, die Tshirts wären zwar geliefert, aber falsch zusammengenäht. Sie mussten alle neu produziert werden“, schreibt er. Die Shirts würden nun entweder zugeschickt oder könnten im Laden abgeholt werden. Wann das möglich sein wird, ist aber noch unklar.
Tolle Stimmung und eine farbenfrohe Inklusion
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