Nordstrand Urlaub gegen Spende: Fynn Kliemann vermietet Ferienwohnungen an der Nordsee
Maskenskandal und Spendenaffären: Fynn Kliemann ist vorläufig abgetaucht, doch viele seiner Projekte laufen noch weiter. So etwa seine Ferienwohnungen auf der Nordseehalbinsel Nordstrand, die sich zum Teil ausgerechnet aus Spendengeldern finanzieren.
Messer, Toaster und Wasserkocher sind von Zwilling, das Geschirr von Motel a Miio, die E-Bikes von super73 und die Sauna von Via Nordica: Mit diesen Markennamen wirbt Fynn Kliemann für seine kürzlich fertiggestellten Ferienwohnungen auf der Nordseehalbinsel Nordstrand. Für sein Projekt hat der Influencer ein völlig neuartiges Konzept für die Vermietung von Ferienwohnungen gestartet.
Doch die Frage ist, ob Kliemann sich auf Nordstrand dauerhaft als Vermieter etablieren wird. Denn fast täglich gibt es neue Enthüllungen über zweifelhafte Geschäfte mit Masken und Spendengeldern.
Gefällt Gästen die durchweg exklusive Einrichtung von der Sauna bis zum gediegenen Papierkorb können sie die gleich mitnehmen. Genauer gesagt: Sie können direkt vom Sofa in der Wohnung per Webseite gekauft werden. Urlauber verbringen somit die Zeit dort wie in einem Online-Shop – inklusive des Ausprobierens aller Teile.
Wer das mag? Offenbar viele seiner Fans, denn die Wohnungen sind für 2022 fast vollständig ausgebucht. Die Miete für das Quartier ist besonders günstig, aber Kliemann verbindet mit der Buchung den Aufruf zu Spenden. Und im Mittelpunkt steht das Shoppen im Interieur.
Quartier gegen Cash oder Überweisung, das ist bis heute das typische Modell in der Ferienregion Nordfriesland. Nun will Kliemann das Vermietungsgeschäft derart mit Spenden und Erlösen aus dem Verkauf der Einrichtung verquicken, dass allenfalls er selbst die Geldflüsse noch nachvollziehen kann. Und das, obwohl er genau wegen dieser Vermischung verschiedener Geschäftsmodelle aktuell massiv in der Kritik steht.
Der Moderator Jan Böhmermann hatte in der Sendung „ZDF Magazin Royale“ aufgedeckt, dass Kliemann krumme Deals mit Corona-Masken betrieben hat. Demnach bestellte er in Asien rund 2,3 Millionen Masken für 45 Cent pro Stück, die er dann an Großkunden für 98 Cent bei einer Abnahme von 100 Maske weiterverkaufte. Hinzu kommen undurchsichtige Spendenaktionen für die Ukraine-Hilfe. Kliemann soll erst auf Nachfragen von Journalisten und Monate verspätet fünfstellige Summen auf die Konten der Hilfsorganisationen überwiesen haben.